Das Buch ist also wirklich als Prüfungstrainer anzusehen und nicht als Nachschlagewerk für historische Daten oder Begriffserklärungen. Das heißt hier wird beigebracht, wie man Quellen analysiert und interpretiert, wobei "beigebracht" ein falsches Bild vermitteln könnte, denn die Vorgehensweise ist wie folgt:
Nach einer kurzen Einleitung darüber wie Quellen im Allgemeinen behandelt werden sind Originalprüfungen aufgeführt. Zu den Prüfungen gibt es auch die Lösungen, die überwiegend in Form von Stichpunkten mehr eine Vergleichsmöglichkeit denn eine konkrete "Musterlösung als Beispiel zum durchlesen" bieten. Das Konzept des Buches ist also "learning by doing", man soll die Prüfungen absolvieren und mit den aufgeführten Lösungspunkten selber vergleichen. Diese Methode bietet also eine gewisse Interaktivität (man kann/soll auch in das Buch reinschreiben, Tabellen und Kästchen bieten 'etwas' Platz für Notizen), was eigentlich gut ist, da das einfache Lesen von fertigen Texten langweilig wäre, doch die Methode wird bei allen Prüfungen eingehalten, etwas Variation wäre hier erwünscht gewesen. Zudem ist hier anzumerken, dass 'aktuelle Originalprüfungen mit sichpunktartigen Lösungen' auch einfach über das Internet zu beziehen sind (sogar offiziell vom Schulministerium), aber bei dem Buch merkt man, dass schon etwas mehr Mühe in den Lösungen steckt.
Die beigefügte CD ist sinnlos. Sie enthält im Grunde 30 PDF Dateien. Die kann man zwar auch manuell öffnen, es wird aber eine schöne Oberfläche geboten mit Links zu den Dateien. 16 der Dateien sind so genannte "Steckbriefe" der Bundesländer, die die Abiturvorgaben der einzelnen Bundesländer kurz und knapp aufzeigen (nichts neues). Die übrigen 14 Dateien sind (und das verstehe mal einer) 7 weitere Klausuren mit Lösungen. Nicht etwa ein zusätzlicher Bonus, nein, im Buch fehlen an scheinbar willkürlichen Stellen Kapitel-Nummern, die eben auf der CD zu finden sind (das Inhaltsverzeichnis weist an diesen Stellen auf die CD hin). Optisch sind die Dateien exakt den Seiten im Buch "nachempfunden"; bzw. auch auf die Gefahr hin, dass es eine bodenlose Spekulation sein könnte: ein paar Prüfungen, die womöglich sogar eigentlich im Buch zu finden waren, wurden auf CD gebracht, um einen Anreiz zum Kauf zu bieten. In Anbetracht der Tatsache, dass man für exakt die gleiche Sache zwischen zwei Medien wechseln soll, ist die CD mehr schlecht als recht.
Das Buch heißt "Geschichte - ABI Prüfungstrainer; Über 20 Originalprüfungen mit Schritt-für-Schritt-Lösungen".
Genau das ist es auch und viel mehr auch nicht. Beispiele, mit denen man lernt! Und weil es genau das bietet, was es verspricht (und zwar öde, aber gut), ist dem wohl nichts vorzuwerfen.
Es ist kein Buch, das man vor einer Geschichtsklausur mal eben durchliest. Es ist eher so gedacht, dass man damit über längere Zeit seine Fähigkeiten im Klausurschreiben trainiert, und zwar anhand von Beispielen. Man bezahlt hier für nichts Neues, sondern für etwas Herkömmliches, was qualitativ gut ist.