Der Streit über die Auswirkungen der Präimplantationsdiagnostik (PID) bei durch In-vitro-Fertilisation erzeugten Embryonen, ist ebenso alt wie das Verfahren selbst.
Das Buch ist unterteilt in 3 große Abschnitte:
I.Medizinisch-naturwissenschaftliche Aspekte der Präimplantationsdiagnostik
Hier wird auf die humangenetischen Grundlagen eingegangen, wie etwa das menschliche Genom, die Erbgänge und Erbmutationen. Es vermittelt damit die essentiellen Grundlagen, die für ein weiteres Verständnis der PID erforderlich sind, gerade in Anbetracht dessen, dass man kein Humangenetiker oder Reproduktionsfacharzt ist :)
II.Rechtliche Aspekte der Präimplantationsdiagnostik
Dies ist der - jedenfalls für die Rechtswissenschaft, interessante Teil des Buches. Es wird detailiert dargestellt, wie die PID gegen das EschG verstößt. Weiterhin erfolgt eine detaillierte Darstellung des Streitstandes, ob ein Embryo zum Zeitpunkt der PID überhaupt ein Recht auf Menschenwürde Art. 1 I GG, sowie ein Recht auf Leben Art. 2 II 1 GG besitzt.
III.Ethische Aspekte der Präimplantationsdiagnostik
Der letzte Teil beschäftigt sich mit der ethischen Frage der PID. Die Auseinandersetzung der Pros und Cons erfolgt sachlich und konsequent und stellt die ethischen Grundsätze einer Gesellschaft dar, die auf Fragen der Euthanasie und des sozialadäquaten Frühablebens sehr zurückhaltend reagiert.
Es bleibt festzuhalten, dass das Buch nicht den Anspruch erhebt, eine Lösung im fortdauernden Streit zu finden - es aber ein entscheidender Indikator für den Prozess der Meinungsfindung darstellen kann, gerade in Anbetracht der sachlichen Auseinandersetzung.
Für mich ein ganz tolles Fachbuch zum Einarbeiten in die komplexe Thematik der PID