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Praktische Ethik
 
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Praktische Ethik [Taschenbuch]

Peter Singer , O Bischoff , J C Wolf , Klose
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 487 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag; Auflage: 2., rev. u. erw. Aufl. (1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150080339
  • ISBN-13: 978-3150080337
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 9,6 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.224 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Klappentext

Das vieldiskutierte Buch erscheint in einer durchgehend revidierten und erheblich erweiterten Neuausgabe. Singer hat im einzelnen vieles präzisiert und neu akzentuiert. Zwei für die praktische Ethik wichtige Kapitel sind neu hinzugekommen: Die drinnen und die draußen (u. a. Asylproblematik) und Die Umwelt (ökologische Fragen). Im Anhang erscheint eine Zusammenfassung der »Singer-Debatte« aus der Sicht des betroffenen Autors.

Über den Autor

Peter Singer, geb. 1946, war bis 1999 Professor für Philosophie und stellvertretender Direktor des Centre for Human Bioethics an der Monash University Melbourne/Australien. Er lehrt derzeit als De Camp Professor of Bioethics an der Princeton University, USA. International bekannt wurde Peter Singer vor allem durch sein Buch "Animal Liberation". U.a. sind bisher von ihm erschienen: "Muß dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener" (mit Helga Kuhse, 1992) und "Wie sollen wir leben? Ethik in einer egoistischen Zeit" (1996).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Avariel
Format:Taschenbuch
"Ich fand die ganze liebe deutsche Bestie gegen mich anspringend - ich bin ihr nämlich durchaus nicht mehr »moralisch genug.«" (Nietzsche)

Peter Singer dürfte vielen entweder als der Philosoph bekannt sein, der dafür eintritt, Tiere moralisch dem Menschen gleichzustellen, oder als der Philosoph, der Behinderten das Lebensrecht abspricht. Während erstere Aussage etwas vereinfacht, aber im Grunde wahr ist, handelt es sich bei letzterer um ein die Grenzen der Verfälschung klar überschreitendes Zerrbild (insbesondere, wenn Singer in die Nähe der NS-Euthanasie gerückt wird). Allein schon, wer daran interessiert ist, die Wahrheit hinter der dämonisierenden Fassade kennen zu lernen, sollte Singer selbst lesen.

Die "Praktische Ethik" ist aber auch interessant für jeden, der utilitaristische Ansichten zu verschiedenen anderen oft hochaktuellen ethischen und politischen Themen lesen möchte, denn Singer behandelt in diesem Buch weit mehr als die genannten Themen, mit denen er berühmt-berüchtigt geworden ist. Er schreibt u. a. auch zu Abtreibung, Flüchtlingsproblematik, Entwicklungshilfe und Umweltschutz, und zur sicheren Überraschung derer, die in ihm wegen seiner Äußerung zur Euthanasie einen verkappten Nazi sehen, nimmt er hierbei großteils sehr linke bzw. grüne Positionen ein.

Singers Ansatz ist dabei sehr freigeistig und sehr konsequent. Freigeistig, weil er - im besten Sinne des aufklärerischen "Sapere aude!" - wie einst der eingangs zitierte und ebenfalls vielfach verzerrte Nietzsche etablierte Grundsätze der herrschenden Moral wie die Höherwertigkeit des Menschen gegenüber anderen Lebensformen oder die kategorische Geltung des Rechts auf Leben von Geburt an nicht nur anzuzweifeln, sondern auch noch begründet abzulehnen wagt; konsequent, weil er den von ihm für richtig befundenen Grundsatz der absolut gleichen Interessenabwägung, unabhängig etwa von Geschlecht, "Rasse" oder Spezies, in verschiedenen Bereichen anwendet und dabei auch nicht davor zurückschreckt, diejenigen Folgen klar zu benennen, die wohl manch anderer heruntergespielt oder unter den Teppich gekehrt hätte, um seinen guten Ruf nicht zu gefährden.

Man muss natürlich Singer nicht in allen Punkten und auch nicht im Wesentlichen zustimmen. Wie jedes andere ethische Buch zuvor kann auch die "Praktische Ethik" nicht für sich beanspruchen, die definitive Wahrheit in ethischen Fragen gefunden zu haben, und an einigen Stellen kann anstelle von entrüsteten Bannflüchen auch begründete, sachliche Kritik geübt werden (so ignoriert Singer etwa die Frage, ob Entwicklungshilfe vor Ort auch so wirkt, wie sie wirken soll). Was die "Praktische Ethik" allerdings für sich beanspruchen kann, ist, mit ihrem anti-dogmatischen Impuls den ethischen Diskurs zu beleben, indem eine Reihe höchst unkonventioneller Ansichten vorgestellt werden und man Anstöße gegeben werden, auch einmal über das nachzudenken, worüber man sonst nicht nachdenkt, weil man es für selbstverständlich hält. Dazu kann es allerdings nur kommen, wenn man Singer eine faire Chance einräumt und seine Ansichten frühestens, nachdem man dieses Buch unvoreingenommen gelesen hat, verdammt. Wenn die herrschende Moral der Ethik Singers überlegen ist, muss sie den offenen Diskurs nicht fürchten - und wenn sie ihn fürchten muss, so ist sie um so überdenkenswerter und ein offener Diskurs um so notwendiger. So oder so ist dieses Buch lesenswert.
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47 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Selbst wenn man - wie ich - nicht alle Schlüsse Singers mitvollziehen kann, so bleibt doch das Urteil bestehen, das schon einige Leser hier festgehalten haben: Singer argumentiert mit sorgfältig erläuterten Begriffen und gibt jeweils an, aufgrund welcher Überlegungen er zu welchem genauen ethischen Urteil kommt. Deshalb finde ich dieses Buch im Vergleich mit anderen Versuchen, Antworten auf hochaktuelle ethische Fragen zu geben, sehr informativ und hilfreich. Einerseits gelingt es Singer, diese vieldiskutierten ethischen Fragen auf der Grundlage philosophischer Überlegungen zu lösen, andrerseits ist seine Sprache gut verständlich, seine Argumentation nachvollziehbar, wenn nicht sogar bestechend. Auch wenn man eigentlich die Probleme von einer anderen Warte sieht, sollte man diese Darlegung zur Kenntnis nehmen.
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43 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ascanius
Format:Taschenbuch
Inhalt:

Vorwort

1. Über Ethik

2. Gleichheit und ihre Implikationen

3. Gleichheit für Tiere?

4. Weshalb ist töten unrecht?

5. Leben nehmen: Tiere

6. Leben nehmen: Der Embryo und der Fötus

7. Leben nehmen: Menschen

8. Arm und Reich

9. Die drinnen und die draußen

10. Die Umwelt

11. Zwecke und Mittel

12. Warum moralisch handeln?

Anhang: Wie man in Deutschland mundtot gemacht wird

Anmerkungen, Nachweise und weiterführende Literatur

Nachbemerkung

Register

Peter Singer zeigt mit beispielloser argumentativer Stringenz und einer der Komplexität der behandelten Themen angemessenen Ausführlichkeit, daß traditionelle Ethiken dysfunktional sind, weil sie sich nicht konsequent und ausschließlich an Vorhandensein und Ausprägung ethisch relevanter Eigenschaften orientieren. Das willkürliche Konzept der "Menschenwürde", das einerseits empfindungslosen Gegenständen wie frühembryonalen menschlichen Zellen oder Leichen moralische Objekthaftigkeit zuerkennt, andererseits jedoch leidensfähige, ja selbstbewußte Wesen von ethischer Berücksichtigung ausschließt, wird als faschistoides Totschlagargument entlarvt und zu den Akten gelegt. Wo man bereit ist, einigen Lebewesen ohne rationale Begründung eine Würde zuzusprechen, da braucht man nämlich auch keine solche Begründung, sie ihnen von vornherein zu verweigern oder wieder abzuerkennen. Hingegen sind Leidensfähigkeit, Personalität und Lebensbewußtsein prüfbare Eigenschaften bestimmter Organismen, die wir berücksichtigen können und müssen, sofern wir die Vorbeugung und Beseitigung von Leid wie auch ein vernünftig begründetes Tötungsverbot für den Kern jeder Ethik halten.

Trotz tiefster Bewunderung für Singers absolut historische Leistung kann ich ihm jedoch nicht in allen Punkten folgen:

I. Er verzichtet auf die meiner Ansicht nach bedeutsame Unterscheidung zwischen selbstbewußten und lebensbewußten Wesen. Nur letztere wissen, daß sie leben und sterben werden (was hochkomplexes begriffliches Denken voraussetzt). Darum können auch nur sie tatsächlich leben- und den Tod vermeiden WOLLEN. Alle Gründe gegen die Tötung nicht-lebensbewußter Wesen können also nur indirekt sein (was übrigens zunächst keine konkreten Handlungen impliziert. Der Umstand, daß es keinen direkten moralischen Grund GEGEN die Tötung eines Lebewesens gibt, bedeutet noch lange nicht, daß es zur Tötung freigegeben ist!).

II. Warum die Vereitelung von Zukunftswünschen ein Argument gegen die Tötung (mindestens) selbstbewußter Wesen sein soll, kann ich insofern nicht nachvollziehen, als sie unter der Nichterfüllung ihrer Wünsche ja nicht mehr leiden können, wenn sie tot sind. Dasselbe gilt zwar auch für den Tod selbst, aber: TodesANGST ist ein sehr belastendes psychologisches Faktum im LEBEN bestimmter hochentwickelter Wesen und insofern der am schwersten wiegende Grund dafür, Maßnahmen gegen unfreiwilliges und vorzeitiges Sterben zu treffen. Dem Tod selbst sind wir hilflos ausgeliefert, aber wir können umso unbeschwerter leben, je sicherer wir sein dürfen, vor der Grenze unserer natürlichen Lebenserwartung keines unfreiwilligen und vermeidbaren Todes sterben zu müssen.

III. Singer gesteht religiösen Ethiken zu viel zu, indem er verkennt, daß nicht nur das Ergebnis, sondern immer auch die Motivation in die moralische Bewertung einer Handlung mit einbezogen werden muß. Ein Verzicht darauf hätte die absurde und auch für die ethische Didaktik katastrophale Folge, daß man einen Mordanschlag für moralisch gut halten müßte, nur weil er mißlungen ist und z.B. einem Blinden das Augenlicht wiedergegeben hat. Dasselbe gilt für Handlungen aus Gehorsam, die dadurch gekennzeichnet sind, daß ihnen eben KEINE moralischen Erwägungen zugrundeliegen.

Eher gefühlsbetonte ZeitgenossInnen mag es in Aufruhr versetzen, doch wer auch nur irgendwo, GANZ BESONDERS aber im Bereich der Ethik auf (interne UND externe) logische Konsistenz verzichtet, öffnet der Beliebigkeit Tür und Tor. Genau deshalb kommt die Menschheit nicht voran dabei, jedem einzelnen ihrer Mitglieder und auch allen übrigen empfindungsfähigen Wesen ein Leben weitestgehend frei von vermeidbarem Leid zu ermöglichen - obwohl sie es KÖNNTE! Peter Singer erklärt uns, warum sie es auch WOLLEN sollte, und wie es praktisch zu erreichen ist.

PS.: Singers Probleme im Umgang mit seiner alzheimerkranken Mutter bestätigen nur die Binsenweisheit, daß Emotion und Ratio nicht immer deckungsgleich sind. Seine ethische Theorie wird dadurch in keiner Weise relativiert - im Gegenteil! Sie führt uns eindringlich vor Augen, daß Ethik etwas theoretisch ungeheuer Komplexes und praktisch oft enorm schwierig Umzusetzendes ist, das man ebenso mühsam lernen muß, wie andere (geistes-)wissenschaftliche Disziplinen auch - eine unerhörte Botschaft für einen Kulturkreis, der seine ethische "Überlegenheit" wesentlich von zehn primitiven Befehlen eines allmächtigen Diktators herleitet.
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Sollte jeder mal gelesen haben!
Ein hervorragendes Buch über Ethik, welches sowohl allgemein die praktische Ethik als auch spezielle aktuelle Themen behandelt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. April 2009 von falkj.info
Wie kann man nur so sein?
Die praktische Ethik ist quasi das zu Grunde liegende Ausgangswerk für Singers gesamte Arbeit und findet sich in all seinen Werken wieder. Lesen Sie weiter...
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