In den 70er Jahren erschien im Moewig-Verlag eine Reihe mit Popeye-Heften. Irgendwie hat sie mir gefallen und ich wurde Fan von Popeye. Später erschien dann im Melzer-Verlag der Band "Ich, Popeye" mit Geschichten aus den 30er Jahren und ich war doch einigermaßen verwundert, denn dieser Popeye war anders, ernster und er war keinesfalls was für Kinder. Eins war er allerdings immer: Ein guter Typ mit einem weichen Herz, der allerdings keiner Keilerei aus dem Weg geht.
In dieser neueren Ausgabe sind zwei Geschichten zu finden, die auch schon in "Ich, Popeye" zu lesen waren, aber zu meiner großen Freude auch andere aus dieser Zeit, vor allem die erste Popeye-Story.
Diese Freude wird allerdings etwas getrübt durch die - na, sagen wir mal - etwas verwunderliche Übersetzung von Popeyes "Dialekt", der öfters mal in Hanseatische abgleitet (wenn auch der Verfasser angibt, genau das nicht zu wollen) - wie sinnig. Da wird b in der Regel zu p, so dass die Sätze manchmal heftig an "Chleudert den Purchen zu Poden" (Das Leben des Brian) erinnern. Besonders schlimm ist das bei Popeye's Standardsatz: "Ich bin, was ich bin und das ist alles, was ich bin", der dann zu "Ich pin, was ich pin - wer pinnich tenn?" wird, was sich erstens blöd anhört und zweitens schlicht falsch ist und einen anderen Sinn ergibt (Zum Vergleich das Original: I Yam What I Yam And That's All I Yam").
Genauso hirnrissig ist die Übersetzung von Popeye's zweiten Standardsatz "Blow Me Down", der zu "Lot mi an Land" wird, anstatt das übliche und treffendere "Hau mich um" zu benutzen.
Man wird das Gefühl nicht los, hier wollte jemand auf Teufel komm raus originell sein.
Trotzdem ist das Buch für Popeye-Fans einfach ein Muss. Man sollte sich auch nicht von dem relativ hohen Preis beeindrucken lassen. Das hat diese 500 Seiten starke Schwarte einfach verdient.