Ich kann mich nur wundern, wie gut die alten Ideen heute noch klingen. Natürlich schwingt die Live-Atmosphäre mit (wenngleich nicht so stark wie beim Debut-Live-Album), aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass das urspüngliche Album Post aus dem Jahre 1995 stammt, scheint die Zeit der Genialität nichts anhaben zu können.
One Day (3), Big Time Sensuality (9) und Anchor Song (13) wurden leicht modifiziert vom Björk-Album Debut geerbt. Das relativ unbekannte, weil auf keinem der 4 Björk-Alben Debut, Post, Homogenic und Vespertine veröffentlichte, I Go Humble (8), teilt sich Post Live übrigens mit Homogenic Live, der dritten CD der Live-Box. Im Vergleich zum 95er Album Post fehlen You've Been Flirting Again (das übrigens auf der Homogenic-Live Platz gefunden hat) und das wenig spektakuläre Cover Me.
Natürlich ist Björk kein Easy-Listening, aber davon gibt es genug. Aber wer sich einmal eingehört hat, kann diese Stücke immer wieder hören - vermutlich auch noch 9 weitere Jahre.