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Post Privacy: Prima leben ohne Privatsphäre [Broschiert]

Christian Heller
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

26. Oktober 2011
Google StreetView, Facebook & Co - Privatsphäre als persönlicher Raum, der sich sicher weiß vor fremden Blicken, ist praktisch tot. Schuld ist das Internet. Datenschutz ist bestenfalls Hinauszögern des Unausweichlichen, schlimmstenfalls ein Kampf gegen Windmühlen. Wichtiger ist die Frage, wie wir unser Leben ohne die Sicherheiten der Privatsphäre lebenswert machen können. Es gab früher Zeiten ohne Privatsphäre, und es wird wieder Zeiten ohne Privatsphäre geben. Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass sie ohnehin nicht der lupenreine Wohltäter ist, den Datenschützer gern aus ihr machen. Ihre Auflösung bringt nicht nur Aufgaben, denen wir uns stellen, sondern Chancen, die wir ergreifen sollten. Hierbei will dieses Buch helfen: durch Aufzeigen neuer Lebensführungsstrategien und alter und neuer Vorbilder hierfür.

Wird oft zusammen gekauft

Post Privacy: Prima leben ohne Privatsphäre + Das Ende der Privatsphäre: Der Weg in die Überwachungsgesellschaft + Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte
Preis für alle drei: EUR 29,80

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Produktinformation

  • Broschiert: 173 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (26. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406622232
  • ISBN-13: 978-3406622236
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 67.489 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Christian Heller ist Blogger und Filmkritiker. Er befasst sich mit Internet-Kultur und Medienkunst und betreibt die Website www.plomlompom.de.


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Von M. Hoevermann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Christian Heller zeigt mit seinem Essay, dass das Private, die Privatsphäre, die heute so vehement von Datenschützern verteidigt wird, nicht etwa immer schon als menschliches Grundbedürfnis vorhanden war, sondern einen historischen Bedeutungswandel durchgemacht hat. Das eigentliche Ziel dahinter ist Selbstschutz. Das Wissen - und die damit einhergehende Macht von Staat und Gesellschaft ' über den einzelnen Menschen soll möglichst begrenzt werden.

In einem knappen kulturgeschichtlichen Exkurs zeigt Heller die Entstehung und Entwicklung der Privatsphäre von der Antike bis in die Gegenwart auf. Ursprünglich ist das Verb "privare" negativ konnotiert, denn es heißt so viel wie "berauben" und ist durchaus kritisch zu sehen. Schließlich bringt es nicht nur die begehrten Rückzugsmöglichkeiten. Es stärkt patriarchale Strukturen, verschleiert häusliche Gewalt, verhindert Zusammenschlüsse und öffentliche Sichtbarkeit.

'Post-Privacy' schildert, analysiert und vertritt die These: 'Die Privatsphäre ist ein Auslaufmodell' (S. 7), denn wir leben im digitalen Zeitalter. Der Kampf ist bereits verloren; man kann das Private nicht vom Öffentlichen trennen. Soziale Netzwerke wie Facebook, Google+, Twitter, Blogs und Internetforen gehören längst zum alltäglichen Leben und sind daraus auch nicht mehr wegzudenken. Man kauft online ein, steigert bei Auktionen mit, nutzt das komfortable Homebanking und eilt mit Handy oder Smartphone durch die Stadt. Wer partizipieren und das Internet nutzen will, muss sichtbar werden. Dass wir mit unserem Handeln auch in der virtuellen Welt Spuren hinterlassen, ist kein Geheimnis. Das, was wir tun, ansehen, preisgeben, veröffentlichen, wird letztendlich gesammelt, verwertet, interpretiert und genutzt. Verhindern können wir das sowieso nicht. Aber wir können lernen, damit verantwortungsbewusst und informiert umzugehen. Endlich auch einmal die Chancen sehen statt nur über das zu jammern, was ohnehin längst verloren ist.

Schnell wird beim vehementen Verteidigen der Privatsphäre auch vergessen, dass der öffentliche Raum, die Teilhabe am Geschehen außerhalb der eigenen vier Wände, ebenso verteidigens- und bewahrenswert ist. Wie lässt sich einerseits die Freiheit des Individuums wahren, soziale Netzwerke und die vielfältigen Möglichkeiten zu Austausch und Information nutzen, ohne die Meinungsfreiheit einzuschränken? Datenschutz bedeutet auch Kontrolle von oben, und da sind die Grenzen zwischen Schutz und Bevormundung fließend. Der Datenschutz, der so vehement eingefordert wird, wird kritisch hinterfragt. Ergebnis: Er ist im Wesentlichen ein Instrument in der Hand der Mächtigen, die damit vor allem eine Gruppe schützen: sich selbst. Die bestehenden Machtverhältnisse werden letztendlich gefestigt. Das, was sie vorgeblich verhindern wollen, nämlich eine gläserne Gesellschaft zu werden, überwach- und kontrollierbar wie in George Orwells Dystopie "1984" kommt letztendlich durch genau diese vermeintlichen Gegenmaßnahmen zustande.

Grundstein für dieses lesenswerte Buch legte unter anderem das Seminar "Intimität und der Wert des Privaten" von Mirjam Schaub, das im Wintersemester 2005/06 an der FU Berlin stattfand. Den wissenschaftlichen Hintergrund merkt man an der fundierten Herangehensweise und an dem umfangreichen Quellenverzeichnis. Darum eignet sich das Buch besonders für Einsteiger in die gesamte Materie. Zum einen ist es überaus verständlich verfasst, gut strukturiert und sensibilisiert für das gesamte Thema. Zum anderen wird man dank der zahlreichen Beispiele, der anschaulichen Darstellung und Nachvollziehbarkeit fundiert informiert. Heller gibt viele Gedankenanstöße, hebt teilweise philosophisch ab und entwirft selbst eine Utopie der totalen Transparenz.

Dabei schreibt er angenehm sachlich und unpolemisch. Positive Aspekte des Lebens in der Post-Privacy rücken hier in den Vordergrund. Denn bei aller Skepsis und Kritik werden diese im Allgemeinen gern vergessen. Die virtuelle Offenheit vereinfacht das Leben, bringt Gleichgesinnte in Kontakt, bietet denen Gesprächs- und Partizipationsmöglichkeiten, die sonst isoliert wären. Solidarität, Offenheit und mehr Toleranz sind durchaus mögliche Folgen. Das Internet ist letztendlich ein demokratisches Medium.

Das Buch ist spannend zu lesen, macht nachdenklich und es macht auch Mut, selbst transparenter und öffentlicher zu werden und Facebook & Co. nicht nur als Gefahr, sondern auch als Chance zu betrachten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Unser gegenwärtiger Begriff der "Privatheit" wird historisch relativiert. Es wird gezeigt, daß der sogenannte Datenschutz eine Entmündigung und Überwachung des Bürgers darstellen kann.
Also eine erfreulich unkonventionelle Stellungnahme zur deutschen Angst und Datenschutz-Hysterie!
Was fehlt, ist der wirtschaftliche Aspekt: Datenschutz ist auch ein Geschäft, von dem die wohlbestallten Datenschützer leben. Und dieses Geschäft ist genial, denn es schafft sich die Nachfrage selber, durch Aufstellen von Normen. Und welches Thema hätte mancher Personalrat im Öffentlichen Dienst, gäbe es den Datenschutz nicht?
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Christian Heller leistet mit diesem Buch einen klugen, aber selbst für "Einsteiger" in dieses Thema, sehr gut lesbaren Beitrag zur aktuellen Debatte um das Spannungsverhältnis zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, zwischen dem Anspruch des institutionellen Datenschutz und seiner heutigen Praxis - insbesondere mit Blick auf soziale Netzwerke und dem Internet.

Der Autor entlarvt dabei manche Forderungen von "Datenschützern" als Ausdruck einer Ideologie, die in der Konsequenz das zerstören könnte, was sie vorgeblich bewahren will: die "informationelle Selbstbestimmung", die eben auch die Freiheit des Individuums und einer Gesellschaft zur sozialen Kommunikation und öffentlichen Interaktion im Internet mit einschließt und eben nicht nur das Recht auf "Privatheit". Denn: Rufe nach dem "Datenbrief", einem "digitalen Radiergummi" oder Ähnlichem würden genau die Kontrollinfrastruktur zu ihrer Durchsetzung erfordern, vor der "Datenschutz" die Menschen zugleich bewahren will - nur dann eben in der Hand von (hoffentlich stets wohlmeinenden) mütterlichen Institutionen oder Beauftragten.

Über die sehr überzeugende Kritik am institutionellen Datenschutz in Deutschland hinaus, versucht der Autor dem gegenüber sein eigenes Konzept von "Post-Privacy" zu setzen. Er tut das zwar mit viel Optimismus, aber doch angenehm unideologisch, ausgewogen und mit dem nötigen Mass an selbstkritischer Reflexion. Insbesondere tritt er zugleich denjenigen entgegen, die fälschlicherweise glauben, im "Recht auf Anonymität" läge der wichtigste Schlüssel zur Bewahrung gesellschaftlicher Freiheiten und dabei vergessen, dass sich mit "Duckmäusertum und Flucht ins Verborgene" keine Freiheit verteidigen lässt.

Als einziger grundsätzlicher Kritikpunkt dieser ansonsten uneingeschränkt empfehlenswerten Lektüre verbleibt daher, dass Hinweise des Autors fehlen, was in der Folge aus seiner Sicht denn an konkreten politischen, rechtlichen und/oder gesellschaftlichen Schlüssen aus seinen Erkenntnissen zu ziehen sein könnte. So verbleibt das Buch in der Analyse, geschrieben aus einer Perspektive, die zwar die "Machtfrage" stellt, aber gar nicht vorsieht, über das eigene Internetnutzungsverhalten hinaus, auch institutionelle Veränderungen mindestens einzufordern oder andere eigene politische Antworten zu geben. Dieses bleibt allein dem Leser überlassen, der immerhin aber mit neuen Erkenntnissen und besseren Argumenten in der notwendigen gesellschaftliche Debatte über die Zukunft des Datenschutz ziehen kann.

Für alle, die sich für die aktuelle Datenschutzdebatte interessieren oder gar an ihr aktiv beteiligen, ist es dieses Buch daher Pflichtlektüre!
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Was macht diesen Autor zum Experten? 0 17.08.2011
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