Bewerbungen schreiben wird oft als notwendiges, aber ungeliebtes Übel begriffen. Vor allem der Lebenslauf kommt dabei schlecht weg und wird als lieblose chronologische Aneinanderreihung der einzelnen Lebensstationen des Öfteren als Standardvorlage" für alle potenziellen Arbeitgeber in spe eher stiefmütterlich behandelt. Dass aber gerade der CV das Herzstück der Bewerbung darstellt, machen der als Bewerbungspapst" bekannt gewordene Jürgen Hesse und sein Partner Hans Christian Schrader aus dem erfolgreichen Berliner Büro für Berufsstrategie" eindringlich deutlich: Schließlich ertrinken nicht wenige Personaler geradezu in der Bewerbungsflut und nehmen sich in den seltensten Fälle für jede einzelne Bewerbung in aller Ausführlichkeit Zeit. Wer hier nicht mit einem auf den ersten Blick sorgfältig zusammengestellten und auf das jeweilige Unternehmen bzw. die entsprechende Position zugeschnittenen Lebenslauf punktet, bekommt wahrscheinlich eher selten einen Fuß in die Tür.
Was aber, wenn der eigene Lebenslauf eher nicht dem stromlinienförmigen Karrieretypus entspricht, sondern den ganz normalen Wechselfällen des Lebens geschuldete Lücken aufweist? Wie vermeidet man spekulative negative Einschätzungen bezüglich seiner Eignung und Leistungsmotivation und damit das vorzeitige Aus? Schützenhilfe in Sachen Unternehmen Lebenslauf" versprechen die beiden Bewerbungsprofis: Natürlich können Sie Ihr Leben nicht neu erfinden. Aber es gibt viele Möglichkeiten, diese ,Lücken' und ,Probleme' - wie Arbeitslosigkeit, Kindererziehungszeiten, zu viele oder zu wenige Wechsel, zu jung, zu alt, über- oder unterqualifiziert - in einem anderen Licht erscheinen zu lassen."
Das Buch konzentriert sich im Wesentlichen gerade auf die allzu menschlichen und in der Regel eben nicht perfekten Lebensläufe. Nach einer Kurzübersicht über die wichtigsten Elemente einer Bewerbung, ihrer formalen Basics und Formulierungshilfen, geben Hesse und Schrader einen Quick-Check über mögliche Lücken" und Probleme" im Lebenslauf - und was Arbeitgeber dahinter vermuten. Die Brille" der Personaler schärft die eigene Problemwahrnehmung und bietet einen guten Ansatz, in Auszeiten gewonnenen Stärken in ein helleres Licht zu rücken. Im Hauptteil des Buches werden die unterschiedlichsten Bewerbungen und ihre verbesserte, ausführlich kommentierte Version gegenübergestellt. Klar wird dabei vor allem: Es gibt nicht DIE perfekte Bewerbung, was für den Handwerker mittleren Alters ratsam ist, kann für die junge Fotografin von Nachteil sein, was der 50jährige Sachbearbeiter berücksichtigen sollte, unterscheidet sich eklatant von den Prioritäten, die eine gleichaltrige Führungskraft zu setzen hat."
Aber gerade aus der Vielfalt der vorgestellten Fälle und Gestaltungsmöglichkeiten gewinnt der Leser wichtige Anregungen und Übertragungsmöglichkeiten für die eigene Bewerbung. Und bei der Menge der vorgestellten Layouts - die gelungensten sind auch auf der beiliegenden CD-ROM zu finden, wo sie übernommen und individuell angepasst werden können - ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei. Die Beschäftigung mit diesem Buch lohnt sich!