Der '"Praxisleitfaden Verhaltenstherapie'" stellt meiner Ansicht nach den äußerst gelungenen Ansatz einer modernen Verhaltenstherapie vor. Störungsspezifisches Vorgehen wird mit biografisch-individualisierter Therapie, orientiert an den jeweiligen Hintergrundbedingungen, verknüpft. Hervorragend wird dem Leser die Notwendigkeit einer dialektischen Balance zwischen störungsspezifischen und personenspezifischen Interventionen vermittelt.
Die häufigsten in der Praxis anzutreffenden psychischen ('Achse-I') Störungen und deren Behandlungen werden gut verständlich erläutert. Sehr spannend und für die Behandlung von psychischen Störungen neben der Darstellung der störungsspezifischen Interventionen äußerst hilfreich, wie ich finde, sind die jeweils am Ende der einzelnen Kapitel dargestellten Interventionen aus der 3. Welle der Verhaltenstherapie (Schematherapie, Achtsamkeit, Emotionsbezogene Therapie). Checklisten zu den einzelnen Therapiephasen, die die wichtigsten typischen Aufgaben, Interventionen und Fallstricke zusammenfassen, sind meines Erachtens insbesondere für den jungen, aber auch für den erfahrenen Praktiker eine sehr gute Orientierungshilfe. Besonders für Aus - und Weiterbildungskandidaten bzw. Prüfungsanwärter ist dieses Buch zusätzlich sehr wertvoll, da prüfungsrelevantes Wissen (u.a. Differentialdiagnostik, Modelle der Störungsentstehung) für jedes Störungsbild sehr gut verständlich und ausführlich dargestellt wird. Besonders gelungen finde ich die gut verständlichen Patienteninformationen zu den jeweiligen Störungsbildern und deren Behandlung. So kann man 'seinem' Patienten diese ganz einfach kopieren und an die Hand geben. Der Patient, der oft auch materielle Probleme hat, braucht sich dann nicht extra ein Selbsthilfebuch für sein Störungsbild zu kaufen. Für den Praktiker weiterhin sehr hilfreich und die Arbeit erleichternd sind die schön ausgewählten Arbeitsblätter am Schluss des 'Praxisleitfadens'.