Deutsch und Japanisch sind nicht gerade die Sprachen, in der Musik insbesondere Popmusik um die Welt geht. (Gelegentlich wirken sie sogar absolut entmutigend.) Wie also vermittelt man beide Musikwelten aneinander, ohne die jeweiligen Eigenheiten in einem Einheitsbrei zu verlieren? Ein wesentlicher Teil der Musik und ihrer Bedeutung wird von Sprache bestimmt. Eigentlich ist es also naheliegend, die Musik mit entsprechenden Texten zu versehen. Spielerisch leicht wird es, wenn die Texte dann auch so gesungen werden und man nicht gedanklich zwischen den Sprachen wechseln muss. Man kann sich dann auf die kulturellen Unterschiede konzentrieren. Allen Musikliebhabern, die der japanischen Sprache mächtig sind, bietet Poptastic Conversation also eine wunderbare Möglichkeit, einen erhellenden Blick in die deutsche Musikwelt zu werfen und dennoch den Texten in der vertrauten Sprache zu folgen. Zudem verändert der Klang der japanischen Worte aber auch Klang und Rhythmus der ursprünglichen Titel und bietet allen anderen eine spannende neue Version bekannter Titel in Kombination mit eher unbekannten Titeln.
Neben dem Sprachkurs bietet das Beiheft kurze Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Bands. Das hilft nicht nur Auswärtigen beim Verständnis, sondern erklärt auch, warum einige Titel (auch unabhängig von den Texten) so wenig Deutsch und so sehr Japanisch klingen.
Schade, dass der Japanisch-Kurs nur über den Satz Ich bin Musiker eine Brücke zum Projekt schlägt. Bestärkt mich allerdings in dem vor einigen Jahren begrabenen Gedanken, etwas Japanisch zu lernen.
Auch wenn der Eröffnungstitel mit der Walfrage für Japaner vielleicht etwas gewagt ist, handelt es sich bei Poptastic Conversation um ein spannendes Projekt. Ich bin gespannt auf die Antwort aus Japan.