Um gleich mit der Kritik ins Haus zu fallen: Es gibt 103 Kapitel in diesem nur 225 Seiten starken Buch. Die meisten Kapitel sind dabei nicht länger als zwei Seiten. Kapitel und Unterkapitel sind eine Möglichkeit einem Thema Struktur zu geben, und es so für den Leser sinnvoller und leichter durchschaubar zu machen. Bestimmte Themen können so geordnet und als miteinander im Zusammenhang stehend gekennzeichnet werden. Im "Praxiskurs MRT" aber befinden sich alle Kapitel auf derselben Ebene. Wirklich hilfreich beim Durchschauen der Struktur des Buches beziehungsweise dem Bilden einer eigenen Struktur hinsichtlich der MR-Physik ist das nicht. Das Buch bietet zwar, wie versprochen, Grundlagen zur MR-Physik ganz ohne Mathematik, aber als Einstiegsliteratur und zum Selbststudium ist es nicht geeignet.
Dass die Physik aber anhand von Beispielbilder erklärt wird, funktioniert wunderbar, hat man doch sowohl theoretische Erläuterungen als auch sogleich die praktischen Auswirkungen. Je nach Inhalt des Kapitels wird mit einführenden allgemeinen Informationen begonnen, die dann an den Beispielen verdeutlicht werden, so dass man ein Gefühl für die Effekte bekommt und wie sich Parameter auf die Bilder auswirken. Das Buch dient also eher als Nachschlagewerk für beispielsweise klinisch arbeitende Mediziner, die sich - mit den Grundlagen vertraut - Sequenzen oder bestimmte Mechanismen der MR-Bildgebung nochmal vergegenwärtigen wollen. Denn zum Teil bleiben die Erklärungen, die sehr verständlich geschrieben sind, dann doch eher oberflächlich. Auffallend und für Fachliteratur ungewöhnlich ist, dass weder Referenzen noch Literaturhinweise gegeben werden.
Die Vielzahl der angesprochenen Sequenzen jedoch, die meist von den entsprechenden Sequenzdiagrammen begleitet werden, macht dieses Buch zu einem nützlichen Nachschlagewerk, das sich auf die wesentlichen Informationen beschränkt.