Der niederländische Pianist und Komponist Wolfert Brederode hat mit "Post Scriptum" ein erstaunliches Album vorgelegt, das mit wunderschönen kammermusikalischen Jazz-Miniaturen (keine länger als 7 Minuten) verzaubert. Zusammen mit Mats Eilertsen (Bass), Samuel Rohrer (drums) und Claudio Puntin (Klarinette) schafft er atmosphärisch dichte Stimmungen mit fließenden Melodien, die gleichzeitig zum Zuhören und zum Träumen einladen. Dabei wird es nie banal oder seicht, immer wieder überraschen neue musikalische Ideen und Fortführungen den Hörer. Das Zusammenspiel der vier Musiker überzeugt, das Ganze ist auch hier wieder mal mehr als die Summe aller Teile. Die Eigenkompositionen von Brederode entwickeln eine eigene Magie und lassen im Kopf des Hörers Platz für eigene Bilder und Filme, unterstützt durch Stücketitel wie "Meander", "Silver Cloud" oder "Augenblick in der Garderobe des Sommers"(!). 2007 gab's die erste CD in dieser Besetzung ("Currents"), "Post Scriptum" wird hoffentlich noch lange nicht die letzte sein.