Als ich das Buch entdeckte, erhoffte ich mir ein temporeiches und aufregendes Buch (zumal ich schon "Meet me at the cupcake cafe" von der Autorin gelesen hatte, und dieses sehr gut fand). Ich muss allerdings gestehen, dass ich beim Lesen ziemlich enttäuscht wurde. Ich musste mich regelrecht durch die knapp 350 Seiten quälen. Ich war insbesondere am Anfang mehrfach kurz davor das Buch zur Seite zu legen, da die ganze Geschichte mir total konfus und nicht durchdacht genug rüberkam.
Sophie, der Hauptperson des Romans, kam mir zu oberflächlich daher und ihr Wandel zu einem "normalen" Menschen war in meinen Augen ziemlich unglaubwürdig. Sophie, die die letzten Jahre quasi nur als IT-Girl und reiches Töchterchen verbracht hat, bekommt nach dem Tod ihres Vaters mitgeteilt, dass er verfügt hat, dass sie sechs Monate lang auf eigenen Beinen stehen muss und in dieser Zeit auch keinerlei finanzielle Unterstützung erhält. Sie ist daraufhin am Boden zerstört, ist sich aber auch im Klaren, dass sie die sechs Monate durchstehen muss. Sie sucht sich also ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit 3 bzw. 4 anderen Männern: Eck, James, Cal und Wolverine (bei dem ich mir nie so richtig sicher war, ob es sich wirklich um einen Menschen oder ein Tier handelt?!) für dass sie 600 Pfund pro Monat zahlen muss (ziemlich überteuert, wenn man bedenkt in welchem Umfeld die Wohnung laut den Beschreibungen der Autorin liegt).
Da Sophie sich nicht einmal die Kaution leisten kann, bieten die Jungs an diese zu übernehmen, wenn sie im Gegenzug diese durchs Putzen der (total verdreckten) Wohnung abarbeitet. Obwohl Sophie sich zunächst ziemlich ekelt, greift sie zum Putzlappen und Scheuermittel und schrubbt die Bude auf Hochglanz (in meinen Augen etwas zu bereitwillig und zu ordentlich, wenn man bedenkt, dass sie noch nie einen Putzlappen in der Hand hatte).
Außerdem muss Sophie sich einen Job suchen, da sie ihren bestehenden Assistentinnenjob (bzw. Job als Praktikantin) beim berühmten Modefotografen Julius Mandinski verliert, als sie nach dem Tod ihres Vaters einige Zeit nicht "arbeitet". Also klappert sie alle möglichen Fotografen der Stadt ab, bekommt jedoch nur Absagen. Letztendlich versucht sie ihr Glück bei einem "Garagen"-Fotografen, der Aufnahmen für Kataloge und Zeitungen macht. Dieser entpuppt sich dann auch noch als Julius Mandinski, der ihr mitteilt, dass die Modefotografie nicht genug Geld abwirft und das "Garagen-Studio" sein eigentlicher Broterwerb sei. Klar Zufälle kann es geben, aber dies wirkt auf mich doch total unglaubwürdig.
Insgesamt häufen sich mehrere solche "Zufälle" aneinander, die mir teilweise den Spaß an der Geschichte genommen haben. Colgan hätte aus der Geschichte und dem Thema "Reiches Mädchen muss sich in der wahren Welt zurechtfinden" mehr machen können. Leider verliert sie sich zu sehr in Oberflächlichkeit, so dass ich mich nicht richtig in die Handlung reindenken konnte.
Außerdem geschieht der Wandel von Sophie in meinen Augen auch teilweise ein wenig zu schnell. Sie gewöhnt sich sehr schnell an ihr neues Leben und findet sich damit sogar relativ gut ab. Lediglich die innere Einstellung offenbart, dass sie zwischendurch immer wieder am Hadern ist.
Insgesamt kann ich sagen, dass man nichts verpasst hat, wenn man dieses Buch nicht gelesen hat. Es gibt durchaus bessere Bücher mit ähnlicher Handlung, z.B. "Die Vintage-Prinzessin" von Nicole Richie.
Daher bekommt das Buch von mir auch nur 3 Punkte mit Tendenz zu 2 Punkten.