Einige gute Ideen, aber die prinzipielle Power Point Kritik schießt über das Ziel hinaus. Das Flippchart und dicke Stifte werden als allein seelig machendes Medium vorgestellt. Zurück in die Ära, wo PC und Beamer unbekannt waren. Die vorgeschlagenen Techniken haben einige Schwächen:
- für wissenschaftliche Vorträge vor Fachpublikum (Kongresse etc) sind sie ungeeignet. Die Zuhörer erwarten mehr als nur "Show" sondern wollen fundierte Daten sehen. Da kann man nicht ein paar Zahlen auf's Flippchart schreiben und den Rest mündlich liefern. Das wirkt unseriös.
- Für "Blendervorträge", bei denen es im wesentlichen um's vordergründige Beeindrucken geht, taugen die Techniken eben nur so lange etwas, wie nicht ALLE danach verfahren. Wenn es Usus wird, dass jeder nur noch auf dem Flippchart bedächtig langsam Balkendiagramme oder 3D Kuchenstücke aufzeichnet, um die Spannung der Zuhörer zu steigern, wird diese Masche eben als Modetrend wieder verschwinden und eine gut gemachte Power Point Presentation mit substantiellem Inhalt wirkt dann auf einmal nicht mehr langweilig sondern wieder erfrischend.
- Der David Copperfield Vergleich wird oft gebracht. Mag ja sein. Aber beim Verlassen einer David Copperfield Show fühlt sich der Zuschauer vielleicht gut unterhalten, er weiß aber auch, dass er vom Präsentator geleimt worden ist. Wer dieses Gefühl auch nach seinen Vorträgen beim Zuhörer hinterlassen will, der kann hier sicherlich fündig werden
- Uneingeschränkte Zustimmung, dass die Persönlichkeit des Redners wichtig ist und nicht untergehen darf. Aber nur weil vielleicht Cicero und Martin Luther King ohne Power Point beeindruckten, kann man daraus kein Naturgesetz ableiten. Die Kunst liegt doch eher darin, für's jeweilige Publikum die richtigen Worte in der richtigen Präsentation zu finden. Und hier haben wohl Flippchart und Power Point ihre Existenzberechtigung.
Fazit: Einige erfrischende Ideen, auch zum Entschlacken von Power Point Folien, aber daraus den zukünftigen "Goldstandard" für Präsentationen zu machen ist nur cleveres Marketing.