Eigentlich gibt es an dieser Platte nicht viel zu rezensieren. Man kann eigentlich nur überwältigt sein von dem, was the Orb da vollbracht haben. Dieses Album ist sehr starker Tobak, kein Zweifel. Wer Phil Collins gewohnt ist, sollte die Finger davon lassen. Aber wer das Experimentelle mag, ist hier an der richtigen Adresse, denn dieses Album ist die Wucht! Atemberaubend! Es sucht seinesgleichen! Es ist nämlich so: Wenn man nur ansatzweise etwas vom Musikproduzieren versteht, sitzt man beim hören dieser Platte Blut und Wasser schwitzend und zusammengekauert in einer Ecke des Zimmers und überlegt sich folgendes: Wie kann es sein, das Menschen sich ein so durchgeknalltes, verpilztes und hochkomplexes Machwerk 1. ausdenken 2. umsetzen und 3. so perfekt produzieren können, das jeder Ton und jeder Effekt exakt an der optimalen Stelle auftauchen? Wie kann jemand, dessen Hirn den Musik gewordenen LSD-Trip, das krasseste Stück Musik aller Zeiten produziert hat, noch fähig sein, logistische Aufgaben wie Plattenvertrag aushandeln, Studio unterhalten etc. wahrzunehmen? Fragen über Fragen, deren Antwort wohl niemals jemand erfahren wird. Über die einzelnen Stücke will ich jetzt gar nicht viele Worte verlieren, es schliesslich existiert ja auch kein ausreichendes Vokabular dafür! Um es jedoch kurz zu fassen: Wer denkt, er hätte mit seiner Pink Floyd-Sammlung schon den musikalischen Trip gepachtet, liegt schwerstens daneben. Alles klar?