Lolita Pilles Debutroman ist, alles in allem, durchaus gelungen. Das wohl beeindruckenste und auch wichtigste an diesem Buch ist weniger das Was, sondern das Wie der Erzählung. Kalt bis zum Letzten, distanziert und brutal schildert die Ich-Erzählerin ihr Leben und Leiden in einer von Dekadenz und perfektionierter Langeweile bestimmten Gesellschaft. Obwohl die geschilderten Ereignis durchaus tragisch sind, kommt nicht das Gefühl von Mitleid beim Leser auf. Trotzdem sind einem die Personen nicht gleichgültig, gewisse Identifikationsmomente entstehen. Aus der Distanz der Erzählerin zum Erzählten resultiert jedoch auch eine Distanz des Lesers, die darin mündet, dass die entsetzliche Leere des geschilderten Lebens aufs Genaueste nachempfunden wird.
Obwohl die deutsche Überdetzung gut und gelungen ist, ist doch am Verlag insoweit Kritik zu üben, als es Titel und Titelbild betrifft. Diese nähren die Vermutung, es könnte sich um eine Teenie-Klamotte à la "Clueless" handeln. Wer das erwartet, wird enttäuscht und verärgert sein. Der Pieper-Verlag hätte sich die französische Originalausgabe (dort heißt das Buch schlicht und sinnig "Hell", wie die Protagonistin) zum Vorbild nehmen können. Fazit:
Kein Meisterwerk, aber ein gutes Stück Literatur.