Aus der Amazon.de-Redaktion
Man erinnere sich an die rosa Jacketts von Simon Le Bon, Roger, John und Andy Taylor und Nick Rhodes, an die hochgekrempelten Ärmel, den Lippenstift, es war das optische Grauen! Aber bis zur Mitte der 80er Jahre war Duran Duran DIE Band, Lieblingsgruppe von Lady Di, Covermodels des Rolling Stone (Unterzeile: "Fab Five"), Hits wie "Rio", "Save A Prayer", "The Reflex" und vor allem der James-Bond-Titelsong "A View To A Kill", weltweit Nummer eins, adelten das musikalische Quintett aus England. Nach und nach wurde es still um die Band, wenn diese auch lauter wurden. Künstlerisch zwar furchtbar korrekt, akustisch aber bis zur Unverständlichkeit experimentierten Duran Duran quer durchs Sounduniversum. Natürlich kamen noch Hits wie "I Don't Want Your Love" oder "Ordinary World", 1995 noch eine Cover-CD, dann Unpluggged-Versionen alter Hits und Greatest Hits. Die Luft schien raus, was nach 60 Mio. verkauften Scheiben nicht weiter schlimm war.
Mit Pop Trash aber überraschen Duran Duran ihre ärgsten Kritiker: eine Reise durch die Musik, getragene, träumerische Melodien im modernen Gewand ("Someone Else Not Me", "Lady Xanax"), Glamrock ("Lava Lamp"), dessen Elemente sich durch viele Songs ziehen, Robot-Sounds ("Hallucinating Elvis"), Akustisches ("Starting To Remember", "Pop Trash Movie"), Metallisches ("Last Day On Earth") Meditatives ("Fragment"), Schräg-rockiges im Elektrogewand ("Mars Meets Venus"), beatleske Harmonien ("The Sun Doesn`t Shine Forever"), kurz ein amüsanter und virtuoser Ausflug durch die Genres, aber auch durch die genialen, rasant-kurvigen Gehirnwindungen der drei verbliebenen Duran-Duran-Herren Le Bon, Rhodes und Warren Cuccurullo, begleitet von leichter Weltuntergangsstimmung, Pop ja, aber Trash? --Kati Hofacker