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Portnoys Beschwerden. Roman [Taschenbuch]

Philip Roth , Kai Molvig , Peter (Gedicht "Leda und der Schwan" von W.B. Yeats) Gan
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

14. Juni 1974
Auf der Psychiater-Couch des Dr. Spielvogel beginnt Portnoys großes, ungehemmtes Beschwerde-Solo über die gluckenhafte Fürsorge seiner Mutter, die ihn erst in die Onanie, dann in die Impotenz und schließlich in die Kontaktlosigkeit anderen Frauen gegenüber getrieben hat. Portnoy redet sich seine eigene Biographie vom Leibe, sorglos, komisch, obszön, befreiend. Dieser Roman erreichte in kürzester Zeit Riesenauflagen.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 25 (14. Juni 1974)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499117312
  • ISBN-13: 978-3499117312
  • Originaltitel: Portnoy's Complaint
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 246.202 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Portnoys Beschwerden
OT Portnoy’s Complaint OA 1969 DE 1970Form Roman Epoche Postmoderne
Der Roman Portnoys Beschwerden zeichnet eine scharfe Karikatur des jüdischen Lebens im Amerika des 20. Jahrhunderts. Das Klischee von der jüdischen Übermutter wird genauso überspitzt dargestellt wie das Bild des hypochondrischen Vaters oder des orientierungslosen jüdischen intellektuellen Sohns. Die sexuellen Fantasien des Romanhelden und seine problematische Beziehung zu Frauen krönen die Satire auf das vorurteilsbeladene Bild der Juden in Amerika und führen es ad absurdum.
Inhalt: Der 33-jährige Alexander Portnoy berichtet seinem Psychoanalytiker Dr. Spielvogel, wie sein Leben verlief. Er beginnt mit seiner Kindheit in einem jüdischen Viertel in Newark. Zwischen einer Übermutter, einer übergewichtigen Schwester und einem weichen, hypochondrischen Vater aufwachsend, entwickelt Portnoy bald Anzeichen eines ödipalen Komplexes. Der hervorragende Schüler und Student vollzieht äußerlich eine an den American Way of Life angepasste Entwicklung, die ihn schließlich zum amtlich bestellten Verteidiger der Menschenrechte in New York werden lässt. Hier wird ihm bewusst, was er schon lange ahnte, dass er die Vorurteile der Juden durch die nichtjüdischen »Gojim« zwar äußerlich bekämpfen kann, in ihrem Inneren jedoch nicht zu zerstören vermag. So steht denn von früher Jugend an diesem äußerlich angepassten Leben Portnoys der Versuch gegenüber, sich mittels Sexualität in allen Spielarten aus dem jüdisch-amerikanischen Mittelklassedasein und den dort an ihn gestellten Erwartungen zu befreien. Zunächst entwickelt Portnoy als Teenager exzessive Selbstbefriedigungspraktiken, die ihn schließlich zu einem ausschweifenden Sexualleben mit häufig wechselnden Partnerinnen treiben. In den Beziehungen, zunächst mit Jüdinnen, dann auch mit nichtjüdischen »Schicksen«, versucht Portnoy stets aufs Neue seine Überlegenheit zu beweisen und fällt doch stets seinen Minderwertigkeits- und Schuldkomplexen anheim, die sich bis zu konkreten Kastrationsängsten auswachsen. Sein letztes Verhältnis mit dem ungebildeten, aber in allen sexuellen Praktiken bewanderten Mannequin Mary Jane Reed, die er »The Monkey« nennt, gefährdet Portnoys berufliche und emotionale Existenz. Nach einer Nacht zu Dritt, gemeinsam mit einer Prostituierten, zu der Portnoy »The Monkey« in Rom überredet, verlässt er sie kurze Zeit später und flieht nach Israel, wo er das Gefühl genießt, nicht mehr Teil einer Minderheit zu sein. Bald erkennt er jedoch, nicht zuletzt durch seine Impotenz, dass er als Amerikaner auch hier Außenseiter ist.
Aufbau: Portnoy befindet sich in der Praxis des jüdischen Psychoanalytikers Dr. Spielvogel und erzählt dort, von Assoziationen geleitet, seine Lebensgeschichte, ohne dass sich der Psychoanalytiker in seinen Bericht einmischt. So entsteht eine Erzählung des Helden aus der Ich-Perspektive, die entsprechend subjektiv und überzeichnet ausfällt. Portnoy bedient sich dabei wiederholt jiddischer Redewendungen. Wie der gesamte Roman, so ist auch die Rahmensituation, in der erzählt wird, eine Persiflage. Dr. Spielvogel ist das Klischee des österreichisch-jüdischen Freud-Schülers. Er schaltet sich erst am Ende des Romans ein, nachdem Portnoy sein Leben ausgebreitet hat, mit der Frage, ob man nun mit der Therapie beginnen könne. Der als Eintrag eines psychologischen Handbuchs aufgemachte Absatz über »Portnoys Beschwerden« zu Beginn des Romans belegt zudem, dass Spielvogel Portnoy als Forschungsobjekt benutzt.
Wirkung: Der große Erfolg, den dieser Roman seit Erscheinen in den USA und weltweit erlangt hat, ging einher mit anhaltenden Kontroversen. Während die Befürworter in Portnoys Beschwerden eine gelungen Satire über die Probleme der amerikanischen Juden sahen, warfen nicht wenige Philip Roth Antisemitismus und Nestbeschmutzung vor. Auch die weit reichenden Schilderungen des ausschweifenden portnoyschen Sexlebens boten immer wieder Anlass für heftige Kritik. St. N.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sex, Religion, Ödipus und Identität 11. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Was auf den ersten Blick als Anhäufung absonderlicher sexueller Begierden erscheint, ist ein unglaublich vielschichtiger Roman, der Philip Roth den Ruf als "zweiter Henry Miller" einbrachte. Natürlich sind gerade die sexuellen Erlebnisse des Newarker Jungen Alexander Portnoy köstlich beschrieben. Angefangen mit einem manischen Zwang zu onanieren ejakuliert der jüdische Junge beispielsweise in eine Leber, die die Familie zum Abendessen verspeist: Dazu Portnoys Kommentar, der sein Leben in der Retrospektive seinem Psychiater Dr. Spielvogel schildert: "Ich habe das Abendessen meiner eigenen Familie gefickt". Verhätschelt von seiner Mutter versucht Alexander mit dem Judentum zu brechen und läßt sich nur auf "Schicksen" ein. Neben seiner verantwortungsvoller Tätigkeit als Erwachsener als Beauftragter für Menschenrechte in der Stadt New York, führt der junge Mann ein auschweifendes Leben mit einer Postituierten, die ihn irgenwann verläßt. Sein sexueller Zwang stößt sich am orthodoxen Glauben seiner Mutter. Roth beschreibt einen jungen Mann, der verzweifelt seine Identität und Normalität zwischen Judentum und Amerika sucht. Ein Schlüsselerlebnis ist seine Reise nach Israel. Was eine Katharsis für ihn sein sollte, endet mit Impotenz bei Frauen im heiligen Land. Auf 185 Seiten erzählt Portnoy seine Geschichte, die Geschichte eines Mannes der sich nie gefunden hat. Portnoy vollführtimmer einen Drahtseilakt zwischen Mutter und Schicksen, zwischen Berufsleben und Privatleben und zwischen Moral und Manie. Den Konflikt kann der nicht selbst reflektierende junge Mann nicht lösen. Lesen Sie weiter... ›
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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Bildungsroman, der sich gewaschen hat 2. März 2003
Von euripides50 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Wer die Bedeutung und die Besonderheit dieses Buches richtig ermessen will, muss bis zu "Wilhelm Meister", dem "grünen Heinrich" oder "Felix Krull" zurückgehen und sich vorstellen, dass Wilhelm, Heinrich oder Felix neben all ihren Interessen an den Absonderlichkeiten der Welt zuerst und vor allem an ihrem "Schlong" interessiert sind, der sie Tag und Nacht mit seinen Erektionen peinigt, so dass sie als Pubertanten - wo sie gehen und stehen - nichts anderes im Sinn haben, als "ihre Ladung abzuschießen". Das hört sich drastisch an, ist aber durchaus erst gemeint: "Portnoys Beschwerden" von Philip Roth ist der Bildungsroman der Postmoderne, in dem die beiden Seiten der Tannhäuser-Problematik - der Mann zwischen Venus und der heiligen Elisabeth - unverblümt aufeinanderprallen. Wie in atrophierten Knochen, in denen die schützenden Knorpel sich abgenutzt haben, wird die Persönlichkeit des heranwachsenden Alexander zerrieben zwischen Lust und Schuld, sexuellen Begierden und Gutmenschenattiüden, und es ist die große Kunst des Autors, diese traurige Thematik eindringlich und - man soll es kaum glauben - außerordentlich kurzweilig zu entfalten. Alexander Portnoy ist der Sohn eines jüdischen Versicherungsvertreters, der sein Leben lang an Verstopfung leidet, und einer perfekten Mutter, die alles für ihre Kinder gibt und voller Sorge über einen eventuellen Durchfall ihres Sohnes an die Toilettenüre klopft, wenn sich ihr Filius auf dem Örtchen die Seele aus dem Leib masturbiert. Lesen Sie weiter... ›
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mamas guter Junge 4. Februar 2006
Von marielan VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Alexander Portnoy, der Ich-Erzähler, schildert seinem Psychiater seine Lebensgeschichte: Aufgewachsen in einem jüdischen Stadtviertel in einer jüdischen Familie mit korpulenter Schwester, ständig besorgter Mutter und hypochrondrischem Vater unternimmt er Ausbruchsversuche durch Sex. Zunächst während der Pubertät durch Onanie, später mit ständig wechselnden Parterinnen. Aber entkommen kann er nicht.
Ein amüsantes Buch, das in sich selbst schon ironisch ist: Indem der Ich-Erzähler laut gegen seine Familie klagt, vor allem gegen die Mutter, die dauernd die Aufmüpfigkeit und Undankbarkeit des Sohnes beklagt, macht er der Familientradition alle Ehre und setzt die Tradition des Klagens fort. Sein Bestreben, die Familie zu bestrafen, führt Alexander jedoch im Geheimen aus: Onanie und Beziehungen zu Frauen, von denen niemand etwas wissen darf. Als er letztlich doch "gehorsam" wird, nach Israel fliegt und eine Jüdin kennenlernt, macht ihm das einzige, auf das er sich in seinem Leben verlassen konnte, seine sexuelle Gier und seine Potenz, einen Strich durch die Rechnung.
Dass ein Buch mit einer solchen Thematik sich lächerlich machen würde, wenn es sich mit zarten erotischen Andeutungen begnügen würde, ist einleuchtend. Allerdings hat der Autor es durch seine Sprache verstanden, die entsprechenden Passagen nie ausfallend oder obszön klingen zu lassen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Roths Aufschrei 11. Januar 2006
Von Ossiwan
Format:Taschenbuch
Alexander Portnoy, seines Zeichens Jurist der New Yorker Stadtverwaltung, erzählt in einer Tirade seinem Psychiater Dr. Spielvogel von seinem Leben und da vor allem von seinen sexuellen Vorlieben. Dabei kommt er auch immer wieder auf seine Eltern zurück, denen er vorwirft ihn selbst in jüdischer Kleinkariertheit erzogen zu haben, die in ihm ein lebenslanges gestörtes Verhältnis zu gojim, Nichtjuden, hinterlassen hat. Doch selbst seine verzweifelten Versuche, „schicksen“, also nichtjüdische Frauen zu bekommen, hilft ihm nicht aus seiner Krise und als er dann in einer Kurzschlussreaktion nach Israel fliegt, muss er erst recht eine unangenehme Überraschung erfahren.
Portnoy verknüpft die elterliche Forderung, dass er ein Genie werden müsse mit seinem pubertär nicht gestilltem Verlangen nach immer wieder neuen Frauen und seinem schwelendem Vorurteil als Jude den anderen Menschen untergeordnet zu werden. Was im Erscheinungsjahr des Romans, 1960, Philip Roth nicht nur schlagartig berühmt machte, sondern ihm auch die Vorwürfe einbrachte, er schreibe, obwohl selbst Jude, antisemitisch, ist heute schon ein zeitgeschichtliches Relikt. Die Psychoanalysegläubigkeit der damaligen USA wirkt heute befremdend und die detailliert beschriebenen Sexszenen, die damals so schockten wie jene von Henry Miller, sind heute bestenfalls nur mehr witzig. Die Neurosen Portnoys, die seinem Psychiater ein eigens Syndrom wert sind, werden heute als solche gar nicht mehr wahrgenommen, geschweige denn, dass man deswegen zu einem Psychiater laufen würde.
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3.0 von 5 Sternen Am Nobelpreis vorbeigeschrammt
Im Erscheinungsjahr 1969 war das natürlich ein Knaller. Finanziell wars Roths Durchbruch. Aber aus heutiger Sicht einfach nur Gesabbel. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Peter veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Leider ohne den Kurzroman "Goodbye, Columbus" und die fünf...
Deshalb nur 2 Sterne. Wer Philip Roth' hemmungslos selbst- und gesellschaftskritischen und teilweise sogar selbstzerfleischenden Zynismus liebt, sollte auf jeden Fall die Ausgabe:... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. September 2010 von Alf Herrberg
4.0 von 5 Sternen POLITISCHE EREKTION
Wer zweimal mit der selben pennt
gehört schon zum Establishment.
68er Spruchweisheit

Ende der 60er Jahre, als nur der politische Anspruch noch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2009 von Ulrich Gellermann
3.0 von 5 Sternen monolog
war sehr begeistert von "das sterbende tier" und noch mehr angetan von "der menschliche makel" aber leider war mir "portnoys beschwerden" ein bißchen zu anstrengend zu lesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. August 2009 von esc
5.0 von 5 Sternen Es schreibt der kreative Lehrer
Philip Roth kann schreiben und in diesem frühen Werk zeigt er die ganze Breite seiner Kunst. Und nicht nur, dass er als Dozent für kreatives Schreiben dafür... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. November 2008 von Klaus Grunenberg
5.0 von 5 Sternen Wer Roth lesen will, sollte damit anfangen...
Nachdem ich als erstes von Roths Büchern den Portnoy 1975 gelesen hatte - und nicht wusste, ob ich mehr lachen oder weinen (oder beides) sollte -, hab ich natürlich alle... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. September 2008 von Übrigens
4.0 von 5 Sternen Suada
Gäbe es in der Literatur das Genre Therapeutenroman wäre Philip Roth einer der führenden Vertreter darin. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2007 von Polar
5.0 von 5 Sternen immer noch der beste roth
ich bin der meinung, dass die letzen romane roths, wie der menschliche makel, überbewertet sind. folgen diese doch teilweise höchst trivialen grundmustern. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. September 2006 von johanna
5.0 von 5 Sternen Die literarische Antwort auf Woody Allen!! Phantastisch
Dieses Buch ist perfekt. Intelligent, durch die drastische Sprache und die herrlich neurotische Erzählweise einfach köstlich komisch und doch so hintergründig! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Dezember 2004 von Somsanit
5.0 von 5 Sternen unvergleichlich
dieses buch ist der hammer. wie die Realität knallhart mit dem möglicherweise kranken Hirn eines Mannes dargestellt wird. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. August 2004 von "calypsenow"
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