Aufgrund des irgendwie albernen Covers hatte ich bestenfalls einen Trashfilm erwartet - wurde dann aber doch positiv überrascht!
Kurz zur Story: Mitten im Winter, während eines fiesen Unwetters, kommt es im kleinen kanadischen Örtchen Pontypool zu einer -Trommelwirbel- Epidemie. Der Film begleitet dabei den Radiomoderator Grant Mazzy (Stephen McHattie, "Niteowl" aus dem Film
Watchmen), welcher die eingehenden Anrufe und Meldungen zunächst für einen schlechten Scherz hält, sich aber mehr und mehr der unangenehmen Wahrheit stellen muss, dass dort draußen, außerhalb des Senders, etwas ganz und gar unfreundliches vor sich geht. Als das Militär schließlich die Ortschaft zur Quarantänezone erklärt, ist sein einziger Draht nach draußen die eigene Radiosendung sowie Augenzeugenberichte, welche per Telefon ins Studio geschaltet werden.
99% des Films spielen im Inneren des Senders und es gibt nur eine handvoll Darsteller. Dennoch schafft es der Film über weite Strecken eine äußerst bedrohliche und spannende Atmosphäre zu erschaffen, was vor allem in jenen Szenen zum Ausdruck kommt, in denen der eigentlich für Verkehrsberichte zuständige Aussenreporter live ins Studio geschaltet wird und von den Geschehnissen außerhalb der Radiostation berichtet. Von dem, was draußen geschieht, bekommt der Zuschauer nichts zu sehen, aber die Beschreibungen der verzweifelten Augenzeugen reichen aus und wirken vermutlich gerade deswegen fast "härter" als würde man das Beschriebene direkt zeigen. Das ist ein gelungener Filmkniff, da es die Phantasie des Zuschauers anwirft, welche die passenden Bilder dazu erschafft.
Eine weitere Eigenheit des Films ist die Art, wie das Virus sich verbreitet. Die Erklärung erscheint zunächst etwas sehr wirr, macht im Kontext des Films aber Sinn - man muss sich nur drauf einlassen. Wie das Virus letzten Endes tatsächlich entstand bleibt hingegen gänzlich im Dunkeln (was nicht weiter schlimm ist).
Was die "Zombies" selbst betrifft, so sind sie gewissermaßen eine Mischung aus Romeros nekrotischen Menschenfressern und Boyles infizierten Wahnsinnigen. Das heisst: Menschen werden gefressen, zerfleischt und auch abgerissene Gliedmaßen halten sie nicht davon ab, sich fortzubewegen - andererseits sind sie keine wandelnden Leichen, flinker als der reguläre Durchschnittszombie und besitzen noch rudimentäre Intelligenz sowie die Fähigkeit zu sprechen (auch wenn letzteres eher als "Reflex" zu betrachten ist).
Die Darsteller sind durchweg sehr gut, allen voran "Niteowl" Stephen McHattie (unbedingt im Original schauen! Schon alleine wegen seiner Stimme und weil manche Erklärung / Szene auf Englisch einfach besser rüberkommt. Gerade dann, wenn es explizit um die Englische Sprache geht).
Fazit: Sehr interessante Variation einer Zombie-Epidemie, die einige nette eigene Ideen einbringt und so aus der Masse hervorsticht. Die Idee, rein gar nichts von den Geschehnissen ausserhalb der Radiostation zu zeigen, sondern alles nur durch Augenzeugenberichte / Interviews einzubringen ist gewagt - geht hier aber auf! Tatsächlich geht etwas an Spannung verloren, wenn die Infizierten letztendlich das Gebäude erreichen und in greifbarer Nähe sind.
Insgesamt aber ein empfehlenswerter Film. Zwar keine Schlurf-Zombies, wie ich sie am liebsten habe, aber wenn das Drumherum stimmt, kann ich mich auch mit "Infizierten" anfreunden. Der Film regt sogar zum Nochmal-Ansehen an, nachdem man den "Kniff" erfahren hat, wie das Virus sich verbreitet, da es bereits vor der Aufklärung mehrere Hinweise gibt (die man aber erst hinterher damit in Verbindung bringt).
Oh, und nach den Credits gibt es noch eine (irgendwie schräge) Szene, also ruhig noch einen Moment sitzen bleiben ;)