In Praxis Dr. Hasenbein gelingt es Schneider -mehr noch, als in seinen anderen Filmen- eine Art Mikrokosmos zu erschaffen. "Karges Loch" heisst dieses merwürdige Mini-Universum, in dem seine skurillen Figuren ihr Leben fristen müssen. Schneider spielt dabei einen Arzt, der eigentlich nicht sonderlich viel zu tun hat, ausser sich um seinen schwergewichtigen Sohn (der übrigens deutlich älter ist, als er selbst) zu kümmern und sich mit dem Kioskbesitzer auf der anderen Straßenseite zu unterhalten.
Die Gag-Dichte ist IMHO fast genau so hoch wie bei Schneiders vielgerühmten filmischen Erstlingswerk "Texas". Ich lag jedenfalls oft am Boden und musste desöfteren die Pause-Taste benutzen, um auch nichts zu verpassen (besonders schwierig bei schwerwiegenden, mehrminütigen Lachkrämpfen).
Der Film endet in einer Art Jazz-Apotheose, die glücklicherweise etwas kürzer ausgefallen ist, als in seinem neuesten Film "Jazz Club".
Hier haben wir jedenfalls alle Schneider-typischen Elemente in einem Film vereint und vor allem schön (bunt) in Szene gesetzt. Ich bin mir sicher: Wer "Texas" mag, wird "Dr. Hasenbein" lieben.