oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Kolleg Praktische Philosophie / Ethik zwischen Kultur- und Naturwissenschaft: Kolleg Praktische Philosophie Band 1: BD 1 [Broschiert]

Franz J Wetz , Volker Steenblock , Joachim Siebert
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 7,80 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Nur noch 4 auf Lager (mehr ist unterwegs).
Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Montag, 27. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Kurzbeschreibung

März 2008
In der auf vier Bände angelegten Reihe 'Kolleg Praktische Philosophie' werden von namhaften Autoren aktuelle Probleme in den jeweiligen kulturellen Kontexten, vor allem aber vor dem Hintergrund säkularisierter Gesellschaften beleuchtet. Die Reihe versucht Antworten zu geben auf die Frage, wie wir leben und handeln sollen. Dabei geht es vor allem um Ethik, aber auch um Politische Philosophie, Sozial- und Rechts- sowie Geschichts- und Kulturphilosophie, in unserer Gegenwart also um Probleme wie die Globalisierung der Märkte, die Allpräsenz der Medien, die ökologische Grenzen oder neue Möglichkeiten der Gen-, Neuro- und Medizintechnik. Bd. 1: 'Ethik zwischen Kultur- und Naturwissenschaft' Der erste Band konzentriert sich auf die Anwendung naturwissenschaftlicher Prinzipien auf Gebiete der Ethik und Kultur - bis hin zur Kulturwissenschaft selbst.

Wird oft zusammen gekauft

Kolleg Praktische Philosophie / Ethik zwischen Kultur- und Naturwissenschaft: Kolleg Praktische Philosophie Band 1: BD 1 + Kolleg Praktische Philosophie / Grundpositionen und Anwendungsprobleme der Ethik: Kolleg Praktische Philosophie Band 2: BD 2 + Kolleg Praktische Philosophie / Zeitdiagnose: BD 3
Preis für alle drei: EUR 23,40

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Broschiert: 299 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150185505
  • ISBN-13: 978-3150185506
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 9,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 372.647 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Zu dieser Reihe Von Franz Josef Wetz und Volker Steenblock 'Was ist Praktische Philosophie? ' Antworten zu finden auf die Frage, wie wir leben und handeln sollen, sind Gegenstand und Aufgabe der "Praktischen Philosophie". Dieser Oberbegriff umfasst vor allem die Ethik, aber auch 'Politische Philosophie, Sozial­' und 'Rechtsphilosophie' sowie in einem weiteren Sinne 'Geschichts­' und 'Kulturphilosophie'. 'Warum Praktische Philosophie in der Gegenwart?' Alle Praktische Philosophie reagiert auf Herausforderungen ihrer Zeit. Gerade gegenwärtig ist in den Gesellschaften des Westens ebenso wie in anderen Ländern eine 'Umbruchsituation' festzustellen, wie es sie vielleicht noch nie gab. Wichtige Problemfelder - Menschenrechte, Kriege, Zusammenstöße einander fremder Glaubens­ und Lebensformen, Globalisierung der Märkte, Allpräsenz der Medien in der "Informations­" und "Wissensgesellschaft", ökologische Grenzen der Menschheitsexistenz, neue Möglichkeiten der Gen­, Neuro­ und Medizintechnik, aber auch die Debatten um eine Naturalisierung des Geistes, der Ethik und der Kultur in den Wissenschaften und in der Philosophie - werfen Fragen von nie gekannter Tragweite auf. Zusätzlich geraten viele Bereiche unserer Lebenswelt neu in den Fokus des Interesses wie etwa die allgemeine Ästhetisierung des Alltags in der Konsumgesellschaft oder Pop, Drogen, Sport und Sex - die Events der Jungen und Alten mit ihrer ruhelosen Suche nach immer neuen Reizen, körperlichen "Kicks" und "Thrills". Auch unser Körper spielt in der Gegenwartskultur eine immer größere Rolle: Gesundheitswahn, Leibeskult, Sportversessenheit, Abenteuerlust und Sexsucht zeigen diesen Boom als neue Formen von Sinngebungsversuchen. In solchen Umbruchzeiten scheint die Orientierungskraft institutionalisierter Sittensysteme in Zweifel gezogen zu sein. Entsprechend verschärft sich der Handlungsdruck und Orientierungsbedarf. Es stellt sich damit die Kant'sche Frage: "Was sollen wir tun?" auf ganz neue Weise; damit zusammenhängend zeigt sich eine stärkere Nachfrage nach philosophischer Reflexion über Werte und Normen. Die Beiträge der vier Bände leuchten deshalb das gesamte alltagskulturelle Spektrum unter dem Aspekt nötiger Sinn­ und Wertorientierung neu aus. Dabei kommen die Abhandlungen nicht allein aus den Tiefen der Theorie, sondern fußen auch in der Fülle der Anschauung. Sie wollen einen durchaus nachhaltigen Überblick über zahlreiche Kulturfelder bieten, Felder, von denen aus Bezüge zur Praktischen Philosophie deshalb herzustellen sind, eben weil sie ethische Fragen aufwerfen. Das Kolleg bezieht sich demnach nicht nur auf die Breite kultureller Gegenwartsphänomene, sondern umgekehrt gilt auch: Die Praktische Philosophie wird betrachtet in 'kulturellen Kontexten', vor allem vor dem Hintergrund säkularisierter Gesellschaften, gestalten sich doch die Diskussionsbedingungen zur Ethik gerade in unserer zersplitterten, heterogenen Gegenwart hochkomplex und schwierig. 'Warum der besondere Blick auf kulturelle Kontexte?' Die Formen und Regelungen des Zusammenlebens, die zunächst vor allem aus verschiedenen religiösen Wurzeln entstanden sind, bilden eine fundamentale Kulturleistung des Menschen. In traditionsgeprägten Gesellschaften bestimmen Normen und Institutionen das Handeln, die weitgehend unhinterfragt Geltung haben. Darüber hinaus wurden einst Lebensdeutung und Lebensorientierung eng miteinander verbunden. Die abendländische Philosophie, die von Platon bis Nietzsche verbindliche Vorstellungen vom allgemeinen Wesen des Menschen entwickelte, verknüpfte stets Aussagen über die allgemeine Wesensnatur des Menschen mit seinem Wesen entsprechenden Aussagen zur Lebensaufgabe und Lebensführung. Daran ließ sich das Verhalten des Einzelnen als der Natur gemäß oder als dieser Natur gegenüber wesenswidrig bestimmen. In der Moderne haben sich diese Zusammenhänge nach und nach aufgelöst: Die vorherrschenden Menschenbilder unserer Zeit scheinen sich immer stärker naturalistisch oder liberalistisch auszurichten. Auf den ersten Blick scheinen beide Perspektiven miteinander unvereinbar zu sein, wird der Mensch doch von den einen als Produkt subjektloser Naturprozesse im anonymen Spiel blinder Naturkräfte gesehen, von den anderen aber in Fragen der Lebensführung und Wertorientierung gänzlich auf sich selbst gestellt. Bei näherem Hinsehen jedoch stimmen beide Seiten in einem Punkt überein: Es gibt keine metaphysische Wesensnatur des Menschen, aus der sich ableiten ließe, wie der Einzelne zu leben habe. Der Mensch muss sein sorgenvolles Leben selbst führen, seine Existenz selbst deuten und dazu alle Werte setzen, an denen er sich orientieren möchte. Dieser Ausgangslage möchte das vorliegende Projekt dadurch gerecht werden, dass es sich mit den drängenden Fragen unserer Zeit 'nicht' im Gestus eines letztinstanzlichen Rückgriffs auf ein "höheres" Sinnmodell und geschlossenes Weltbild, sei es mythischer, religiöser oder vernunftmetaphysischer Art, befasst. Allerdings bedeutet ein solcher Ansatz weder, dass von solchen Optionen nicht die Rede sein wird, noch, dass die Konzeption der Reihe "weltanschaulich einseitig" wäre; sie ist vielmehr einem Ethos des Pluralismus und der Diskursivität verpflichtet, will dabei aber immer den Fokus in besonderer Weise auf die Probleme in der zeitgenössischen Gesellschaft richten. Je weniger überschaubar und geschlossen das gesellschaftliche Ganze ist, desto schwieriger gestalten sich alle Versuche, in einem einheitlichen Wertekanon neuen Halt zu finden. Eine abschließende Klärung und ultimative Lösung von Wertekonflikten scheint in der pluralistischen Gesellschaft mittlerweile immer seltener möglich zu sein. Widersprüche, Gegensätze, auch Konflikte und Kontroversen sowie Ungewissheit und Unsicherheit prägen in nicht geringem Maße den Normalzustand fortgeschrittener Gesellschaften, ein Normalzustand, an den wir uns gewöhnen müssen. Nicht selten fordern sich regelmäßig gegensätzliche Wertevorstellungen argumentativ heraus und zwingen sich wechselseitig zu immer genauerer Stellungnahme und Begründung. Statt in einvernehmliche Lösungen zu münden, gehen derlei politische Wertedebatten nicht selten ins Uferlose, bis sie wegen Erschöpfung aller Beteiligten wenigstens für eine Weile abgelegt oder durch neue offene Fragen verdrängt werden. "Nach der Grundwertediskussion" scheint "vor der Grundwertediskussion" zu sein in einer offenen Gesellschaft ohne einheit_liches Sinnzentrum, ohne eindeutig bestimmbaren religiösen, sittlichen und moralischen Identitätskern in ihrer Mitte, von dem aus sich das menschliche Zusammenleben steuern ließe. Diese Situation macht bewusst, wie sehr wir in Fragen der Selbstdeutung und Wertgewinnung auf unsere 'kulturelle Arbeit' angewiesen sind. Ausgangspunkt dieses Grundgedankens ist dabei die Vorstellung des Menschen als eines gleichsam "vergänglichen Stücks um sich selbst bekümmerter Natur" in einer um ihn unbekümmerten Welt. Als Inbegriff und zugleich Medium menschlicher Selbstbehauptung erscheint in diesem Zusammenhang die 'Kultur' im weitesten Sinne, zu der außer Religion auch Medizin, Technik, Kunst, Politik, Recht, Ökonomie sowie eben die Praktische Philosophie gehören. Bildhaft formuliert: Natur ist der Zustand, wenn es regnet, Kultur, wenn man einen Regenschirm hat. 'Das Ziel der Bände: Ethisch­philosophische Bildung'. Ethische Fragen sind in der Gegenwartskultur von und mit Experten zu diskutieren - wie etwa mit den in diesem Band vertretenen, den Angehörigen von Kommissionen, den Mitgliedern eines "deutschen Ethikrats". Diese Fragen sind aber nicht an Experten zu delegieren. Wir alle müssen - jede(r) Einzelne - uns zu ethischen bzw. moralischen Fragen verhalten, uns über Traditionen, Fragestellungen und Antwortversuche ins Bild setzen. Eine demokratische Gesellschaft braucht dabei gerade auch die Philosophie. Diese klärt die Begriffe, fragt auf die Konsequenzen bestimmter Annahmen hin nach und bezieht die Probleme der Gegenwart ebenso auf die in der Tradition...

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
4.5 von 5 Sternen
4.5 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtiges Zeitdokument 10. November 2008
Dies ist ein kleines, unauffälliges Reclam-Bändchen, dem man von außen seine Bedeutung nicht ansieht. Und doch, kann man sagen, ist zwischen seinen Buchdeckeln ein Paradigmenwechsel enthalten, bzw. er wird zumindest auf breiter Front diskutiert, nämlich das Voranschreiten des "Naturalismus" und die letzten "Rückzugsgefechte" eines die modernen Naturwissenschaften nicht genügend berücksichtigenden, "bloßen" "Kulturalismus".

Fast scheint es, als würde sich der Zeitgeist heute auf die Auseinandersetzung zwischen diesen beiden "Ismen" reduziert haben, nachdem so viele andere "Ismen" der letzten Jahrhunderte auf dem Abfallhaufen der Geschichte gelandet sind.

Fast jeder der neun Autoren findet einen ganz eigenen Zugang zur Thematik. E. Voland und M. Schmidt-Salomon bspw. möchten auf den Begriff des "Bösen" künftig verzichten in der Ethik (und damit auch auf den Begriff des "Guten"?), während F. Hermanni viele gute Gründe für die Beibehaltung dieses viel strapazierten Konzeptes vorbringt.

B. Kanitscheider vertritt hier einmal auf's Neue seine Ethik des Hedonismus, von der er aber zum Glück nicht behauptet, daß sie die einzige Ethik wäre, die mit einem modernen, naturalistischen Weltbild vereinbar wäre. G. Vollmer bringt dazu denn auch so manche wertvolle Korrektur und Ergänzung.

Und so ließen sich noch eine Fülle von weiteren hier enthaltenen Gedanken anführen.

Im Weltbild des Naturalismus liegt eine Sprengkraft begründet, die sich die meisten Menschen heute noch nicht genügend bewußt gemacht haben. Dieser kleine Band kann schon so die eine oder andere Ahnung von ihr geben, so unauffällig das alles auch daher kommen mag - äußerlich.

Es wird jedenfalls gut deutlich, welche eine Fülle von Fragen neu durchdacht werden müssen, wenn man erkennt, daß es ein konsequent naturalistisches Menschen- und Weltbild sein wird, daß die Zukunft der Menschheit gestalten wird.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4.0 von 5 Sternen Kultur & Ethik in naturalistischen Gesellschaften ? 12. Oktober 2011
Von dobizz
Franz Josef Wetz (Hrg.), Kolleg Praktische Philosophie Band 1: Ethik zwischen Kultur- und Naturwissenschaft, Philipp Reclam jun., Stuttgart 2008

Mit diesem Band wird die auf 4 Bände angelegte Reihe "Kolleg praktische Philosphie" begonnen und setzt sich mit der Frage auseinander, wie sich Ethik ableiten oder begründen läßt in unserer vom Naturalismus geprägten Gesellschaft, in der das "Wissen" von naturwissenschaftlichen Kausalgesetzen den Glauben an "Übernatürliches" weitgehend abgelöst hat.
Dabei wird hier die Ethik als Objekt der praktischen Philosophie im Kontext der Kultur "vor allem vor dem Hintergrund säkularisierter Gesellschaften" behandelt und Naturalismus (Ausgangsbehauptung: auch Werte gründen auf biologischen Strukturen & Mechanismen) in den Dialog gestellt mit dem "Kulturismus", welcher wiederum häufig Gefahr laufe, das einzelne Subjekt zu verlieren, indem er es in eben kulturelle Strukturen wie z.B. Geschichte und Sprache "auflöst".

Es kommen 9 Autoren in 8 Beiträgen (nebst Einleitung) zu Wort, wodurch ein in Perspektiven, Schreibstilen und Fähigkeiten, den jeweiligen Standpunkt nachvollziehbar und verständlich zu machen (letztere häufig als "Anspruch" mißverstanden, wenn es nicht gelingt), heterogenes und vielfältiges Buch entstanden ist, das aber vom Herausgeber gut strukturiert Einsichten zum genannten Thema bereitstellt, g r ö ß t e n t e i l s erfolgreich um gute Verständlichkeit bemüht.
Hier wird weniger philosophiert als vielmehr Kenntnisse und Denkanstöße zum Philosophieren bzw. zum philosophischen Einordnen einer Ethik in einer säkularisierten, vom Naturalismus geprägten Gesellschaft bereitgestellt. Und das ist meines Erachtens gut gelungen. Der Leser wird gut gerüstet, sich ein kenntnisreiches Bild zu machen, weiter zu denken und sich zu positionieren. Anders denken nicht ausgeschlossen.

Das Buch ist in 4 Teile strukturiert:

In Teil I "Naturalisierung des Geistes" stellt
> Bettina Walde in ihrem Beitag "Naturalisierung des Ich und Selbst" angenehm klar und bündig die historische Konzepte von Ich und Selbst ("Leib-Seele-Problem") dar, um dann die zeitgenössiche Sicht zu diskutieren, bei der Modelle dominieren , die den Geist als reines Anhängsel ("Illusion") einer naturalistischen Determination verstanden wissen wollen (in Dtld. besonders Gerhard Roth und Wolf Singer, siehe Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp)) und damit die althergebrachte Moralvorstellung von Verantwortung und Schuld in Frage stellen wollen.

Der Teil II "Naturalisierung der Ethik"
bildet mit 4 Beitragen zumindest mengenmäßg den Kern des Buches,
besondersvergnüglich fand ich
> Friedrich Hermanni: "Das Böse-Eine Theoriegeschichte", in diesem Beitag wird schon bei historischer (natürlich in erster Linie religionsgeschichtlicher) Betrachtung klar , wie sehr "das Böse" ein umdeutbares menschliches Konzept, wenn nicht gar Konstrukt darstellt - bis hin zum Zweifel, ob es das Böse überhaupt gebe. Folgerichtig wird im Kapitel
> "Die Entzauberung des Bösen" von Michael Schmidt-Salomon und Eckart Voland sowohl die soziobiologische Überflüssigkeit wie auch die Gefährlichkeit des Konzeptes "des Bösens" vorgeführt. Hier werden erstmals die Prinzipien einer naturalistischen Ethik und die evolutionären Grundlagen von Empathie und Altruismus eingeführt. Ins Eingemachte der naturalistischen Ehik führt dann
> Gerhard Vollmer in "Der Turm von Hanoi - Evolutionäre Ethik", der die Forderung aufstellt, wir müßten unserem durchaus natürlichen Altruismus (der als "reziproker Altruismus" ja durchaus egoistische Wurzeln haben mag, wenn man so will: "Traue keinem erhabenen Motiv, wenn sich auch ein niedriges finden läßt!"), also von "Nächstenliebe" zur "Fernstenliebe" gelangen, indem wir unseren "natürlichen" Stammeskreis (den Clan) erweitern auf die gesamte Gesellschaft. Es werden dafür Hindernisse wie auch hoffnungsvolle Perspektiven geboten (und natürlich auch erklärt, was das mit dem Turm von Hanoi auf sich hat). In diesem Text werden also bereits über das rein Naturalistische (evolutionär bedingte) hinausweisende kulturelle Bezüge für Ethik offenbar. Im folgenden Kapitel hatte ich meine erste spannende Begegnung mit
> Bernulf Kanitscheider und seiner Philosophie vom "Hedonismus - Eine naturalistische Ethik" (Das hedonistische Manifest ), wobei es nicht so sehr - der Verdacht ist schnell gegeben - um eine reine Lustgesellschaft geht, sondern plausiblerweise (aber offenbar nicht selbstverständlicherweise) darum, die Natur des Menschen und seiner Bedürfnisse bei allen moralischen Normen und Werte ausdrücklich zu berücksichtigen.

Der Teil III "Naturalisierung der Kultur" besteht aus dem gleichlautenden Beitrag des Herausgebers
> Franz Josef Wetz, in dem erstmals ernsthafte Skepsis gegenüber ein gänzliche Vereinnahmung gesellschaftlicher Kultur durch den Naturalismus aufkommt, die von der Angst und Abneigung geprägt ist, der Naturalismus erkläre den Menschen zu einem "ohnmächtigen Stück Natur". (Wenn man allerdings wie ich dieser Schlußfolgerung aus dem Naturalismus nicht folgt, bleibt der Grund für die ganze Aufregung im Verborgenen.)
Daran knüpft an im

Teil IV "Kulturisierung der Kultur"
> Volker Steenblock in "Kulturelle Arbeit - Zur anthropologischen Notwendigkeit und Schwierigkeit humaner Sinnstiftung", der ausgehend von J.G.Herder eine Lanze bricht für die Notwendigkeit der im Rahmen der Kultur statttfindenden Arbeit an sich selbst (und damit auch über die reine Natur hinaus)
...ich gebe es ja zu, trotz meiner ohnehin intuitiv vorhandenen Einsicht in diese Notwendigkeit blieb mir dieser Beitrag genau wie der vorangegangene in Ausführung und Zielsetzung etwas dunkel...
Abgeschlossen wird mit
> Birgit Recki "Kulturbejahung und Kulturverneinung": offenbar gab es Denker, die Kulturgeschichte als "Verfallsgeschichte" (Rousseau) oder Kultur als "Tragödie" (Simmel), ebenso solche, die Kultur als notwendigen Mittler zwischen den Menschen gesehen haben (Cassirer)...

Wie gesagt, dieses Buch stellt eine anregende Massage des Denkorgans dar (vorausgesetzt, das Denken beruht ganz naturalistisch auf einem berührbaren Organ), abwechslungs- und perspekivenreich durch die Beiträge der verschiedenen Autoren und sehr vielversprechend für die anderen Bände der Reihe:

-> Bd.2: Kolleg Praktische Philosophie / Grundpositionen und Anwendungsprobleme der Ethik: Kolleg Praktische Philosophie Band 2: BD 2
-> Bd.3: Kolleg Praktische Philosophie / Zeitdiagnose: BD 3
-> Bd.4: Kolleg Praktische Philosophie / Recht auf Rechte: Kolleg Praktische Philosophie Band 4: BD 4
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de