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Prager Requiem [Broschiert]

Michael Hetzner
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

Februar 2012
Prag, Frühjahr 1996. Eine Mordserie erschüttert die Goldene Stadt. Der Täter mordet immer an Jahrestagen von Heiligen und liebt grausame Inszenierungen. Der ermittelnde Major Svátek und seine Assistentin Eva Krásnová stehen vor einem Rätsel. Welche Rolle spielt der reiche Geschäftsmann Jan Fajn, der als Spätberufener kurz vor seiner Priesterweihe steht? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden seiner Pflegetochter und den Morden? Als Eva entführt wird, muss Václav Svátek erkennen, dass er sich seiner Vergangenheit stellen muss, um den Fall zu lösen und Eva zu retten.
Spannend und mitreißend schreibt Michael Hetzner über die Abgründe der Goldenen Stadt.

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Prager Requiem + Reinen Herzens: Kommissar David Andel ermittelt - Roman
Preis für beide: EUR 22,89

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Produktinformation

  • Broschiert: 268 Seiten
  • Verlag: Acabus; Auflage: 1 (Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862820947
  • ISBN-13: 978-3862820948
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 14,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 344.254 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Michael Hetzner, Jahrgang 1955, studierte Deutsch, Musikerziehung und Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg; anschließend Germanistik und Pädagogik an der Uni Stuttgart. Promotion zu Dr. phil und Dr. paed.
Er arbeitet heute als Manager bei einer großen deutschen Bank.
Vor ungefähr 20 Jahren begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. Nach der Samtenen Revolution 1989 besann er sich auf seine tschechischen Wurzeln und lebt heute einen Teil des Jahres still und friedlich in Bukovà, einem böhmischen Dorf.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Leseprobe aus Teil 1, Requiem aeternam: Professor Wolf kam mit raschem Schritt zur Tür herein. Wie ein Gutsbesitzer, der das Gesinde grüßt, nickte der hochgewachsene Mann den in der Pathologie versammelten Ermittlern flüchtig zu. Er trug einen makellos weißen Kittel mit goldenen Knöpfen, dazu ein goldenes Schild mit seinem Professoren- sowie den beiden Doktortiteln. Mit geübten Griffen zog er das weiße Leintuch von der Leiche und dozierte: „Der Tote wurde eindeutig in der Nacht vom 23. auf den 24. April ermordet, und zwar zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen.“ Bei diesen Worten hielt er den Zeigefinger der rechten Hand steil nach oben und blickte die Beamten an, als stehe er im Hörsaal der Universität. Baloun sah den Mediziner, einen der besten seines Fachs, mit leichtem Spott an. So sehr Baloun der Kompetenz des Professors seinen Tribut zollte, so wenig respektierte er dessen Überheblichkeit. „Es kann aber sein“, warf Baloun ein, „dass der Mörder sein Opfer bereits einen Tag oder zumindest einige Stunden vorher in seine Gewalt gebracht hat. Immerhin weist das Opfer Spuren von schwerer Folter auf.“ „Das, meine Herren“, entgegnete der Professor, „müssen Sie herausfinden. Auf jeden Fall ist das Opfer einen langen und qualvollen Tod gestorben. Doch die exakt sechzig Schrauben, die wir hier sehen“, der Professor wies auf die Spax, die sauber aufgereiht neben der Leiche lagen, „führten nicht zum Tod. Das war, wenn ich so sagen darf, eine kleine Beigabe des Mörders, nachdem der Exitus letalis bereits eingetreten war.“ Nach einem selbstgefälligen Blick in die Runde fuhr er fort. „Das Opfer wurde nach und nach erstickt. Der Körper wurde immer wieder hochgezogen und dann in das Altöl herabgelassen, wodurch ein akuter Sauerstoffmangel eintrat, wie sich an der stark aufgeblähten Ballonlunge erkennen lässt.“ Der Professor, der sich Balouns Vorbehalten gegenüber seinem Auftreten sehr wohl bewusst war, sah diesen scharf an und lächelte süffisant. „Neben dieser Lungenblähung“, fuhr er dann fort, „finden sich klassische Erstickungsblutungen an der Pleura visceralis. Außerdem lassen sich im Magen Reste von Altöl nachweisen. Dazu kommen avitale Magenschleimhautrisse. Des Weiteren ist die rechte Herzhälfte dilatiert.“ „Heute, scheint mir, höre ich an einem einzigen Tag mehr Fremdwörter als sonst im ganzen Jahr“, ließ sich Baloun vernehmen. Der Professor hielt inne, und sein Gesicht wurde rot wie das eines schreienden Säuglings. Dann besann er sich, holte tief Luft und dozierte weiter. „Darüber hinaus gibt es noch andere Erstickungsanzeichen. Doch das können Sie alles in meinem Bericht nachlesen. Für ihren geschätzten Kollegen“, der Zeigefinger des Professors wies wie der Schnabel eines Geiers auf Baloun, „wäre vielleicht mein Handbuch der forensischen Pathologie zu empfehlen. Es ist soeben in der dreiundzwanzigsten Auflage erschienen und gilt seit vielen Jahren als Standardwerk. Das meint wenigstens die Fachpresse. Auf jeden Fall wurde es in zwölf Sprachen übersetzt, und wegen einer Lizenzausgabe für China und Burkina Faso stehe ich gerade in Verhandlungen.“ „Wurde der Arme eigentlich gesotten als er noch lebte, oder als er schon tot war?“, fragte Baloun ungerührt. „Diese Ausdrucksweise, geschätzter Herr Baloun, befremdet mich ein wenig. Sie sind zwar kein Mann der Wissenschaft, aber auch als Kriminalist sollten Sie sich einer exakten Sprache befleißigen.“ Sein scharfer Blick sezierte Baloun, als habe er einen Studenten vor sich, dem er so¬eben ein ‚Durchgefallen‘ erteilte. „Gesotten, … das heißt erhitzt, wurde der Körper, als das Opfer noch lebte. Die Brandblasen sind eindeutig vital entstanden. Der Körper dürfte einer Temperatur von fünfzig bis fünfundsechzig Grad ausgesetzt worden sein, da er sich im Stadium bullosum befand.“ „Im was?“, warf Baloun ein. „Für Sie will ich das gern übersetzten: im B-l-a-s-e-n-stadium.“ Der rechte Zeigefinger des Professors fuhr energisch durch die Luft. Dann hielt er ein Foto hoch. „Bei dieser Spezies hier handelt es sich um Lucilia Caesar. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Lucilia Caesar auch als grün¬liche Schmeißfliege bekannt. Sie legt ihre Eier bevorzugt in die Nasenöffnung, die Augenwinkel und -lider sowie den Mund und andere Körperöffnungen. Da diese alle im Altöl steckten, entschied sich unsere Lucilia Caesar für die Wunden an den Beinen, die durch die Einschnürungen der Eisenkette verursacht wurden. Und was wir hier sehen“, der Professor hob ein paar weitere Fotos in die Höhe, „sind typische Gewebezerstörungen durch Madenfraß.“ Den Blick starr auf die Kachelwand hinter Baloun gerichtet, fuhr er fort. „Das Entwicklungsstadium der Ma¬den liefert zusammen mit dem Zersetzungsgrad des Gewebes den entscheidenden Anhaltspunkt für die Todeszeit.“ Der Professor machte eine Kunstpause. „Aufgrund des Mageninhalts lässt sich mit Bestimmtheit sagen, dass die letzte Mahlzeit des Toten aus einer Pizza mit Sardellen, Knoblauch und Zwiebeln bestand. Diese hat er ungefähr eine Stunde vor seinem Tod zu sich genommen. In Magen und Blut habe ich Reste von Asti Spumante gefunden, und im Blut ließen sich zudem Rückstände von Gamma-Hydroxybuttersäure, C4H8O3, nachweisen.“ „Ce-vier-Ha-acht-O-drei.“ Baloun warf die Formel zurück wie ein Echo. „Gamma-Hydroxybuttersäure“, erläuterte der Professor oberlehrerhaft, „kommt in unserem Land nur in drei Medikamenten vor. In der Anästhesie wird es in Somsanal Inject verwendet. Da die Kontrollen bei diesem Medikament äußerst streng sind, bezweifle ich, dass es sich so ohne Weiteres beschaffen lässt. In der Psychiatrie und Neurologie kommt der Wirkstoff als Somsanal und Neurosanit in Tablettenform vor. Die Abgabe erfolgt zwar nur über Rezept, aber hier halte ich einen Abusus schon eher für möglich. Zumal in einschlägigen Fachkreisen die Tabletten in hochprozentigem Alkohol gelöst als KO-Tropfen Verwendung finden. Bei einer Dosierung über 260µg pro Milliliter kann es zum Exitus Letalis kommen.“ „Das heißt“, bemerkte Svátek, „wer auch immer Jiří Schwarz die KO-Tropfen in den Sekt gemischt hat, musste sich mit der Dosierung gut auskennen.“ „Und er musste Zugang zu einem Medikament haben, dessen Abgabe streng kontrolliert wird“, ergänzte Petra Kuhnová. „So ist es“, bemerkte der Professor trocken, „aber diese Dinge können Sie gern diskutieren, wenn Sie unter sich sind.“ Zum Zeichen, dass er seine Ausführungen beendet waren, rückte er seine silbergraue Krawatte zurecht und reichte Petra Kuhnová eine Kopie seines Berichts. Petra Kuhnová fand, es sei höchste Zeit, dem Professor die gebührende Anerkennung für seinen Vortrag zu zollen. „Herzlichen Dank, Herr Pro¬fessor, für Ihre ausführlichen Erläuterungen. Wir werden Ihren Bericht sorgfältig studieren.“ „Eines allerdings ist noch bemerkenswert. Hier“, der rechte Zeigefinger des Professors wies auf eine Stelle am Unterbauch des Toten, „finden sich Spuren eines abdominalen Hämatoms, die älter sind als die anderen Verletzungen. Ich denke, sie sind zwei Wochen vor seinem Tod entstanden.“ „Vermutlich hat ihm jemand kräftig in den Bauch gedroschen“, ließ sich Baloun vernehmen. Bevor Professor Wolf antworten konnte, öffnete Petra Kuhnová ihre Dokumentenmappe und entnahm ihr den eigenen Bericht. Sehr vorsichtig, fast tastend wählte sie ihre Worte und setzte dabei ein charmantes Lächeln auf. „Hier, meine Herren, ist alles, was ich bisher habe. Und dabei gibt es ein Problem. Der Herr Professor hat den Todeszeitpunkt auf die Nacht vom 23. auf den 24. April datiert. Wir haben den Pizza-Liefer¬service ausfindig gemacht, und Giovanni, der Inhaber, konnte sich genau daran erinnern, dass Jiří Schwarz am 22. April eine Pizza bestellt hat. Der Tote war ein guter Kunde, der immer das Gleiche nahm, Pizza mit Sardellen, Knoblauch und Zwiebeln. An diesem Tag erhielt jeder Kunde eine Flasche Asti Spumante, denn Giovanni hatte Geburtstag. Danach hat er von Jiří Schwarz nichts mehr gehört, da ist er sich sicher.“ „An meiner Datierung der Todeszeit besteht absolut kein Zweifel“, sagte...

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4.0 von 5 Sternen Zum Fingernägel knabbern - 4,5 Punkte! 1. April 2012
Format:Broschiert
"'Prager Requiem"' ist ein gelungenes Krimi-Debüt von Michael Hetzner (Acabus), indem die tschechische Geschichte ab 1940 eine größere Rolle spielt als die Stadt selbst.
Nicht nur, dass es eine Fülle möglicher Täter gibt, so wird auch die Lösung bis zum Ende nicht deutlich und man tappt als Leser richtig schön im Dunkeln. Dabei beschreibt Michael Metzner die Leichen mit genau dem richtigen Maß an Ekel-Faktor, durch den man sich mit freudigem Gruseln auf die nächsten Seiten stürzt.
Das Erleben des Täters wird in kurzen Sequenzen immer wieder eingefügt, so dass man selber Ideen zu Motiven und der weiteren Handlung entwickeln kann, ohne direkt Antworten zu bekommen.
Der knappe Umfang verhindert das Abdriften in unnütze Beschreibungen, wobei der Biographie der beiden Hauptermittler schon großer Raum gegeben wird. Zur Einführung des Duos sind die Informationen zwar hilfreich, sie drücken aber teilweise arg auf die Tränendrüse. Die enormen Alkoholmengen, die immer wieder ohne nennenswerte Konsequenzen verdrückt werden, stoßen irgendwann eher ab und bringen die Geschichte nicht weiter. Dafür gibt es ein paar wirklich tolle Nebencharaktere, wie den selbstverliebten Rechtsmediziner und den Polizeipräsidenten, die immer wieder Schwung reinbringen.

Fazit: Auf knackigen 260 Seiten bietet dieser Krimi das volle Programm - brutale Morde, eine Reihe potentieller Täter und eine (von ein paar Kleinigkeiten abgesehen) glaubwürdige Handlung. Da dürfen ruhig noch Fälle folgen!
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5.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost 1. Februar 2013
Format:Broschiert
Dieser Krimi ist keine leichte Kost! Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer, nicht nur wegen der ungewohnt slawischen Ausdrücke bzw. Namen im Text, sondern auch wegen der vielen politischen Hintergründe, mit denen der Leser konfrontiert wird. Diese sind jedoch für die Entwicklung der Geschichte wichtig. Der ermittelnde Major Svátek ist kein gewöhnlicher Kommissar, mit dem man gleich Sympathie empfindet. Aber die Protagonisten wie auch die Nebenfiguren sind aus dem Leben gegriffen und man spürt, dass der Autor seine Wurzeln in diesem Land und solide recherchiert hat. Die Morde, die jedesmal mit Ausschnitten aus Mozarts Requiem begleitet werden, erscheinen zunächst völlig unzusammenhängend, ebenso wie die Motive. Das Puzzlespiel der Ermittlungen ist mühsam, der Alkoholkonsum der Protagonisten in meinen Augen bedenklich, aber gegen Ende fiebert man mehr und mehr der Auflösung entgegen. Die Abgründe deutscher Geschichte tun sich dort ebenso auf, wie grausame Familientragödien. Das Buch und der Erzählstil hat mich zeitweise sehr an die "Die purpurnen Flüsse" erinnert. Das Ende bot sogar noch eine Überraschung. Sehr schön auch das Glossar am Ende des Buches.
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