Als Psychotherapeut und ehemaliger Lehrbeauftragter für Prävention und Gesundheitsförderung bin ich sehr froh über das Erscheinen dieses Buches. In erfreulich verständlicher und zugleich motivierender Weise gelingt es dem Autor, das von Aron Antonovsky entwickelte Konzept der "Salutogenese" dem Leser bzw. der Leserin zu vermitteln. Dabei geht es darum, Wege zu finden, "Gesundheit (immer wieder neu!) herzustellen", statt wie nach bisherigem klassischem Konzept "Krankheiten zu bekämpfen". Der Autor erläutert angenehm verständlich die drei Hauptprinzipien salutogenetischen Wirkens: Es kommt darauf an, dass unser Handeln oder das der Anderen 1. verstehbar, 2. handhabbar und 3. bedeutsam ist. Wenn diesen drei Prinzipien Rechnung getragen wird, ist Wohlbefinden (und damit Gesundheit) meist garantiert. Besonders gut gefallen mir die Erläuterungen des Autors zum Prinzip der "Stimmigkeit" ("Kohärenz"), die Ideen von Klaus Grawe ("Neuropsychotherapie") aufgreifen. Sie verdeutlichen, dass unsere Gefühle von Stimmigkeit bzw. Unstimmigkeit ein permanent vorhandener hilfreicher Kompass sind. Er verdeutlicht uns, wann und wo unsere Grundbedürfnisse entweder sehr gut oder eben nicht im Einklang mit unseren Lebensumständen sind und motivieren uns gegebenenfalls, (noch fehlenden) Einklang herbeizuführen. Für das Selbstverständnis nützlich dürften auch die Hinweise auf diein uns Menschen unterschiedlich aktiven "Annäherungs- bzw. Vermeidungssysteme" sein, wobei vor allem das Annäherungssystem gesundheitsfördernd zu sein scheint (das Abwehrsystem will befürchteten Schaden verhindern). Weitere Themenschwerpunkt sind: bedürfniskommunikation, Grundvertrauen, Selbstregulation, eigene Rhythmen finden, Ressourcenmanagement. Zu den bereichernden Elementen des Buches gehören außerdem hilfreiche "Fragen zum Nachdenken" sowie praktische Übungen, die teilweise aus der Bioenergetik stammen. Meinen eigenen Patienten werde ich dieses Buch empfehlen.