Aufgrund der einhellig postiven Bewertungen (ausschließlich Bestnoten) entschloß ich mich zum Kauf des Buches. Leider kann das Werk meine Erwartungen nicht ansatzweise erfüllen.
Dies liegt weit überwiegend an den beschriebenen Trainingsübungen. Je Muskelpartie werden lediglich sehr wenige Übungen dargestellt, die beschrieben und bebildert sind. Die Erläuterungen sind dabei derart knapp geraten, dass es dem Unerfahrenen schwer fallen dürfte, die Übungen korrekt auszuführen. Die Abbildungen sind hierbei ebenfalls auf zu wenige reduziert, als dass diese zum besseren verständnis und korrekten Umsetzung beitragen könnten. Überdies sind sie extrem klein dimensioniert.
Negativ ins Gewicht fällt auch, dass der Autor die Muskelgruppen nicht vorab in einer Einleitung vorstellt, sondern direkt mit der jeweiligen Übung beginnt. Anatomische Schaubilder fehlen, so dass sich dem geneigten Leser nicht zu erschließen vermag, welche Muskelgruppe bzw. welche Partie er mit welcher Übung traniert. Darüber hinaus sind Ausführungen, was mit mit welcher Übung exakt traniert wird, viel zu knapp ausgefallen.
Offensichtlich setzt der Autor eine Vorbildung voraus, denn weit überwiegend sind Übungen lediglich als sog. "Variante" vermerkt, ohne genaue Beschreibung ihrer Ausführung, ihrer Zielsetzung oder Bebilderung. Hierzu zählen unverständlicherweise auch Basisübungen.
Die durchaus naheligende Schlussfolgerung, das Buch richte sich an Fortgeschrittene, erweist sich als falsch. Hierfür sind viel zu wenig Übungen und Traningsmethoden aufgeführt.
Auch wird der so häufig vorzufindende Begriff der "Variante" durchaus missverständlich verwendet. Breitenstein verwendet diese Formulierung nahezu durchgängig für andere Übungen. Eine Variante sollte in diesem Zusammenhang jedoch eine bestimmte Übung mit etwas anderer Technik sein, beispielsweise Freihanteln statt Maschine, Kabelzüge über Kreuz im stehen oder knieend, Kurzhantelcurls im stehen oder sitzend, etc. Eine Übung, welche dieselbe Partie innerhalb einer Muskelgruppe trainiert, sollte als Alternative bezeichnet werden und eine Übung, die statt der vorderen Schultern die hinteren trainiert ist schlichtweg eine andere Übung. Durch diese fehlende Unterscheidung besteht i.V.m. den kanppen Ausführungen zu den Übungen bzw. ihren sogenannten Varianten die Gefahr des einseitigen Trainings.
Die getrennte Darstellung von Masseaufbau- und Definitionsübungen überzeugt nicht; hierdurch leidet nciht nur die Übersichtlichkeit des Buches, sie bleibt auch in der Sache etwas unklar.
Die wichtigsten Trainingsmethoden sind dargestellt, jedoch auch an dieser Stelle relativ kurz gehalten. Stattdessen wird mit Schaubildern gearbeitet, anstatt konkrete Beispiele zu benennen.
Auffallend ist, dass Training an Maschinen - in jedem Studio heute sehr verbreitet - so gut wie keine Erwähnung findet und diesbezügliche Übungen fehlen. Dies ist unverständlich, da Zielgruppe des Buches nur der Anfänger oder aufsteigende ambitionierte Freizeitsportler sein kann. Auch wären einige Tipps zur Studiowahl sicher nicht gänzlich verfehlt gewesen.
Das Kapitel über Ernährung ist recht gelungen, wenngleich es hinter den wohl selbst gesteckten Erwartungen zurückbleibt. Der Abdruck einzelner Nährwerttabellen scheint mir in diesem Zusammenhang wenig hilfreich, genauso wie die Verwendung von Fachtermini und die schlichte Nennung von "Glyx" Werten.
Die Notwendigkeit aeroben Ausdauertrainings wird erwähnt und in dem gebotenen Umfang dargestellt, wenngleich die Empfehlung, morgens (auf nüchternen Magen) zu Laufen, medizinisch durchaus skeptisch zu betrachten ist.
Das Kapitel über Doping geht in Ordnung, wird skeptisch bzw. ablehend dargestellt, wenngleich die Darstellung wohl etwas mehr hermachen soll als es der Inhalt tatsächlich tut.
Fazit: Insgesamt kann ich das Buch nicht empfehlen. Es bietet weder für den Anfänger, noch für den Fortgeschrittenen oder Fortschreitenden ein auch nur ausreichendes Maß an verschiedenen Übungen, Traningstechniken und -methoden. Die dargestellten Übungen sind zu knapp erläutert und zu klein bebildert. Hintergrundinformationen fehlen. Insgesamt lässt kein nennenswerter Informationsgewinn feststellen.