Wenn man wie ich dem paranormalen Fieber verfallen ist und sich mit Büchern über Vampire, Werwölfe und ähnlich gruselige Genossen eindeckt, erkundet man früher oder später auch die Randgebiete dieses Genres und stösst auf Christopher Moore.
So habe ich mich völlig unbefangen und ohne recht zu wissen, worauf ich mich einlasse an "Practical Demonkeeping" gesetzt.
Hier geht es um Catch, einen menschenverschlingenden Dämon und seinen Meister Travis, die seit Jahren gemeinsam durch die Lande reisen. Während Catch die Bevölkerung dezimiert, sucht Travis nach dem Geheimnis, wie er die Geister ... bzw. den Dämon, den er rief, wieder los wird. So kommen die beiden nach Pine Cove, einem verschlafenen Nest an der kalifornischen Küste, wo Travis endlich eine Spur findet. Doch es könnte zu spät sein, denn Catch gerät ausser Kontrolle und will sich einen neuen Meister suchen.
Ich habe lange gebraucht, um in dieses Buch überhaupt hineinzufinden. Dabei ist dies eigentlich kein schlechtes Buch und hat durchaus seine Höhepunkte. Doch leider wechselt der Autor nach jedem sehr kurzen Kapitel die Erzählperspektive zwischen zu vielen Personen, so dass man zu keiner eine richtige Bindung aufbaut. Es ist überhaupt keine der Personen des Buches so richtig sympathisch, alle weisen deutliche Charakterschwächen auf und es ist keine so richtig darauf ausgelegt, sich mit ihr (oder ihm) identifizieren könnte. So bleibt man stets ein ferner Beobachter der Geschichte und es gelang mir bis zuletzt nicht richtig in sie "hineinzusinken".
Dafür muss man Moore jedoch zugute halten, dass er über Witz und Originalität verfügt und diese zudem in angenehmer Sprache zu Papier zu bringen weiss. Was ja schon einiges Wert ist. Insgesamt fühlt sich die Geschichte zwar zu "verzettelt" an, ist nun aber auch nicht komplett in den Sand gesetzt.