Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, ist an sich nicht schlecht. Doch eine Idee, und sei sie noch so gut, erzeugt noch lange keine Bestseller. Und ich denke, dass wird Pop essen Mauer auf" auch nicht werden.
Es drängen sich Vergleiche nahezu auf. Der Aufbau erinnert doch sehr an Neue Leben" von Ingo Schulze, die Thematik ähnelt Brussig's Helden wie wir".
Dass Teile des Romans in Rostock angesiedelt sind, macht mir dieses Buch ein wenig sympathischer. Und das einige musikalische Lieblinge hier erwähnt werden, gibt noch einen Bonuspunkt. Überhaupt hätte ich mich nicht getraut, so viele noch lebende Musiker zu verwenden. Ich habe an vielen Stellen gelacht, aber mir dann auch vorgestellt, wie die Musiker darauf reagieren könnten.
Die Idee zu diesem Buch ist gut und ausbaufähig. Aber der Zug, der sich gut und schnell in Bewegung setzt, erlahmt, und zwar, als Ludger Bauer auf Duttweiler trifft. Und überhaupt, das Ende der Geschichte. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass der letzte Teil schnell niedergeschrieben wurde. Da fehlt der Biss. Das wirkt mir alles zu konstruiert mit der Halle und all dem Gedöns da drinnen. Die Selbstbeweihräucherung nimmt überhand, es wird für mich als Leser immer unglaubwürdiger.
Schade, denn ich bin mir sicher, dass man aus diesem Stoff hätte mehr machen können. Es ist nette Unterhaltung, wenn es draußen mal wieder regnet. Aber man vergisst es auch schnell wieder.