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Pornotopische Techniken des Betrachtens [Sondereinband]

Linda Hentschel


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Kurzbeschreibung

2001
Diese Studie ist eine interdisziplinäre und kulturwissenschaftliche Arbeit über die visuelle Kultur in der Moderne. Sie verschränkt zwei Forschungsbereiche miteinander, die bislang zumeist getrennt voneinander behandelt wurden: Es sind dies die Geschichte der optischen Apparate und Medien einerseits sowie die der historisch bedingten Geschlechterkonstruktionen andererseits. In diesem Rahmen werden die Techniken des Betrachters von Jonathan Crary einer kritischen Lektüre unterzogen. Ein Hauptanliegen ist es, die Geschichte des Sehens auf ihre Faszination hin zu befragen, räumliche Settings (wie Landschaften, Höhlen, Städte, aber auch Interieurs) in Metaphern des weiblichen Körpers zu erfahren. scheinbar unabhängig von sich wandelnden Theorien über die visuelle Wahrnehmung seit der frühen Neuzeit hält sich diese Überblendungslust von Raum und Frau bis heute erstaunlich hartnäckig. Der zeitliche Rahmen der Untersuchung erstreckt sich daher vom 15. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Einzelanalysen vergleichen die Positionierungen des Betrachters/der Betrachterin gegenüber der medialen Bildräume, wie sie die Zentralperspektive im 15. Jahrhundert, die Camera obscura des 16/17. Jahrhunderts, das Kaleidoskop und die stereoskopische (3D-)Fotografie im 19. Jahrhundert, aber auch das frühe Kino der 1910/20er Jahre vornahm. An literaturwissenschaftliche Arbeiten über Geschlechtertopographien anknüpfend, positioniert sich diese Studie zwischen Pornographie, Kunst- und Architekturgeschichte, Raum- und Film-/ Medientheorie, methodologisch folgt sie Fragestellungen aus Diskurstheorie, Kulturantrophologie und der strukturalistischen Psychoanalyse. Mit der Einführung des Begriffs der pornotopischen Techniken des Betrachtens leistet diese Untersuchung zudem einen Beitrag, Praktiken der Grenzziehung zwischen einer sogenannten obszönen pornographischen Schaulust auf Körperöffnungen und der vermeintlich hehren künstlerischen Repräsentation weiblich konnotierter Räume neu zu überdenken.

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