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PopCo [Taschenbuch]

Scarlett Thomas , Tanja Handels
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 704 Seiten
  • Verlag: rororo (2. Januar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499252538
  • ISBN-13: 978-3499252532
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 14 x 4,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 35.159 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Scarlett Thomas
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Schlüssel zur Vergangenheit liegt in den Zahlen Alice Butler gehört zum kreativen Kern von PopCo, einem hypermodernen, erfolgreichen und auch etwas unheimlichen Spielwarenkonzern. Ohne große Lust nimmt sie an einem «Inspirations-Camp» in ländlicher Abgeschiedenheit teil; entwickelt werden soll das ultimative Produkt für Teenager. Das Wochenende nimmt eine dramatische Wendung, als Alice codierte Botschaften von einem Unbekannten erhält. Haben sie etwas mit der Vergangenheit ihrer Familie zu tun? Ihr Vater, ein Kryptologe, ist seit vielen Jahren spurlos verschollen… «Dieses Buch wird vielleicht Ihr Leben verändern.» (Independent on Sunday)

Über den Autor

Scarlett Thomas wurde 1972 in London geboren. Schon früh entdeckte die junge Frau, die zur Entspannung gern mathematische Probleme löst, ihre Liebe zur Literatur. So hat sie neben zahlreichen Kurzgeschichten bereits sechs Romane veröffentlicht. 2001 wurde sie vom „Independent on Sunday“ zu den 20 besten englischen Nachwuchsautoren gezählt, und 2002 kürte man sie bei den „Elle Style Awards“ zum „Writer of the Year“. Scarlett Thomas lebt im englischen Kent und unterrichtet an der dortigen Universität Creative Writing.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christina Liebeck (Media-Mania) TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"PopCo" ist trotz des jüngeren Erscheinungsdatums ein etwas älterer Roman von Scarlett Thomas, die zuletzt mit ihrem großartigen Buch "Troposphere" von sich reden machte. "PopCo" erschien bereits 2004 und es tut dem Roman nicht gut, dass er erst jetzt, sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung, auf Deutsch erscheint - doch der Reihe nach.

"PopCo" beginnt als leichtfüßig und intelligent geschriebene Geschichte über die Macht von Marken und Marketing, über Großkonzerne, Globalisierung, Lüge, Ethik, Coolness, Trends und Schein & Sein. Alice Butler, die junge Protagonistin, ist relativ unkonventionell, lehnt Markenklamotten und Fernsehen fast schon störrisch ab, und vor allem hat sie eine außergewöhnliche Vergangenheit: Ihre Großmutter war eine berühmte Mathematikerin, ebenso wie ihr Großvater, der sich Zeit seines Lebens für Rätsel, Codes und Verschlüsselungen interessierte und seine Enkelin ebenfalls früh für Kryptografie und Kryptoanalyse begeisterte. Alice wuchs bei ihren Großeltern auf, nachdem ihr Vater von einem auf den anderen Tag spurlos verschwand und die Zehnjährige zurückließ - anscheinend auf der Suche nach einem Schatz, zu dessen Schatzkarte Alices Großvater den komplex verschlüsselten Zugang besaß, ihn aber nicht preisgeben wollte. So mischt Scarlett Thomas in die Geschichte über Markenwahn und Marketing-Mechanismen clever diverse Ausführungen über Zahlen, Codes und bahnbrechende mathematische Formeln.

In "PopCo" klingen bereits einige Themen an, die Scarlett Thomas in "Troposphere" viel ausführlicher verarbeitet hat, zum Beispiel ihre Faszination für Homöopathie und Gedankenexperimente. Der Roman beginnt ungeheuer interessant, und sofort muss man unbedingt wissen, was es mit dem mächtigen PopCo-Konzern auf sich hat, mit den Zettelbotschaften, die Alice von einem Unbekannten erhält, und mit dem sagenhaften Schatz - hängt das etwa alles zusammen? Mittendrin verzettelt sich Thomas allerdings irgendwie und nimmt das Tempo gehörig raus, so dass die Handlung sich bald etwas zieht. Die Pointe am Ende wirkt enttäuschend in Hinblick darauf, was Scarlett Thomas alles an spannenden und hintergründigen Hinweisen und Plot Twists ein- und aufgebaut hat.

Wie oben bereits geschrieben, tut es dem Buch überhaupt nicht gut, dass es erst jetzt auf Deutsch erschienen ist, denn was im Roman als neu und aufregend und bahnbrechend gefeiert wird, war vielleicht 2004 noch gerade eben up to date, aber heute ringt es dem Leser nur ein müdes Lächeln ab (oder zumindest der Zielgruppe, an die sich das Buch richtet - wer noch nie von Computerspielen und virtuellen Welten gehört hat, der darf natürlich staunen). Thomas lässt Alice mit einer Naivität über manche Dinge denken, die man dieser intelligenten Figur einfach nicht abkaufen kann, selbst wenn sie eine Außenseiterin ist. Wenn Alice zum Beispiel einen Arbeitskollegen fragt, was nochmal ein Veganer is(s)t und der dann seufzend bekennt, als Veganer wäre man ein ziemlicher Außenseiter und würde schräg angeguckt, dann fragt man sich, ob das Buch nicht eher 1994 als 2004 spielen soll. Auch wenn die Belegschaft andächtig staunt, weil es auf dem luxuriösen Anwesen des PopCo-Chefs WLAN gibt (oh Wunder der modernen Technik!), dann wirkt das vollkommen unglaubwürdig. Und die Idee, dass virtuelle Produkte in virtuellen Welten für echtes Geld verkauft werden (was wieder unglaubliches Staunen hervorruft), kann in Zeiten, in denen WoW fast schon wieder out (und Second Life definitiv wieder out ist), niemanden mehr vom Hocker reißen. Die Pointe des Ganzen enttäuscht wie gesagt ziemlich und wirkt vor allem nicht gut durchdacht und insgesamt ziemlich naiv, aber nicht angemessen für ein so gut aufgebautes und auch witzig, sehr einnehmend und intelligent geschriebenes Buch. Spätestens, wenn zwei Personen etwas weltfremd die Wunder des Sozialismus preisen (wenn auch nur in einem Satz), fühlt man sich irgendwie im Stich gelassen vom Plot.

Schade, eigentlich könnte "PopCo" ein ganz großartiger Roman sein - nur leider beginnt er nur extrem gut und flacht dann zusehends ab. Das idealistische Ende wird manchen Lesern sicher gefallen, zeigt aber nicht im Ansatz, zu was Scarlett Thomas schriftstellerisch fähig ist. Daher sei an dieser Stelle unbedingt "Troposphere" empfohlen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Silke Schröder, hallo-buch.de TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"PopCo" von Scarlett Thomas ist eine ungewöhnliche Reise in die Grenzwelten von Naturwissenschaft und Lebensphilosophie. Ihre Heldin und Ich-Erzählerin Alice muss sich nicht nur mit mathematisch vertrackten Marketing-Strategien auseinandersetzen, sie beschäftigt sich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit und den Problemen, die sie als eigenbrödlerische Außenseiterin in der Schulzeit hatte - und die sie in der Gruppensituation des Camp-Aufenthalts schnell wieder einholen. Diese sympathische Geschichte verknüpft Scarlett Thomas mit einem kritisch-philosophischen Geländeritt durch unsere heutige Lebenswelt. Es geht um Homöopathie und Pharmaindustrie, um die fröhliche Gleichzeitigkeit von moderner Arbeitskultur und schamloser Ausbeutung, um Globalisierungskritik und die Vorzüge fleischloser Esskultur.

Garniert mit kryptologischen Rätseln, einem verborgenen Piratenschatz und dem Wunder unerwarteter Freundschaften, ist PopCo trotz gelegentlicher Längen gute postmoderne Unterhaltung mit nachdenklichen Untertönen ' auch wenn manche technische Neuerungen in den fünf Jahren zwischen englischer Erstveröffentlichung und deutscher Übersetzung längst schon wieder Normalität geworden sind.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Harmlos 28. März 2010
Format:Taschenbuch
Harmlos und belanglos:
Eine handvoll Gutmenschen kommt zu der erschütternden und absolut neuen Erkenntnis, daß Großkonzerne (wie z.B. der, in dem die Protagonisten allesamt in der "Super-Kreativ-Abteilung" für ein wahrscheinlich nicht unerhebliches Salär arbeiten) nur auf Profit aus sind und deswegen die Menschen täuschen und belügen. Also beschließen sie, ein wenig auf Revolution zu machen - bzw. erklären die Absicht, irgendwann einmal ein wenig auf Revolution zu machen.

Und wie sieht der Master-Plan aus, den bösen Großkonzern in die Knie zu zwingen? Mittels Insiderinformationen irgendwelche juristischen Fallen zuschnappen lassen? Über schmutzige Intrigen den Vorstand zerschlagen oder Erpressen? Nein - sie werden den Konzern ruinieren, indem sie - TATAAAAA - Cola in die Tastaturen schütten und außerdem als Angestellte in ihrem Job pfuschen (kein Witz!!!).

Diesen genialen Plan bekommt der Leser aber erst nach ungefähr 600 Seiten mitgeteilt, so daß man diese Elitegruppe leider nicht mehr in Aktion sehen kann - doch halt: einmal zerstört die Heldin in einem Ökoladen einen angeblich handgefertigten Teddybären, der in Wirklichkeit vom bösen Spielzeugkonzern über eine Tarnfirma vertrieben wird. Sie zerstört also diesen Teddybären mit den Worten "an dem Bär werden die nichts mehr verdienen" - daß der böse Großkonzern längst sein Geld verdient hat, als er den Teddybären an den Ökoladen lieferte und somit nur der höchstwahrscheinlich arglose und sympathische Ökoladenbetreiber nichts daran verdient, ist wohl ein zu komplexer Gedankengang für eine super-kreative Kryptologieexpertin...

Überhaupt: was hat eigentlich Kryptologie mit der ganzen Story zu tun? Eigentlich nichts. Die Großmutter der Heldin ist Mathematikerin und half im zweiten Weltkrieg, die Enigma zu knacken, der Großvater war ebenfalls Kryptologe und hat irgendeine Piratenschatzkarte entschlüsselt und diesen Schlüssel in ein Amulett eingraviert, das die Heldin seitdem um den Hals trägt. Beide Tatsachen haben aber nichts mit der eigentlichen Story zu tun. Sämtliche interessanten Erzählstränge, die sich daraus hätten ergeben können, werden verschenkt; das Ganze dient nur als Füllmaterial für unzählige Rückblenden in die Kindheit der Heldin.

In der Gegenwart bekommt sie 2 verschlüsselte Botschaften, die mehr oder weniger nichtssagend sind. Auch das hätte spannend werden können, geht aber zwischen endlosen Rückblenden und Diskussionen unter. Am Ende des Buches stellt sich heraus, daß das die kläglichen Versuche der "Kommandogruppe" waren, mit der Heldin Kontakt aufzunehmen. Als die Heldin es mühelos schafft, die erste Botschaft zu übersetzen, ist die Gruppe so von der eigenen Courage überrascht, daß sie nicht so genau wissen, was sie jetzt weiter tun sollen, also schieben sie eine halbherzige zweite Botschaft nach, um den Kontakt nicht abbrechen zu lassen - und das ist O-Ton, keine polemische Übertreibung meinerseits - ja, genau so werden Verschwörungsromane geschrieben...

Ein Großteil der Handlung in der Gegenwart dreht sich darum, daß die Heldin krank wird. Erst hat sie Kopfschmerzen, dann ist ihr irgendwie schlecht, dann bekommt Sie es mit dem Kreislauf zu tun und muß für ein paar Tage im Bett bleiben. Wurde sie etwa vergiftet? Nein, sie ist schlicht und ergreifend krank, wie jeder halt mal krank wird, eigentlich eine langweilige und unspektakuläre Sache, die aber trotzdem in epischer Breite beschrieben wird. Im Zuge der Krankheit stellt sich der "feurige" Lover, der vorher immerhin mit zwei kurzen Sexszenen beschrieben wird (immer korrekt mit Kondom und gleichberechtigten Rollen), als verständnisvoller Veganer heraus, der sich rührend um die Kranke kümmert, ihr Essen ans Bett bringt, Badewasser einläßt, auch nur mal reden will und dabei ausgiebig referiert, wie schlecht doch die Welt ist.

Am Ende im "Nachtrag" schreibt die Autorin in der Rolle der Romanheldin (huch - ist das gar die Story der Autorin selbst, wie clever...), daß sie den Schluß des Romans ja auch etwas lahm fände und deswegen halt noch mal schnell die Piratenschatzkarte vom Opa entschlüsselt, damit wenigstens noch etwas spektakuläres geschieht - und auch in diesem nachgeschobenen Ende gekonnt die Geschwindigkeit herausnimmt.

Über weite Strecken kommt es mir so vor, als wolle die Autorin keinen Roman schreiben sondern "Werbung" für ihren Lebensstil machen. So gibt es im "Anhang" ein Kuchenrezept, es werden ellenlange Abhandlungen über Homöopathie geschrieben, welche Globoli man bei welcher Gefühlslage nehmen soll und auf welchen Internetseiten man das herausfindet, es wird sehr viel über Mode und Klamotten geschrieben. Dabei wird krampfhaft versucht, Sub- und Jugendkulturen in die Beschreibung reinzuziehen ("die Frau im Gothic-Outfit", der "cool Tätowierte", etc.) ohne jedoch weiter darauf einzugehen. Man könnte jetzt sagen "halt, das ist doch ein konsumkritisches Buch, die Beschreibungen sollen zeigen, wie oberflächlich wir doch alle sind", aber leider verwendet die Autorin besonders viel Zeit darauf, die Sympathieträger im Roman solcherart zu beschreiben, und gegen Ende des Buches sagt dann bezeichnenderweise auch eine der ach so konsumkritischen Elitekämpferin für das Gute, daß es ein großes Problem wäre, als Veganerin mit politisch korrekten Klamotten "cool" auszusehen - soviel also zum Thema Konsumkritik.
Ein Aufnahmekriterium des illustren Kreises ist übrigens, Vegetarier zu sein, besser noch Veganer...

Warum habe ich mir das Buch gekauft? Es lag im Buchladen in der Science-fiction Ecke auf 'nem Tisch neben der Neuromancer Trilogie von William Gibson, der Klappentext sah vielversprechend aus (siehe Amazon Kurzbeschreibung) und hatte ein ansprechendes Cover, also dachte ich mir "pack das Buch halt auch noch mit ein". Daß ich so auf den uralten Marketingtrick reingefallen bin, schlechten Inhalt in toller Verpackung zu verkaufen, hat eine gewisse Ironie, geht es in dem Buch doch darum, daß Großkonzerne mit üblen Marketingtricks schlechte Produkte verticken. Doch leider geht dieser Geniestreich nicht auf das Konto der Autorin sondern auf das der Marketingabteilung...
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