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Produktinformation
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Abgesehen von dieser Prämisse liest sich der Roman auf den ersten hundert Seiten wie ein typischer Berlin-Krimi. Polyplay schildert deprimierend deutsche Verhältnisse, die ständig zwischen Großstadtschmutz und gelecktem Bürokratismus schwanken. Die Groß-DDR erscheint verglichen mit der realexistierenden BRD weder wünschenswert noch Schrecken erregend. Die Unterschiede stecken eher im Detail: Da wird zum Beispiel erwähnt, dass die öffentlichen Verkehrsmittel im sozialistischen Berlin konkurrenzlos billig sind, oder die Protagonisten ärgern sich über die Wessi-Altreichen. Nazischläger sind im realsozialistischen Gesamtdeutschland ebenso präsent wie in der BRD-Wirklichkeit -- nur kommen sie bei Polyplay normalerweise aus dem Westen. Sogar unser aktueller Außenminister bleibt uns in Hammerschmitts Roman erhalten.
Kommissar Kramer tappt immer ratloser durch diese Welt und sucht nach Antworten. Sein Fall wie auch sein Privatleben entgleiten ihm zunehmend. Nach und nach verliert er nicht nur das Vertrauen in seine Freunde und Kollegen, sondern auch das in seinen Sinn für die Wirklichkeit. Als Leser kann man Kramers Ratlosigkeit und später sein verbittertes Aufbegehren voll und ganz nachfühlen. Das furios-verblüffende Finale sollte schließlich auch jene zufrieden stellen, die von Hammerschmitt SF-lastigere Kost erwarten. Polyplay ist ein im besten Sinne kritisches Buch, das bei allem Pessimismus nie ganz die Hoffnung auf eine zumindest ansatzweise bessere Welt aus den Augen verliert. Mitdenken und mitfiebern -- Hammerschmitt at his best! --Jakob Schmidt
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr schön,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Polyplay (Taschenbuch)
Man wird in dieses Buch reingelockt mit dem Versprechen auf einen "normalen" Krimi (abgesehen von dem ungewöhnlichen Szenario), glaubt diesem Versprechen sehr lange und merkt zuerst gar nicht, wie einem die Bezugspunkte für das Genre flöten gehen - Stück für Stück lösen sich nicht nur die Gewißheiten Kramers, sondern auch die eigenen auf, und der Schluß dreht einem so richtig die Gehirnwindungen um. Fies gut.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
auferstanden aus Ruinen,
Von sf-jens (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Polyplay (Taschenbuch)
Kriminaloberleutnant Kramer muß einen neuen Fall übernehmen. Ein Jugendlicher wurde ermordet und die Umstände sind alles andere als appetitlich. Hinzu kommt, daß sich der Fall schon frühzeitig zu einem Politikum zu entwickeln scheint. Kramer ist darüber nicht besonders glücklich. Er wird von verschiedenen Stellen unter Druck gesetzt. Doch was er herausfindet, ist irgendwie nicht das, was seine Vorgesetzten hören wollen.Eigentlich beginnt die Geschichte wie ein Krimi. Allerding fällt schon früh auf, daß Ort, Zeit und Gesellschaftsstruktur irgendwie nicht stimmen können. Marcus Hammerschmitt hat eine äußerst interessante Alternativwelt geschaffen, in der die deutsch-deutsche Wende und Wiedervereinigung anders verlief, als wie wir es kennen. Das ist gewagt, anspruchsvoll und wohl auch gnadenlos überspitzt. Aber der Autor hat es bravorös geschafft, daß die Geschichte trotzdem rund wirkt. Alles paßt gut zusammen, und die Handlung fesselt sehr. Und das Finale hat es auch in sich. Die Sprache wirkt stellenweise zwar ein wenig holprig, fügt sich aber durchaus in das dargestellte Bild ein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wahnsinn!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Polyplay (Taschenbuch)
Die brillant erzählte Geschichte spielt in Berlin, der Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands, im Jahre 2000. Allerdings gibt es einige kuriose Gegensätze zu unserer heutigen Welt: Der gesamtdeutsche Staat ist nicht die BRD, sondern die DDR! Staatsratsvorsitzender ist Hans Modrow und Außenminister niemand anders als der Fischer Jockel (sic!), "einer der wenigen Westlinken, die im Osten Karriere gemacht hatten".Volkspolizei-Oberleutnant Rüdiger Kramer wird mit den Ermittlungen in einem Mordfall betraut: Ein Jugendlicher wurde in einem Jugendzentrum mit zertrümmertem Schädel aufgefunden; er war fanatischer Spieler eines lange aus der Mode gekommenen Computerspiels namens Polyplay. Aber wohin Kramer sich auch wendet, überall stößt er auf Ungereimtheiten, seltsame Zusammenhänge und politische Abgründe. Niemand scheint so recht an einer Aufklärung des Falles interessiert zu sein, im Gegenteil: Sogar die Stasi mischt sich ein und macht unmissverständlich klar, dass sie keine Einmischung in ihre Angelegenheiten wünscht. Aber Kramer ermittelt weiter und weiter, während sein berufliches und privates Leben nach und nach zu Bruch geht. Doch er ahnt noch nicht, welcher Horror wirklich auf ihn wartet ... Diese atemberaubende Mischung aus Polit-Thriller, Computerkrimi, Science-Fiction und Alternativweltstory kann man bis zur letzten Seite keine Sekunde aus der Hand legen, so spannend und mitreißend wird die Geschichte erzählt. Dabei ist er kritisch ohne Zeigefinger, mitfühlend ohne Kitsch und mitunter beißend ironisch ohne pessimistischen Zynismus. Fehlentwicklungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft werden aus einer erfrischend anderen Perspektive beleuchtet. Und zu guter Letzt kommt auch der Humor nicht zu kurz; oft musste ich schmunzeln und manchmal sogar laut herausplatzen, weil Vieles einfach haarsträubend komisch auf den Punkt gebracht wird. Kurz: Wer Krimis, Thriller und/oder Science Fiction mag, wird "Polyplay" lieben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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