Robert Altman, trotz großer Erfolge von Hollywood gerne ignoriert, weil er seinem eigenen Stil folgte, zeigt auch bei Pret-a-Porter sein großes Talent: Ensemblefilme mit zum Teil nur losem Handlungsfaden, dafür einem Gespür für Situationen zwischen Komödie und Tragodie.
Pret-a-Porter ist ein Film wie die Mode selbst: glamourös, schrill, und ein wenig oberflächlich, sozusagen ein früher "Teufel trägt Prada". Leider wurde dem Film in vielen schlechten Kritiken vorgehalten, er sei zu seicht.
Die Festellung stimmt. Der Film will die Mythen der Modebranche nicht zerstören, die Scheinwelt von Schönheit und Oberfläche wird kaum gebrochen. Trotzdem findet man genügend bissige Seitenhiebe auf hysterische Designer, zickige Models und geifernde Redakteurinnen.
Dazwischen gibt es wunderbar aufgelegte Schauspieler in ungewöhnlichen Rollen (Julia Roberts als Karrierefrau mit Alkoholproblem, Kim Basinger als Dummchen), Situationskomik und mehr Cameo-Auftritte als jemals zuvor. Was die Kritiker vielleicht übersehen haben: Unter den rasanten Schnitten und dem Glamour zeigt Altman diesselbe Menschlichkeit, den scharfen Blick auf die Probleme seiner Figuren, und die leichtfüssige und unglaublich elegante Regie, die niemals den Blick für das ganze verliert.
Man sollte Pret-a-Porter als das sehen, was er ist: ein luftiges Souffle - nicht sehr gehaltvoll, aber für einen Moment lang der größte Genuß.