Vielleicht um noch rasch ein paar Bücherverkäufe mehr zu erzielen, hat Polyglott zur Jahrtausendwende einen Sprachführer Schwäbisch aufgelegt. Gestaltet ist er wie ein Urlaubssprachführer der Reihe.
Ja, es ist ganz amüsant, Schwäbisch in Lautschrift wiedergegeben zu sehen (es ist eher die Stuttgart-und-drumherum-Variante). Ein paar Scherze sind auch versteckt.
Doch ansonsten braucht man den Sprachführer nicht wirklich. Selbst das letzte Hutzemännle auf der Alb kann sich mittlerweile zu einer halbwegs verständlichen Rede aufraffen, selbst der sturste Fischkopf gewisse sprachliche Eigenheiten Südwest tolerant verstehen. Und ein bundesweites Urlaubsland wie die Ostsee oder die Voralpen ist Schwaben de facto auch noch nicht (bei aller Empfehlung meinerseits), sodass der Gag nicht zieht.
Ich würde es genau dann jemandem schenken, wenn der/die schon einige Polyglotts der Art im Regal stehen hat, sonst eher nicht.
Ich behalte es, doch drei bis dreieinhalb Sterne erscheinen mir maximal angemessen.