Ich muss so manchen anderen Rezensenten Recht geben, ein richtiger Krimi ist dieses Buch wahrlich nicht, eher eine Milieustudie aus dem Weinviertel. Trotzdem kommt hier jemand zu Tode und ein behäbiger Ermittler nimmt sich wiederwillig der Sache an.
Bereits in den ersten Seiten kommmt ein ungeliebter Mitbewohner in einem pitoresken Dorf unweit der tschechischen Grenze zu Tode, alles deutet auf einen Unfall hin und die ersten hundert Seiten gibt sich der Ermittler nicht eben Mühe, andere Seiten dieses Todes abgewinnen zu wollen. Vielmehr finden seine Ermittlungen bei guten Freunden in Weinkellern oder dem Wirtshaus statt. Erst als man ihn mit der Nase draufstösst, da kann der arme Mann nicht anders als wirklich dieselbige in alles reinstecken.
Kriminalarbeit sieht anders aus, doch dieses Buch lebt mehr von den Charakteren der Personen, insbesondere des Polt und einem ziemlich homöopatischen und trockenen, und stets unterschwelligen Humor, der sich durch das ganze Buch zieht. Die Charaktere sind nicht zu stark aus ausgeprägt, man muss mehrere Bücher lesen um mehr zu erfahren.
Trotzdem habe ich mich mit keiner Seite je gelangweilt, ich fühlte mich danach sehr gut unterhalten.
Im übrigen schmeckt nicht nur ein trockener Grüner ganz ausgezeichnet zu diese Buch, auch ein Valpolicella oder Rioja harmoniert vortrefflich!
Danke an Buch Dietl in Landshut für die Empfehlung.