Ich habe mir das Buch von Ringo mit großen Erwartungen gekauft und muss sagen ich war etwas enttäuscht über das unausgewogene Verhältnis der Kartenverteilung. Von John Lennon finden sich 24 Postkarten, die meisten davon als er bereits mit Yoko Ono verheiratet war. Paul McCartney bringt es auf 19 Postkarten, wobei die Hälfte aus gemalten Botschaften besteht, die Ringo nicht einmal kommentiert. Von George Harrison finden sich nur 8 Postkarten im gesamten Buch und es sind (leider) auch die Einzigen mit sinnvollen Texten. Bei einigen Karten kann sich Ringo nicht mehr erinnern was ihr Inhalt eigentlich bedeutet und das finde ich schon sehr schade, da man als Außenstehender manchmal den Sinn der Karte nicht erfassen kann.
Wer denkt Ringo würde sich zu jeder einzelnen Karte äußern, wird eines Besseren belehrt. Er erwähnt kurz wer sie geschrieben hat, wenn man nicht selbst durch das Kürzel darauf gekommen ist und beschreibt wo er zu diesem Zeitpunkt gewohnt hat. Man merkt förmlich wie ihm einige Erinnerungen zu bestimmten Ereignissen gekommen sind, die nicht unmittelbar in Verbindung zur besagten Postkarte stehen.
Als Beatles-Fan gebe ich dem Buch vier Sterne. Ringo hätte mehr auf die Verfasser der Karten eingehen können. Dennoch ist es sehr interessant zu erfahren was er und John in der Freizeit so alles getrieben haben, bzw. wie sehr ihm die Postkarten der anderen in einigen Lebenssituationen geholfen haben.
Wer immer schonmal wissen wollte wie künstlerisch Paul veranlagt ist, was für einen eigenartigen Kartengeschmack George besessen hat, wie schwer es ist John's Handschrift zu lesen oder wie oft Ringo umgezogen ist, der sollte sich dieses Buch besorgen.