Der erste Teil des Finales ist die behutsame Hinführung auf den großen Showdown.
Gerade diejenigen, die die Bücher gelesen haben, sollte diese Filmumsetzung am wenigsten enttäuschen bzw. am meisten begeistern, denn, und das war schließlich auch der Sinn der Zweiteilung, nimmt sich dieser Teil die Zeit, die Emotionen der drei Hauptfiguren Harry, Ron und Hermine ausgiebig und auf intensive Art und Weise darzustellen.
Die drei sehen sich zu Beginn des siebten Buches einer vollkommen neuen, ungewohnten und bedrohlichen Situation gegenüber. Voldemort greift nun endgültig nach der Macht, nachdem nun auch Dumbledore nicht mehr da ist, um Harry zu beschützen. So ist dieser nun auf sich allein gestellt, die restlichen Horkruxe zu finden und zu zerstören. Eine Rückkehr nach Hogwarts, das wie eine Festung Schutz gewährleistete, kommt also nicht mehr infrage und so reisen die drei Freunde auf ihrer Suche quer durchs ganze Land. Die Suche gestaltet sich sehr schwierig und so kommen immer wieder Zweifel an dem auf, was sie tun. Ob der Weg, den sie einschlagen auch der richtige ist. Ob Harry überhaupt einen vernünftigen Plan hat. Ob die Opfer, die sie gebracht haben (insbesondere das Zurücklassen der Familien), das Ganze überhaupt wert waren. Und genau darum geht es im ersten Teil; um die innere Zerrissenheit, die Angst und die Ungewissheit, mit der Harry, Ron und Hermine zu kämpfen haben.
Aufgrund dessen lebt dieser Film natürlich nicht von Tempo und Action, vielmehr werden die drei auf bedächtige und ruhige Art auf ihrem Weg begleitet, auf dem sie lernen müssen, mit dieser seltsam bedrohlichen Situation umzugehen, wobei auch ihre Freundschaft auf die Probe gestellt wird, die aber letztlich durch all die Umstände noch gestärkt wird.
Wer also nicht bereit ist, sich mit den Gefühlen der Protagonisten näher zu beschäftigen, sich in sie hineinzuversetzen und zu versuchen zu verstehen, warum diese einsame Reise ihnen so schwer fällt, fernab ihrer Mitschüler und Familien, ohne zu wissen, wo es eigentlich hingeht, dem wird der Film in der Tat langweilig erscheinen.
Die Umsetzung ist wirklich gut gelungen, die schauspielerischen Leistungen werden von Film zu Film besser, die Atmosphäre entspricht der des Buches und die Story wird so erzählt, dass jeder dieser folgen können sollte, zumal auch die Herausforderung, wie man die Geschichte der drei Brüder, die die Heiligtümer des Todes erhielten, erzählt, grandios gemeistert wurde.
David Yates, der erneut Regie führte, hat es durch einen wahren Cliffhanger am Ende des Films geschafft, einem die Wartezeit auf den letzten Film noch unerträglicher erscheinen zu lassen, als sie es ohnehin schon ist.
Fazit:
Dieser Film wird keinen Harry Potter-Fan enttäuschen!