Ein Roman, der in über zwanzig Episoden eine Kindheit in der schwedischen Provinz beschreibt. Matti und sein Freund Niila wachsen in den 60er und 70er Jahren im äußersten Norden Schwedens auf, so weit weg von Stockholm, dass er nicht einmal auf die Schullandkarten passt. Angefangen vom Spielen im Sandkasten über Schule, Schneeballschlachten, Saufwettkämpfe, Rattenjagden, Familienfeste und ganz besonders Musik, Schulband und E-Gitarre. Jedes Kapitel bildet eine kleine, in sich abgeschlossene Geschichte, komisch, witzig und rührend.
Im Buch sucht man einen roten Faden wohl vergebens. Im Gegenteil, es eignet sich wirklich dazu, als Zweitlektüre nebenbei gelesen zu werden. Auch nach längerer Unterbrechung kommt man sofort wieder in die Geschichte eines neuen Kapitels, da oftmals außer Matti und Niila alle anderen Figuren ausgetauscht sind. Die Geschichten wirken absurd und doch kann man es für möglich halten, dass jede einzelne so ähnlich passiert ist. Natürlich vorgetragen mit einer gewissen Übertreibung, die aber wohl auch von allen Leuten in der Provinz angewendet wird, um den Ruhm und die Ehre ihrer Familie zu belegen.
Ich habe herrlich lachen können. Niemi ist ein sehr guter Erzähler. Sein Erzählstil alleine verbreitet schon einen großen Charme. In seine Charaktere kann man sich beinahe aus dem Stande verlieben. Ich würde das Buch kein Meisterwerk nennen, aber es ist sehr gut lesbar, jedes Kapitel in sich fesselnd, und es versprüht gute Laune, Erinnerung und Nostalgie. Wer leichte Unterhaltung sucht, ist hier gut bedient.