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Moviemans Kommentar zur DVD: Farblich stark aber durch Rauschen und Artefakte etwas eingetrübt präsentiert sich das Bild. Der Ton fällt gewaltig aus, vor allem was die Effekte angeht. Als Bonusprogramm gibt es eine eigene DVD, die sehr aufschlussreiche Infos zur Produktion und dem Phänomen der Monsterwellen beinhaltet.
Bild: Leider neigt das in kraftvolle Farben getauchte Bild in Kameraschwenks stellenweise zu recht starkem Bildruckeln (Schwenk über Schiff und Himmel, 00:03:05). Auch leichte Doppelkonturen und Rauschen, das bisweilen auch mal dazu übergeht in leichten Blöcken aufzutreten, stellen ein gewisses Problem dar. Wesentlich überzeugender stellen sich die Schärfewerte dar, die vor allem in Detailaufnahmen gute Dienste leisten (rote Lampe, 01:04:40). Farblich bietet das Bild ein breites Spektrum, das eine harmonische wie kraftvolle Vielfalt vor allem warmer Farbtöne aufweist. Dabei sind die Facetten naturgerecht und saftig angelegt und weisen eine große Leuchtkraft auf. Die Kontrastwerte bewegen sich im durchschnittlichen bis guten Bereich.
Ton: Überbordende Effekte kennzeichnen den actionreichen Auftritt der Monsterwelle (00:17:02). Dabei dröhnt und kracht es mit enormer Basspräsenz aus allen Kanälen (Deckendurchbruch, 00:40:54). Dafür aber den Zuschauer wirklich aus dem Sofa zu reißen, reicht es dann dennoch nicht ganz, da der Hintergrund sich weniger agil zeigt als die vital mit plastischen Richtungswechseln bestückte Front. Durchgängig streuen sich wummernde Effekte in den Soundtrack ein, der eingängig für akustische Spannung sorgt. Der Originalton gibt sich dabei kulissentechnisch ein wenig breiter als die durchaus saftig klingende deutsche Fassung. Sprachlich hingegen zeigt sich die Synchronisation klarer, besonders was einzelne Stimmen angeht (vgl. Satz des kleinen Jungen, 00:36:52), die im Original leicht dumpf und weniger gut verständlich ausfallen. Insgesamt überzeugen vor allem Effekte und Soundtrack.
Extras: Disc 2 bietet ein reichhaltiges Aufgebot an Extras, die sich folgendermaßen aufgliedern: "Poseidon: Ein Schiff im Tonstudio" (22:42 Min.) lässt die Mitwirkenden zur Produktion und zu Regisseur Wolfgang Peterson zu Wort kommen. "Poseidon: Auf den Kopf gestellt" (10:46 Min.) bietet ebenso ausführliche Hintergründe zum Boot und dessen Design. Hinter "Tagebuch eines Schiffskameraden" (12:22 Min.) verbirgt sich eine Set-Tour, die das Filmteam von der privaten Seite zeigt. "Die Monsterwelle" (28:37 Min.), eine Dokumentation des History Channels, beschäftigt sich mit dem Phänomen "Riesenwelle". Abschließend bringt die aufschlussreiche, untertitelte Bonusdisc noch den US-Trailer zum Film (1:39 Min.). --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Nach seinem Klassiker 'Das Boot' und 'Der Sturm' beschwört Petersen erneut die mächtigen Gewalten des Ozeans. Zunächst lernt man in einer zweieinhalbminütigen Kamerafahrt um das von ILM animierte Kreuzfahrtschiff den Profi-Spieler Dylan ('Stealth'-Pilot Josh Lucas) kennen, der wie die anderen Touristen mitten im Nordatlantik einen rauschenden Silvesterabend feiern will. Im riesigen Ballsaal steigt eine Gala in festlicher Garderobe, begleitet von einer Band (Sängerin: Stacy Ferguson von den 'Black Eyed Peas'), aber der Countdown läuft nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch zur Apokalypse.
Schon nach wenigen Filmminuten rollt eine 50 Meter hohe Wellenfront über das gewaltige schwimmende Hotel, das auf die Backbordseite kippt und kieloben treibt. Nicht nur, aber vor allem in dieser minutenlangen Kentersequenz zeigen sich die Errungenschaften heutiger Effektmöglichkeiten. Den Wassermassen sieht man die Fortschritte seit 'Der Sturm' an, aber erst in Kombination mit donnernden mechanischen Effekten entsteht die beeindruckende Gesamterscheinung.
Wenn sich der Ballsaal um 180 Grad auf den Kopf dreht, sind Tumult und Panik lebensecht. Der Kapitän verspricht den Überlebenden in der Trümmerlandschaft die baldige Rettung - eine Notlüge. Dylan indes hat nicht vor, unter der Wasserlinie abzuwarten und will sich zum Rumpf vorarbeiten, um durch die Schiffsschrauben die Oberfläche zu erreichen. Ihm schließen sich der neunjährige Conor (Jimmy Bennett, 'Firewall'), seine verwitwete Mutter Maggie (Jacinda Barrett), der lebensmüde Nelson (Veteran Richard Dreyfuss, der bereits den 'Weißen Hai' bändigte) sowie Ex-Feuerwehrmann Robert Ramsey (Kurt Russell) an. In der Disko findet das Team Ramseys 19jährige Tochter Jennifer (Emmy Rossum, 'The Day After Tomorrow'), ihren heimlichen Verlobten Christian (Mike Vogel, 'The Texas Chainsaw Massacre') sowie die blinde Passagierin Elena (Mia Maestro) und den schmierigen Lucky Larry (Kevin Dillon als Chauvinistenclown). Den Weg dorthin und durch den langsam voll laufenden Schiffsbauch pflastern Petersen und sein Drehbuchautor Mark Protosevich ('The Cell') mit Explosionen, Kletterpartien über Abgründen, hereinbrechenden Wassermassen, riskanten Tauchgängen, funkenschlagenden Stromkabeln, brennenden Benzinwasserfällen, Klaustrophobie und Panikattacken - eine permanente Nerven-Stimulation. Action und Thrill werden großgeschrieben, das Wort Gefahr durchbuchstabiert und eine Extremsituation folgt der anderen, was bisweilen etwas kursorisch ausfällt.
Die Tragödie gerät zum Katalysator zwischenmenschlicher Prozesse, auch wenn diese nur angerissen werden. Denn Pausen, in denen die Figuren ihre Probleme abarbeiten könnten, kommen nicht vor. Gab das behäbige Original von 1972, erschienen zum Höhepunkt der damaligen Katastrophenfilmwelle ('Airport' & Co.), seinen Stars Ernest Borgnine und Gene Hackman viel Zeit für Konfrontationen, spart sich Petersen das und folgt einem effektiven Konzept - dem des rastlosen Ausbruchsthrillers aus einem Stahlgefängnis, das immer schneller zum nassen Grab zu werden droht. Das handlungsdichte Abenteuer spinnt vergleichsweise wenig Seemannsgarn und gibt sich erstaunlich authentisch. Die knapp 150 Mio. Dollar teure Produktion läuft bündig, ohne den Hang zur Überlänge auf ein dramatisch zugespitztes Ende zu, das Opferbereitschaft und stilles Heldentum weitgehend pathosfrei preist. Petersen empfiehlt sich einmal mehr neben James Cameron als ultimativer Tiefsee-Experte und kann der 'Titanic' zumindest tricktechnisch das Wasser reichen. tk.