Wenn man den Titel und den Untertitel liest, erartet man nicht ganz zu unrecht etwas, was eher aus der agilen Ecke stammt, als aus Ecke von schwergewichtigen militärischen Architekturmethoden wie DoDAF oder TOGAF.
Das Buch hat auch mit anderen Architekturbüchern, wie zum Beispiel
Effektive Software-Architekturen: Ein praktischer Leitfaden nicht so richtig viel gemein. "Geniessen" wird man es nur, wenn man die ganzen Theorien, Konzepte, Vorgehensmodelle etc gut kennt - XP wird zum Beispiel auf 1/2 Seite gestreift, und es gibt viele Dinge, die auf 1/2 Seite gestreift werden. Um der anschließenden Diskussion zu folgen, in der diese Dinge dann diskutiert und bewertet werden, muss man dann recht viel gelesen haben.
Man kann also sagen, das Buch transzendiert (wandelt) auf der bekannten Literatur und den bekannten Vorgehensweisen und zeigt, was aus Sicht des Autors gut funktioniert und was nicht. Die Sichtweise würde ich mal vermuten ist dabei die eines großen, marktorientierten Mittelstandsunternehmens. Der Autor arbeitet als IT-Architekt für die Autovermietung Sixt - und das Buch hat auch eine Menge mit der Werbung von Sixt gemein: Witzig, hart, amüsant, politisch wahrlich nicht immer korrekt ;-)
Hauptkapitel drehen sich um
(3) die Rolle des Architekten
(4) Vorgehensmodelle
(5) Architekturentwicklung
(6) Umgang mit Technologien (aka Techni Hypes)
Nutzen pro Zielgruppe also
* Leute, die Architekten werden wollen: Eher nicht - da muss man erst mal die "Schulbücher" lesen, bevor man dieses Buch wertschätzen kann.
* Architekten mit mittlerer Erfahrung: Schon besser - wenn man einiges gelesen hat, bekommt man hier ncoh mal die Einnordung von einem erfahrenen IT-Architekten, um Dinge besser bewerten zu können
* Architekten mit sehr viel Erfahrung: Werden nicht viel verblüffende Dinge finden - aber schöne Zusammenfassungen und sich gut amüsieren - nach dem Motto: Abends mal wieder lesen, bevor man beim nächsten Kunden alte Fehler macht.
Den einen Stern Abzug gab es für das nicht sehr umfangreiche Literaturverzeichnis und die selbstgemachten Illustrationen, die von der "Quality without a Name" eher weit entfernt sind - und über allem Pragmatismus, kann man bei einer Veröffentlichung trotzdem einen ästhetischen Anspruch haben. Siehe die Werbung von Sixt - die ist ja auch graphisch perfekt.