... erscheint eine neue Tosca-Scheibe und kurze Zeit später die dazu gehörige Remix-Platte. Wer von Dorfmeister & Huber für aktuell interessant genug und würdig befunden wird, erhält einen Remixauftrag. Nach den "Fuck Dub Remixes", "Chocolate Elvis Dub", "Suzuki in Dub" und "Souvenir" nun mit "Pony" die "No Hassle"-Versions.
Sagen wir mal so: die CD ist insofern benutzerfreundlich, als dass man sie nach exakt der Hälfte - nach Track 5 - ausmachen kann. Bis dahin hat man alles, was gut ist, gehört; was folgt, ist uninteressant.
Smith & Mudd geben eine Version von "Springer" zum Besten, in gewohnt positiver, optimistischer Atmosphäre. Ein freundlicher, höflicher Remix, den man nicht unterschätzen sollte. Smith & Mudd grooven vor sich, tippeln auf der Stelle, klopfen an die Tür, öffnen dann plötzlich Räume, die in endlose Galaxien zu führen scheinen - ja warum denn nicht, warum darf Clubmusik nicht einfach mal schön sein? Grant Phabao's Mix von "Birthday" ist mein Favorit, ein verspielter, trickreicher Reggae, der mit ausgeklügelter Percussion überrascht und gute Laune verbreitet. Der italienische Neu-Jazzer Nicola Conte - ja, den gibt's noch - steuert eine wundervolle Querflöten-Jazz-Version von "My First" bei, Rodney Hunter erfindet sich nicht neu, liefert ab, was man erwartet, und es ist wieder einmal guuuuuut geworden. Die Überraschung der Platte bietet in meinen Ohren Kotey (den ich nicht kenne, der aber irgendwie zum Smith & Mudd Universum gehören muss), der mit seinem eigenwilligen Remix von "Elitsa" irgendwie an berittene Husaren erinnert, an Reitervölker in der Tundra, an Dschinghis Khan - keine Ahnung, aber dieses Stück ist wirklich wild. Mutig, lustig, cool.
Tja, und das war es dann eigentlich auch schon. Noch ein paar belanglose House-Nummern und zum Ende eine Streichquartett-Version von "Rosa". Ich persönlich brauche solche Streicher-Experimente nicht (a la "Die 12 Cellisten spielen Beatles-Hits"), aber bitte, wem es gefällt...
Vier Punkte, da die erste CD-Hälfte unfassbar gut geworden ist. Ein weiteres Mal nehmen sich alte Helden und neue Hoffnungsträger der Tosca-Stücke an und entführen uns "state of the art" in die aktuellen Sound-Welten - da bin ich gerne dabei. Bis Track 5.