Nach der weltweit erfolgreichen Romanvorlage "Populärmusik aus Vittula" von Mikael Niemi erzählt Regisseur Reza Bagher in seinem 2004 entstandenen gleichnamigen Film die Geschichte zweier Jungen Matti (Niklas Ulfvarson) und Niila (Tommy Vallikari), die jenseits des Polarkreises leben und im Alter von 7 Jahren zu unzertrennlichen Freunden werden.
Mit der Erzählung aus diesem verschrobenen Niemandsland beginnt auch eine furiose Zeitreise in die 60er Jahre bis in die 70er hinein. Elvis und die Beatles sind angesagt.
In Vittula, dem Stadtteil von Pajala, also in dieser nördlichsten Ecke von Schwedens drehen sich die Uhren schon noch anders. Jeder kennt Jeden, eine Straße, die geteert wird, wird zum Großereignis, bei dem alle zuschauen. Es geht hier ziemlich archaisch und sehr religiös geprägt zu am dünn besiedelten Nordrand Europas, Rockn Roll ist dort für die schräge Bevölkerung Teufelszeug und wenn Jungens tanzen und Musik machen, dann gilt dies als verweichlicht.
Richtige Männer saufen bis zum Unfallen, so arten die Feste dort regelrecht zu Exzessen aus, es wird geprahlt, beleidigt bis die Fäuste sprechen.
Die Familien von Matti und Niila könnten unterschiedlicher nicht sein. Mattis Eltern sind relativ tolerant. Niila spricht zu Hause Finnisch, hat viele Geschwister und wird regelmäßig von seinem religiös fanatischen Vater bei Verfehlungen geschlagen.
Als ein verrückter Musiklehrer seinen Dienst an der Schule annimmt, gibts endlich für die beiden musikverrückten Jungs, die inzwischen 15 Jahre alt sind (Matti: Max Enderfors/ Niila: Andreas af Enehielm) die erste E-Gitarre beim Musikunterricht. Mit zwei weiteren Schulkameraden entsteht eine Band. Die schrägen Vier machen auf "Beatles" und zelebrieren Rockn Roll - jung, dynamisch, laut. Sie müssen aber auch finnische Sauflieder einstudien, damit sie in diesem Teil der Welt überhaupt eine kommerzielle Chance haben. Die Feuerprobe bestehen sie im Jagdverein beim 70. Geburtstag von Mattis Großvater, einem begeisterten ehemaligen Elchjäger.
Die Mädels im Ort werden auch langsam hysterisch...
"Populärmusik in Vittula" ist ein schön-schräger, melancholischer Jugendfilm mit den beiden überragenden Newcomern Max Enderfors und Andreas Af Enehielm, die die Geschichte ihrer Freundschaft intensiv spielen. Dabei liefert die Geschichte ein ziemlich absurdes Panoptikum, vielleicht für den einen oder anderen Zuschauer nicht immer ganz geschmackvoll. Der Film bleibt aber immer echt, atmosphärisch, schön nordisch und alle Figuren sind vital und lebendig.
In Schweden und Finnland wurde der Film zu einem der grössten Kassenschlager im Kino.