Wer sich die Zeit mit dem Konsum weitgehend substanzfreier Sauce auf dem Niveau des Titel-Zitats vertreiben möchte, liegt sicher nicht falsch, wenn er eine Vorlesung in Wirtschaftswissenschaften besucht oder aber sich das Büchlein der Doktoren Kurt Femppel und Ernst Zander zu Gemüte führt. Allerdings: Der Beratungsteil von Frauenzeitschriften weist da oft schon mehr Witz und Verstand auf.
Es gibt nichts, wovon man nicht doch noch etwas lernen könnte - nach diesem Motto kann es nichts schaden, das Büchlein zu lesen. Mit etwas Einblick in deutsche Konzerne wird auch deutlich, dass selbst die banalsten Erkenntnisse und psychologische Modelle, die seit Jahrzehnten die Substanz verschiedenster "Einführungs-Seminare" bilden, in der Mehrzahl der deutschen Betriebe immer noch weitgehend unbekannt sind.
In Stil und Präsentation erinnert das Werk an einen Mitarbeiter, der unvorbereitet referieren soll und sich in Ordnungs-Bemühungen und durch das epische Ausbreiten trivialster Erkenntnisse zu retten versucht.
Vor der schwächsten Note retten sich die Autoren durch den Fakt, dass das, was da geschrieben steht, weder völlig falsch noch allgemein bekannt ist. Auch kann man argumentieren, dass Menschen mit unterdurchschnittlicher Intelligenz, wie sie gerne und gezielt in Unternehmen eingesetzt werden, von mehr Tiefe schon überfordert wären. Aber das schwarze Bildungsloch, das in den Vorstandsetagen vieler deutscher Unternehmen zuhause ist, kann letztlich doch nicht promovierte Fachprofessoren davon entbinden, ein wenig eigene geistige Substanz in einem Buch beizutragen.
jury 4* A0575 12.4.2011e 4 A