Wenn man Christian Brückner ließt, kann man sich sicher sein, dass dieser hervorragende Sprecher etwas aus dem macht, was er liest. Nur was liest er da? Der erste Beitrag handelt von einem Mann, der seine Partnerin mit pedantischen Augen für ponrografische Aspekte, oft eher ekelhaft als anregend, betrachtet. Der Text ist ohne Zweifel gut gelesen und natürlich Geschmackssache, ich fand ihn weder gut, noch interessant, noch anregend. Der zweite Text ist dann endgültig zum Abgewöhnen: Hier liest nicht mehr Christian Brückner, sondern Herr A. seinen eigenen Text, einen endlos langen Brief an Frau Mermet. Gut, auch wenn er diesen Text wohl an einen Briefwechsel von Herrn Walser angelehnt hat - er ist nervtötend: "Liebe Frau Mermet, verehrte Frau Mermet, darf ich Ihnen meine Wertschätzung aussprechen, Frau Mermet" - Frau Mermet hier, Frau Mermet da". Nachdem ich mir "Frau Mermet" 150 Mal angehört hatte und meine Hoffnung, dass noch etwas Sinnvolles nachkommen könnte, betrogen sah, warf ich die CD weg - verschenken kann ich sie nicht, denn ich hasse niemanden genug, um ihr/ihm das anzutun. Insgesamt moderne Literatur von ihrer schlechtesten Seite. Schade um die Zeit und das Geld obendrein.