also es dürfte jedem klar sein, dass ein streifen, der sich selbst "porn horror movie" nennt, auch potentiel "trash trash movie" heissen könnte.
das soll keineswegs abwertend klingen, weil ich mich auf genau soetwas vorbereitet hatte.
und obwohl ich mir eigentlich fest vorgenommen hatte, mir nie wieder einen film anzuschauen, dessen titel mit dem wort "movie" endet, so hatte mich meine erwartung noch einmal dazu verleitet.
ich muss zugeben, dass ron jeremy der einzige "schauspieler" in diesem doch recht innovativen b-movie ist, dessen namen mir etwas sagte. ich habe zwar nie einen seiner genre-filme gesehen (ist wahrscheinlich generationsbedingt), aber dieser mann ist unumstritten eine legende seiner branche.
und wie ich bereits rezensionen entnehmen konnte, und mich dieser meinung voll und ganz anschliessen muss, macht dieser mann seinen job auch bei "horror porn movie" gut ... am besten ... zu gut.
ich schreibe absichtlich "zu gut", weil ron seine rolle, nämlich sich selbst zu spielen, so erfrischend ehrlich übernimmt, dass es für so einem film schon fast unpassend ist.
"porn horror movie" (oder "one-eyed monster" im original) ist ein trash b-movie, der mich im grossen und ganzen an eine mischung aus "severance", "dreamcatcher" und natürlich einer fetten portion porn-horror (meinetwegen "evil breed" oder "zombie strippers") erinnert hat.
was ich an trash-filmen ganz besonders liebe ist, wenn die grenze zwischen seriösität und schwachsinn absichtlich hauchdünn gehalten wird, so wie es bis dato tatsächlich nur meisterwerke wie "severance", "botched" oder "black sheep" geschafft haben.
und ron jeremy sorgt dafür, dass dieser streifen direkt zu beginn die hoffnung auf ein derartiges leckerli in die höhe treibt.
doch da der gute mann recht fix das zeitliche segnen muss, verlässt der genial ironisch und emotionale teil des films frühzeitig das gebäude.
jetzt verbleibt uns lediglich noch einen haufen sinnfreier protagonisten auf dem spielfeld, der krampfhaft versuchen soll sämtliche klischees des old-school-horrors und des new-school-pornos aufs übelste auf die schippe zu nehmen und schreckt dabei leider auch nicht vor hardcore-niveaulosen gags zurück.
mir wird auch ziemlich schnell klar warum dies so ist:
der typische slasher-film benötigt genau wie der typische porno-film keine wirkliche story.
man schaut sich solche streifen nicht wegen dem historischen hintergrund, der packenden love-story oder den grandiosen witzen an.
aber "porn horror movie" agiert in diesem falle als großmeister der persiflagen, weil er sich die beiden, wohl am simpelsten zu verarschenden, genres der filmgeschichte vorknöpft ... und diese einmalige change vergibt er mit einem leider ebenfalls mangelnden plot.
natürlich wäre es gänzlich bekloppt von mir ein neu erfundenes rad zu erwarten, aber hier mangelt es ziemlich bald an jeglicher art von plan.
dass so ein film nicht ansatzweise in die kategorien "porno" oder "slaherfilm" einzuordnen ist, ist selbstredend.
dass so ein film nicht mit einer witzpalette a'la "shaun of the dead" punktet, war auch zu erwarten.
aber wenn das gesamte konzept plötzlich an attraktivität verliert und langatmigkeit das ruder übernimmt, wurde meines erachtens etwas falsch gemacht.
die 3 sterne habe ich natürlich nicht aus willkür verliehen:
wie ich bereits zu beginn erwähnt habe, ist die idee des movies ziemlich gut. natürlich zusammenfassend alles andere als umwerfend, aber aufgrund der reinen itention bildet "porn horror movie" das fundament für einen wirklich genialen trash-streifen.
doch ziemlich schnell wird einem klar, dass das komplette pulver in den ersten 20 minuten verschossen wurde und man hofft verzweifelt auf die große wendung, die den streifen wieder zurück ins rennen schickt.
ich mag es nicht pauschal über unbekannte schauspieler zu lästern, weil ein film enttäuschend ist. in diesem fall liegt der schwachpunkt meines erachtens schlicht und ergreifend am drehbuch.
ich denke ein paar ordentliche gags und ein relativ annehmbares ende hätten aus "porn horror movie" mit genau dieser besetzung problemlos einen kult-streifen machen können.
zur entscheidung der fsk kann ich nur sagen:
was zum teufel hätte man sonst vergeben sollen?
ein paar trashige splatter-szenen, ein paar nackte brüste, und ein meuchelmordendes genital bilden im gesamtbild eine ordentliche basis für einen film ab 16.
die fsk hat zumindest endlich mal gerallt, dass wirkliche horror-schocker wie "funny games", "hard candy" oder "eden lake" keine jugendfreigabe verdient haben, aber ob man filmen wie "postal", "hatchet" oder halt "porn horror movie" den stempel "ab 16" oder "ab 18" aufdrückt, macht doch heutzutage eh keinen unterschied mehr.
wenn ein 14-jähriger solche filme sehen möchte, weiss er, wie er daran kommt.
also für mich persönlich war dieser streifen mal wieder eine herbe entäuschung. das frustriert mich keineswegs, da knapp 80% der filme, die mir in den letzten 4 jahren empfohlen wurden, einfach nur zeitverschwendung waren.
allerdings kann ich wieder einmal mit gutem gewissen an die unzählige vielfalt der film-geschmäcker appelieren:
ich habe diesen film nüchtern gesehen (meiner meinung nach sollte ein wirklich guter film auch nüchtern überzeugen können) und hoffentlich kann mir der ein oder andere flm-liebhaber, der einfach nur lust auf einen sinnfreien porn-horror-movie hat, aus ganzer überzeugung widersprechen.
thanks for reading :)