Eines ist sicher: dieses Buch hat mich in kurzer Zeit fasziniert und vollständig in seinen Bann gezogen. Die Autoren Hesse/Schrader beschreiben transparent die Abläufe in der Praxis: alles über Stilbrüche, die erfahrenen Personalfachleuten die Lust am Lesen in CVs verlieren lässt. Wir lernen hier aber wichtige Einsichten: es sind die kleinen Dinge - wie schreibe ich ein Datum? Warum lasse ich die Worte ,PS' und ,Lebenslauf' mutig aus? Solche Einsichten genügten noch bis vor etwa drei Jahren, um eine Runde weiter im preisorientierten Auswahlverfahren zu gelangen.
Nun haben andauernde Krisen die Karten für Bewerber, also auch erwerbslose Personalfachleute, ganz neu mischen lassen. Daher kann ich dieses Buch den Abiturienten - ohne Berufserfahrung - wärmstens empfehlen. Deren noch schwierigerer Part ist es, sich um eine der raren Einstiegschancen in den von den Krisen gebeutelten Konzernen zu balgen. Das verlangt ein hohes Maß an smarter Kreativität, die ihnen dann noch nicht als Schwäche ausgelegt werden dürfte.
Etwas schade finde ich es, dass innovate Ansätze wie z.B. das Aufspringen der Jugend auf internationale Trends nicht erwähnt wird. Ich denke dabei an Bewerber, die aktiv an das vorübergehende Auswandern in Drittländer denken.
Der Erwerb multi-lingualer Kenntnisse wie z.B. in Drittländern, wo in international tätigen Konzernen Englisch als die gemeinsame Sprache für die Kommunikation Pflicht ist, haben Bewerber mit deutsch als kleinster gemeinsamer Nenner keine Chancen, weil sie nichts in dem Kompendium klassischer Bewerbungstechniken erfahren können.