Nein, das ist wirklich kein "normales" Kunstbuch, was Joachim Luetke da auf den Leser loslässt - und damit meine ich nicht nur das LP-Format. "Posthuman" ist auch kein Bilderbuch, 'mal eben so zum Durchblättern - dazu trifft es zu sehr einen bestimmten Nerv. Dieser Nerv heisst Vergänglichkeit, Tod, Angst. Ungeschönt, brutal, direkt. Plötzlich sieht man den absurdesten Ausgeburten der Hölle und Luetkes Phantasie ins Auge und muss erkennen, dass sie schrecklich schön sind. Genauso, wie die Manson-Puppen. Sie sind keinem Genlabor entsprungen - sie entstanden im Atelier und am Computer. Doch sie leben in unseren Hirnwindungen und wirken deshalb auch so vertraut: Es ist schon lange her, dass mir meine eigenen Ängste so unvermittelt ins Gesicht sprangen. Keine leichte Kost also. Aber endlich einmal ein Kunstbuch, das mehr hervorbringt, als gepflegte Langeweile.