Das Buch ist eine Einführung in die Individualpsychologie, geschrieben vom Begründer derselben.
In der Erstauflage 1920 erschienen, ist es, was die Sprache betrifft etwas antiquiert und nicht nur deshalb an manchen Stellen gar nicht so leicht verständlich, wenn man nicht mit der Terminologie der Individualpsychologie schon ein bisschen vertraut ist: Minderwertigkeitsgefühl (von Adler geprägter Begriff), Organminderwertigkeit, Kompensation, männlicher Protest, Lebensziel, Gemeinschaftsgefühl,...
Eine kurze Definition der Individualpsychologie, wie Adler sie in diesem Buch darstellt:
Der Mensch ist in seinem ganzen Bestreben auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet, meist ein Ziel der Überlegenheit. Dieses Ziel ist begründet in der Kindheit jedes einzelnen, denn "dem Kinde haftet während seiner ganzen Entwicklung ein Gefühl der Minderwertigkeit in seinem Verhältnis zu den Eltern, Geschwistern und zur Welt an." (Die andern sind gross, ich bin klein; die schaffen an, ich muss gehorchen; wenn mich die nicht mehr liebhaben, dann bin ich verloren: ich bin abhängig)
"Wenn ich das Ziel einer seelischen Bewegung oder eines Lebensplanes erkannt habe, dann muss ich von allen Teilbewegungen erwarten, dass sie mit dem Ziel und mit dem Lebensplan übereinstimmen."
Adlers Ansatz ist insofern sympathisch, als für mich einerseits die Idee des Lebenszieles nachvollziehbar scheint und andererseits der Autor davon ausgeht, dass Menschsein immer auch heisst, sich in manchen Situationen minderwertig zu fühlen. -Und das kennen wir doch alle, oder?