Er war nach eigenen Angaben einmal "Deutschlands bester Boogie-Woogie-Pianist", die Zeitschrift Stern nannte ihn immerhin noch "talentierter Jazzmusiker". Was bringt so jemanden dazu, mit Aktentaschenbroiler sowie einem Sakko-Dessin, dem jeder Jumbopilot vertrauensvoll hinterherrollen würde und einer scheußlich schleimigen Frisur einen Alleinunterhalter von ebensolcher Konsistenz zu mimen?
Man weiß es nicht, doch die Figur des Gottlieb Wendehals zu ersinnen, war sicher nicht Werner Böhms blödeste Idee - siehe unten.
Ganze sieben Wochen hielt sich seine "Polonäse Blankenese" rund um den Jahreswechsel 1981/82 in den Charts. Dieses kleine Stückchen Musik, das in 3:01 Minuten mehr Witz und Wortspiel enthält als das Gesamtwerk der Höhner, hat mit seiner Körperkontakt-Choreographie Großartiges erreicht in der Schlacht gegen schamig-steife Stehpartysterilität; und das lag nicht allein am Verslein übers fröhlich freizügige Fetenvordermannfummeln:
Sie wissen schon: "Wir ziehen los mit ganz großen Schritten,
und Erwin fasst der Heidi von hinten an die ... SCHULTERN!!!"
Oder wie nennt man nochmal die beiden fleischigen Körperteile, die Werner Böhm beim Bottichbad im Jungle-Camp nur 22 Jahre später ungeniert vor der Kamera entblößte?!
Das hebt die Stimmung, ja, da kommt Freude auf ...