Die drei in dem Band Positionen versammelten Gespräche (Implikationen - Gespräch mit Henri Ronse; Semiologie und Grammatologie - Gespräch mit Julia Kristeva; Positionen - Gespräch mit Jean-Louis Houdebine und Guy Scarpetta), die zwischen 1967 und 1971 stattfanden, vereinen die Lebendigkeit des Redens mit der Präzision der Schrift - letztere wird gewährleistet, da Derrida die Abschriften nachträglich zu bearbeiten und beispielsweise mit Fußnoten zu versehen sich erlaubte. Die Fragesteller konfrontieren Derrida mit den Grundbegriffen seiner frühen Philosophie (Redaktionsschluss: Mai 1972), welche er mit einer ungewohnten Präzision zu erklären weiß. Es gelingt ihm sogar, seine Gedankengänge zu gliedern, was gewiss auch der Nachbearbeitung zu verdanken ist. Auf diese Weise wird er dem Titel des Bandes gerecht: Er bezieht Position. Somit wird der Leser mit den Grundvoraussetzungen seines Denkens vertraut gemacht und wenn es ihm nach bestandener Lektüre noch nicht gelungen ist, sich für oder gegen Derrida zu entscheiden, so sei er mit dessen Hinweis getröstet: '"Was hier festgehalten und datiert wurde, ist die Lektüre einer Arbeit, mit der ich noch beschäftigt bin: die mir also ebensowenig zu eigen ist, wie sie hiermit beendet würde.'" (Derrida, Mai 1972)
Abgerundet wird der Band durch eine zehnseitige Vorbemerkung zur deutschen Übersetzung vom Herausgeber Peter Engelmann sowie einem weiteren kurzen Gespräch des Herausgebers mit Jacques Derrida aus dem Jahr 1986 - auch diese Zusätze sind lesenswerte Beiträge zur Einführung in das Werk eines großen Philosophen.