In diesem Buch stehen die Möglichkeiten elektronischer Bewerbungen und die dabei zu beachtenden technischen Aspekte im Mittelpunkt. Es ist somit keine Alternative zu Ratgebern, in denen es primär um die Inhalte von Bewerbungsunterlagen geht, sondern eher als deren Ergänzung zu verstehen. Zwar werden auch Hinweise zum Aufbau von Bewerbungsunterlagen gegeben, doch sind diese nicht zentraler Bestandteil des Buches.
Die Autorin, die schon durch andere Bücher als kompetente Bewerbungsberaterin ausgewiesen ist, stellt stattdessen umfassend dar, wie man im Internet nach Stellen sucht, wann eine digitale Bewerbung überhaupt sinnvoll ist und wie man seine Unterlagen geschickt für den elektronischen Versand aufbereitet. Sie erklärt, worauf man beim Versand von Nachrichten über Freemail-Anbieter achten sollte, wie man kleine PDF-Dateien erstellt und welche kreativen Gestaltungsmöglichkeiten es bei digitalen Bewerbungen gibt. Ergänzt werden diese Informationen durch zahlreiche, mit kurzen Kommentaren versehene Internet-Adressen regionaler, überregionaler und branchenspezifischer Jobbörsen, Hinweise zum versteckten Stellenmarkt im Internet und vieles mehr. Das Buch ist somit vor allem eine Empfehlung für Bewerber, die schon wissen, wie man Bewerbungen aufbaut, doch auch denjenigen, die erst am Beginn ihrer Bewerbungsphase stehen, kann es eine Hilfe sein, wenn sie bei inhaltlichen Fragen noch andere Quellen zu Rate ziehen.
Beachtenswert, wenn auch für Bewerber teilweise frustrierend, ist zudem ein Test, den die Autorin gemeinsam mit einer Kollegin unternommen hat, um herauszufinden, wie Online-Bewerber von deutschen Top-Unternehmen behandelt werden. Das Ergebnis ist ernüchternd, ja teilweise erschreckend, denn es zeigt, dass sich hinter manch großem Namen und der entsprechenden Selbstdarstellung nicht einmal Mittelmaß verbirgt, zumindest was den Umgang mit Bewerbern angeht. Das Urteil der Testerinnen fällt dementsprechend ambivalent aus. Es reicht von professionell über unprofessionell und peinlich bis indiskutabel. Die Autorin fasst das treffend so zusammen (S. 43): "Das schönste Bewerbungsformular nützt nichts, wenn es zwar sauber ausgefüllt, aber nie beantwortet wird, wie bei ... [es folgen die Namen der Unternehmen]." Hoffen wir, dass die Ergebnisse der Studie von den betroffenen Personalverantwortlichen gelesen werden, denn bei den Bewerbern von heute handelt es sich schließlich um die Kunden und Entscheider von morgen. Und bei negativen Erfahrungen haben wir Menschen ein Gedächtnis, das dem von Elefanten kaum nachsteht. Kann es da wirklich im Interesse der Unternehmen sein, so achtlos mit uns umzugehen?