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5.0 von 5 Sternen
Artisten des Zirkus, 31. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Le Pop (Audio CD)
Katzenjammer warten mit einer Musik auf, die stark an die Klänge von Bands Gadjo erinnert. Die vier (zuckersüßen) Mädels aus Norwegen kombinieren geschickt Folklore mit Melodien, die aus Jahrmärkten oder Zirkuszelten erschallen könnten. Dabei verwenden sie sage und schreibe 28 Instrumente. Ihr vierstimmiger Gesang ist vom allerfeinsten und umfasst ein Spektrum, dass von einfühlsam, zu ausgelassen, bis brachial reicht.
Kein Wunder also, dass David Byrne (Talking Heads), der sich dieser Kombo angenommen hat, ihnen unter die Arme greift. Falls sich die jammernden Katzen in ihren nächsten Alben nicht von diversen Produzenten verbiegen lassen, soll heißen in die ekelerregende Soße es Mainstream-Pop einkochen lassen, kann man sich schon jetzt auf die neuen Songs freuen.
Das vorliegende Album bietet Abwechslungsreichtum wie man ihn nur selten findet. Jeder Song hat seinen eigenen Charme, wird anders instrumental arrangiert. Mal mit, mal ohne Schlagzeug. Einstimmig oder vierstimmig...
Ein absolutes Kaufmuss!
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Katzenjammer: it's so beautiful ... and it is real!, 28. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Le Pop (Audio CD)
Ob sie wissen, was ihr deutscher Bandname wirklich bedeutet? Ob sie ahnen, dass er dem Wesen ihrer Musik so sehr widerspricht, dass man die wahre Bedeutung dem internationalen Publikum gerne vorenthält?
Was soll's, was ist schon ein irrtümlich gehauchtes Wort in einem Sturm?
Zur Sache: Da kommen vier Frauen namens Katzenjammer mit ein paar Millionen Instrumenten auf die Bühne und machen damit einfach, was sie wollen. Sie singen Geschichten, hüpfen von Ukulele zu Bass Balalaika zu Trompete zu Banjo und zwinkern dabei unaufhörlich dem Publikum zu, als ob sie einen eigenen Muskel dafür hätten.
Sie nehmen Dich mit auf ihre Abenteuerreisen. Du fühlst Dich als kostümiertes Äffchen auf der Schulter des Piratenkapitäns, während Dir der zimtene Duft eines Tässchens Tees in die Nase steigt. Du genießt Deine Melancholie und entwickelst daraus ein Geschäftsmodell, Eintrittskarten für Beerdigungen zu verkaufen. Du tust alles, um nicht unterzugehen und reservierst dazu den Nacken des Teufel als Logenplatz.
Hier vor der Bühne werden Perlenkettenträgerinnen zu Pogo-Göttinnen und Männer schämen sich nicht der Tränen, die sie sonst nur bei der Meisterschaft ihres Fußballvereins weinen würden. Mundwinkel sind prall gefüllt mit einem Grinsen, das von sehr sehr weit unten empor kriecht, und Du spinnst den Gedanken, diese Musik als homöopathisches Medikament anzubieten.
Es gibt bisher keine durch Ausgrabungen gestützte Belege dafür, wie es zu dieser Musik kommen konnte. Die wahrscheinlichste Theorie ist diese: auf einer Balkanreise hören die vier Heldinnen die Fanfare Ciocarlia und Marko Markovic und begegnen auf einem Jahrmarkt dem guten alten Django Reinhardt, der gerade die Andrews Sisters am Straßenrand aufgelesen hat. Diese nehmen sie in ihrem privaten Piratenschiff mit in den Cotton Club, wo man ihnen Tom Waits vorstellt, der sich trickreich als Goldfrapp verkleidet hat. Zur Aufklärung des Sachverhalts bringt er sie zu einem Gospelchor unter der Leitung von Phil Collins, der gerade ein neues Programm mit norwegischer Volksmusik einstudiert.
Sind Sie jetzt schlauer? Nein? Gut so! Katzenjammer ist nichts für die praktische Ablage in Genre-Schubladen, kein Style, bei dem die Musik selbst zur Nebensache wird. Katzenjammer nimmt die Musik sehr ernst, aber sich selbst nur so weit, wie es ihnen, ihrer Musik und der sagenhaften Performance gut tut, die jeder Zuhörerseele die problemverklebten Haare aus dem Alltagsgesicht bläst.
Liebe Marianne, Turid, Solveig und Anne Marit: Katzenjammer ist eine kleine Lüge. Denn das Letzte, was Eure Musik bewirkt, ist ein solcher. Aber manche Lügen möchte man einfach jeden Tag immer und immer wieder aufs Neue hören.
It's so beautiful. And it is real!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verrückt geniale Melange aus verschiedensten Stilrichtungen, 19. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Le Pop (Audio CD)
Wer Katzenjammer einmal live gesehen hat, der wird verstehen, wie schwer man sich dem Charme dieses quirligen Gewusels auf der Bühne entziehen kann. Da stehen 4 Mädels auf der Bühne, jede kann gut singen und mehrere Instrumente bedienen. Und so verwundert es auch nicht, daß bei jedem Lied eine andere Sängerin am Mikrofon steht. Da kann es schon einmal passieren, daß die Drummerin vom letzten Song plötzlich mitten auf der Bühne steht, Trompete spielt und auch noch die Leadvocals übernimmt. Auch der Grinsekatzenballalaikabass (DAS Markenzeichen der Band) wird von jedem Bandmitglied während einer Show mindestens einmal gespielt. Ansonsten kommen die verschiedensten Instrumente zum Einsatz, um die - bis auf die A capella Einlagen - immer etwas schräge aber durchaus wohlklingenden Lieder zu einem an klangfarblich immer frisch wirkenden Genuß zu machen. Auch die musikalischen Genres variieren stark. Sie reichen von Folk über Country und Ragtime bis hin zum Walzer und klingen irgendwie immer ein wenig als seien sie der Feder von Denny Elfman (Filmkomponist (u. a. von "Nihgtmare before Christmas")entsprungen. Aber was rede ich mir den Mund hier fusselig? Wer in diese Musik nicht reinhört und sich spätestens nach dem 3-4 Lied ein großes Grinsen ins Gesicht zaubern läßt, ist selber Schuld!
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