Das ist immer schwierig, wenn das erste Album so einen (berechtigten) Hype, grosser Aufmerksamkeit und guten Verkaufszahlen geführt hat. Vielleicht kommt 'Portamento' knapp 14 Monate nach dem Debüt einfach zu früh. Die Bestandteile des berauschenden Debüts sind immer noch vorhanden, auf den ersten Blick wirkt alles ein wenig komplexer und düsterer. Wenn man allerdings etwas tiefer gräbt, häufiger hört, merkt man, dass da nicht allzu an Neuem und Entdeckenswerten bleibt.
Die ersten beiden Songs sind klasse. BOOK OF REVELATIONS ist simple gestrickt, mit einem feinen Refrain. Ein guter tanzbarer Einstieg ins Album. Ebenso DAYS, fast wimmernder Gesang über einem pumpenden treiben Bass. Die nächsten beiden Tracks zeigen aber das Grundproblem, WHAT YOU WERE und MONEY könnten gut und gerne schlechte B-Seiten aus dem ersten Album sein, wenig ausgefeilt und etwas zu sehr formelhaft. Simplizität geht hier in Austauschbarkeit über. HARD TO LOVE hat wunderbare 80er Synthies, aber mit seinen ganzen Uh-Uhs wirkt der Song ein wenig angestrengt und leider auch etwas ideenlos. SEARCHING FOR HEAVEN ist ein düsterer, epischerer Song und damit tatsächlich eine Weiterentwicklung es Debüts. Das weinende, klagende, was bei DAYS noch funktionierte, entfaltet sich hier nicht richtig, der Song bleibt sehr schemenhaft. Mit I NEED A DOCTOR sind die Drums dann wieder auf der Habenseite, ein zuckender, treibender Song, perfekt für die (Indie) Tanzfläche.
Hin und her gerissen bin ich. Vielleicht waren die Erwartungen nach dem Debüt einfach so hoch und nicht zu erfüllen, vielleicht hätten die New Yorker Jungs sich aber auch einfach etwas mehr Muse für das zweite Album nehmen sollen. Eigentlich würde ich dem Album 3 Sterne geben, aber weil ich vermutlich über meine eigenen zu hohen Erwartungen stolpere und in der Hoffnung, dass die Drums ihr Potential noch über viele weitere Alben ausschöpfen werden .....