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Pornos machen traurig
 
 
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Pornos machen traurig [Taschenbuch]

Peter Redvoort
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 148 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3842349580
  • ISBN-13: 978-3842349582
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 32.730 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"So wie Sarah Kuttner das Thema Depression lebensecht in ihren Roman Mängelexemplar gepackt hat, so facettenreich gelingt hier Peter Redvoort eine (selbst)kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Pornographie.""Nach Feuchtgebiete von Charlotte Roche und Fucking Berlin von Sonia Rossi schreibt hier endlich auch einmal ein Mann offen über eine bisher abgedunkelte Seite der Männersexualität: den Pornokonsum."

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Andreas
Format:Taschenbuch
Der Autor macht in dem Buch in fast jedem (der mit jeweils einem 'Pornogenre' überschriebenen) Kapitel einige sehr interessante soziologische Beobachtungen, die zum Nachdenken anregen - über das eigene Frauenbild sowie über die Leerstelle, die (nur heutige?) Männer mit Pornos zu füllen versuchen. Dabei liefert das Buch zwar keine eindeutige Antwort auf die Frage: Pornos schauen - ja oder nein?, hat jedoch einen deutlich kritischen Unterton, den der Autor durch seinen trocken-sarkastischen Schreibstil erzeugt. Eine zentrale These Redvoorts lässt sich vielleicht so zusammenfassen: Pornos bilden einen Teil unseres heutigen ständigen Optimierungswahns; so wie man materiell nie zufrieden ist, ist man es auch nicht mit den Frauen (es scheint immer eine noch schönere, noch geilere und vor allem: noch willigere zu geben...). Konsequenterweise flüchtet man sich in die "Männermärchen" der Pornos (Redvoort), in denen wir Männer noch die unumschränkten Bestimmer und die Frauen die stets willigen Erfüllungsgehilfen unserer sexuellen Bedürfnisse sind und je nach Bedarf an- und abgeschaltet werden können. Somit erscheinen Pornos als ein Ausdruck männlicher Allmachtsgefühle oder besser: -bedürfnisse, die jedoch nur noch in der Phantasie - temporär - erfüllt werden können. Das Buch enthält jedoch auch noch eine Menge anderer interessanter Ansätze.

Insgesamt fand ich Redvoorts Essay (denn ein Roman ist es eigentlich nicht) wirklich sehr lesenswert, wobei er tatsächlich sehr kurz ist und die letzten etwa 25 Seiten lediglich die Namen verschiedener Pornowebsites (allerdings übersetzt auf Deutsch!) sowie die gängigsten Pornogenres und die Namen bekannter Pornodarsteller aufführen. Zudem machen die schlechte Typographie (Blocksatz in zu schmalen Spalten mit teilweise riesigen Löchern) und die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler das Lesen oftmals etwas schwierig. Vor dem Hintergrund der großen Vorzüge des Buches kann ich einen Kauf dennoch empfehlen!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Inge A.
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist auch für Frauen eine ziemlich spannende Lektüre, denn hier bekommen sie erstmals einen Einblick in ein bisher recht verschwiegenes Terrain männlicher Sexualität. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für viele Gespräche sorgen wird: Zwischen Männern (wenn sie denn eine Offenheit finden wie der Erzähler in dem Buch und sein Freund Bernhard), zwischen Männern und Frauen, aber auch zwischen Frauen, die sich ja "diese Filme" oft nicht ansehen wollen.
Aber auch zwischen Müttern und Töchtern könnten einige neue Gespräche entstehen: über Miniröcke, tiefe Dekolettes und was sie bei Jungs und erwachsenen Männern mit "dem Porno-Blick" auslösen.
Bei den intensiven Statements in dem Roman blickt man auch gern über die paar Tippfehler hinweg, auf die man stößt, denn hier hatte wohl das Verlagslektorat keinen konzentrierten Tag.
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Von Ostwestf4le TOP 1000 REZENSENT
Format:Kindle Edition
Der österreichische Schriftsteller Peter Redvoort, im übrigen ein studierter Soziologe, behandelt das Thema Pornografie und Männer in dem Buch "Pornos machen traurig". Angeregt (sic!) von dem interessanten Titel habe ich mir das Büchlein näher angeschaut.

Barely legal, MILF und Doggystyle

Jedes Kapitel ist mit Fachtermini aus der Pornobranche überschrieben. Da geht es um barely legal, MILFs, housewives, Gangbang und andere speziele Spielarten der zumeist männlichen erotischen Fantasien. Dass diese Begriffe oftmals ins Hardcore - Genre abdriften, ist durchaus gewollt - schließlich macht dieser Part den Löwenanteil der europäischen und US-amerikanischen Beischlaf-Industrie aus.

Der Autor beleuchtet das Thema Pornografie nicht aus der kommerziellen Sicht, sondern schaut sozialpädagogisch auf die Rein-raus-Filme: Wieso schauen Männer Pornos? Handelt es sich dabei um die reine Lustbefriedigung oder steckt mehr dahinter? Geht es um das Ausspielen von männlicher Macht über frivole Frauen, die in den Clips primär thematisiert wird? Ist es die Sehnsucht nach Dominanz, die im Privat- und Berufsleben nicht gegeben ist und den Kick gibt?

Redvoort stellt auch die Frage, wie unsere Kinder in der heutigen Zeit mit dem Thema Porno und Sexualität aufwachsen. Laufen unsere Jugendlichen Gefahr, zu vereinsamen, weil die Mädchen ihrer Altersklasse mit 14 Jahren nicht bereit sind, Pornohandlungen mit ihrem Freund zu vollziehen? Kann es richtig sein, dass Kids haufenweise nackte Frauen - inklusive aller Details ihrer primären Geschleichtsmerkmale - im Internet gesehen haben, ohne jemals ein gleichaltriges Mädchen geküsst zu haben?

Auch die Werbeindustrie wird an den Pranger gestellt. Durch das Glorifizieren eines makellosen Schönheitsideals der Frau - das schon allein deshalb zum pornösen Kopfkino stimuliert - ist die Marketingbranche die Vorstufe zur Pornoisierung der Gesellschaft.

Wieso machen Pornos traurig?

Der ungewöhnliche Titel des Buches wird nach zwei Dritteln Lektüre erklärt. Der Autor führt aus, dass Pornos Männern eine perfekte Welt vorgauckeln, die es nicht gibt: die willige, immer zum Sex bereite dralle Blonde genauso wenig wie den ewig spitzen Mann, der von jetzt auf gleich sexgeil ist. Männer machen dann den Fehler, ihre Freundin oder Ehefrau mit dem idealisierten Porno-Bild zu vergleichen, um festzustellen, dass die Brüste der eigenen Lebensgefährtin kleiner, der eigene Sexdrang geringer und die Gesamtsituation deutlich langweiliger als bei den erotischen Clips ist.

Das eigentliche Buch endet nach 120 Seiten mit einem Plädoyer gegen die virtuellen Welten. Und damit meint der Schriftsteller nicht nur den virtuellen Sex im Internet bzw. vor dem Monitor, sondern prangert gleichzeitig auch die Ego-Shooter und Killerspiele an.

Sammelsurium der Pornobranche als Dessert

Anschließend folgen drei Abschnitte, die eher statistischen und deklaratorischen Zwecken dienen. In "Die Porno Regale" werden sämtliche Kategorien der Porno-Clips von A bis Z aufgelistet. Die Rubrik "Webseiten-Namen" ist selbsterklärend und gibt Porno-technisch Unerfahrenen eine Navigationshilfe durch die sexuellen und pornösen Seiten des Internets, indem zahlreiche Links zu Sex-Seiten aufgelistet sind - allerdings nicht mit der Original-URL, sondern mit der deutschen Übersetzung. Abschließend folgt eine alphabetische Auflistung der Porno-Starlets und Stars von A wie Amber Lynn über L wie Lucy Lee bis zu S wie Sylvia Saint und V wie Vicky Vette.

Mein Fazit

Das Buch "Pornos machen traurig", das in Eigenregie über Books on Demand vertrieben wird, erweckt den Eindruck, es handele sich um eine autobiographische Erzählung. Redvoort problematisiert seinen Porno-Konsum, indem er die unterschiedlichen Penetrationsarten genauso schildert wie die weiteren sexuellen Spielarten. Mehr aber auch nicht.

Und da liegt auch das Problem. Nach dem Lesen aller Kapitel habe ich mich gefragt, welchen Mehrwert das Buch bietet und welche neuen Erkenntnisse ich gewonnen habe. Mir war vorher schon nicht unbekannt, dass die Werbung sexualisiert und Frauen erniedrigt. Dies aber als Vorstufe der Pornoisierung der Gesellschaft zu sehen, ist starker Tobak.

Aus diesem Grund ordne ich das Buch auch nicht als männliches Gegenstück zu Charlotte Roches "Feuchtgebiete" oder Sonia Rossis "xxx Berlin" ein, weil diese Belletristik deutlich tiefer autobiographisch sind.
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